Neurodermitis - Heile Haut durch ganzheitliche Behandlung
Wer denkt bei Neurodermitis schon an die Zähne?
Dr. Theresia Altrock - raum&zeit 146/2007
Die ganzheitliche Ärztin Dr. Theresia Altrock zeigt, dass Quecksilber-Belastungen bei Hauterkrankungen oft eine Rolle spielen, und belegt an verschiedenen Beispielen, wie wichtig es ist, den ganzen Menschen zu betrachten, damit er gesund wird.
Die Haut des Menschen ist ein wichtiger Indikator für seine Gesundheit. Sie reagiert wie andere Organe auch auf Störungen in anderen Körperbereichen. Wie immer bei meinen Patienten untersuche ich bei Hauterkrankungen den ganzen Menschen und werde dabei meist fündig. Typische Beispiele sind Quecksilberintoxikationen. Zum Beispiel habe ich als Ursache für Allergien (Neurodermitis) oft Quecksilbervergiftungen, Umweltgifte und unverträgliche Zahnmaterialien1 gefunden. Und bei der Ergründung von Pilzen und Gürtelrosen stieß ich auf Darmprobleme. Mittels der RAC Diagnose2 gelingt es schnell und zuverlässig, Störungen aufzufinden.
Zum gesunden Baby gehört eine rosige, gut durchblutete, glatte Haut. Wenn der Säugling bereits in den frühen Lebensmonaten stark juckende und entzündete Stellen am Körper hat, zum Beispiel auf dem Kopf, in den Armbeugen oder Kniekehlen oder sogar am ganzen Körper, ist es sehr wichtig, so schnell wie möglich die Ursache dafür zu finden.
Die beschriebenen Symptome deuten auf eine Neurodermitis hin, die heutzutage häufig bei Kleinkindern/Säuglingen auftritt. Sie kann den Menschen viele Jahre begleiten mit starkem Juckreiz, Unruhe und Kratzen bis aufs Blut. Stets beobachtet man auch allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Milch, verschiedene Nahrungsmittel, Bettfedern, Reinigungsmittel, Badezusätze, Wolle und anderes mehr.
Die Eltern sind meist sehr verzweifelt und versuchen alles, ihrem Liebling zu helfen. Es gibt glücklicherweise viele Nahrungsmittel für Babys und Kleinkinder, die ersatzweise mit großer Hoffnung ausgetauscht werden. Meist versuchen Eltern es dann auch mit cortisonhaltigen Salben, die jedoch große Nebenwirkungen haben.
Jahrelang habe ich bei meinen Patienten nach den wirklichen Ursachen gesucht. Dies war langwierig und schwer, aber ich bin immer wieder fündig geworden. Es war jedes Mal eine Quecksilberbelastung.
Aber wie kommt ein Kind, das noch keine eigenen Zähne hat, dazu? Über die Mutter bereits während der Schwangerschaft oder über die Muttermilch.
Zum Glück wurde es inzwischen verboten, einer schwangeren Frau Amalgam zu applizieren. Auch Kinder dürfen seit einigen Jahren dieses giftige, quecksilberhaltige Material nicht mehr in die Zähne bekommen! Es gibt zudem einen Quecksilber-Abscheider in allen Zahnarztpraxen, damit dieses Nervengift nicht ins Grundwasser gelangt! Ich finde es verwunderlich, dass Amalgam überhaupt noch in Gebrauch ist.
Ich teste Zahnmaterialien seit mehr als 20 Jahren nach Dr. Paul Nogier, und zwar mit dem Polfilter und dem Pulsreflex oder RAC. Das ist eine ganz sichere Testmethode, die man erlernen kann.3 Der RAC ist eine autonome vegetative Reaktion, die als Veränderung im Puls gespürt wird.
Wenn ich testen will, ob ein Mensch aufgrund seiner Amalgamfüllungen eine Quecksilber-Belastung hat, lege ich ihm Amalgam auf die Stirn (das heißt, ich simuliere eine Wegnahme), da im Amalgam 50 Prozent Quecksilber enthalten ist. Dann messe ich über der Stirn (Yin-Tang-Hauptenergiepunkt zwischen den Augenbrauen oder Schläfe) mit dem Polarisationsfilter, ob seine Energielinien gerade geworden sind. Ist das der Fall, hat dieser Mensch eine Quecksilber-Belastung. Meist sind dann aber auch Silber, Kupfer, Zinn, Zink und Nickel unverträglich, was man auch einzeln mit diesen Amalgambestandteilen testen kann.
Wenn die Diagnose klar ist, kann ich mit der Therapie beginnen.
Hierzu möchte ich über einen Fall berichten:
Kim-Marie E., geboren am 9. Juni 2005
Im November 2005 entdeckten die Eltern erste Ekzeme an ihrem Körper, vor allem aber an den Wangen, die zum Teil entzündlich und nässend waren. Das Kind kratzte sich stellenweise sogar blutig und weinte Tag und Nacht. Die Diagnose des Kinderarztes war Neurodermitis. Seine Therapie bestand aus einer cortisonhaltigen Creme und der Empfehlung, die Milch umzustellen. Es wurden verschiedene Milch-Präparate probiert, jedoch ohne Erfolg. Dem Kind wurde Blut für einen Allergietest entnommen, der aber kein brauchbares Ergebnis brachte. Die ratlosen Eltern versuchten dem Kind mit reinen Baumwolltextilien und Badezusätzen gegen den Juckreiz zu helfen. Leider ohne Erfolg.
Die Untersuchung in meiner Praxis ergab eine Quecksilberbelastung, die bei Neurodermitis meistens die alleinige Ursache ist. Es ist schwierig, einen Säugling auf Allergien mithilfe des Polarisationsfilters und des RAC zu testen, da der Puls an der Handwurzel des Säuglings kaum tastbar ist.
Insbesondere die Nahrungsmittel für das Kind wurden einzeln ausgetestet. Zudem erhielt das Kind zum besseren Ein- und Durchschlafen eine tägliche Gabe Chamomilla D 30. Gegen das nässende Ekzem an den Wangen gab ich ihm Viola tricolor D12, wo-raufhin das Ekzem an den Wangen sehr schnell trocknete. Der Juckreiz verschwand nach Gabe von Calcium carbonicum D 200. Die Quecksilber-ausleitung mit Mercurius solubilis (Hochpotenzen) reichte zum völligen Ausheilen der Neurodermitis.
Ein 15-jähriges Mädchen kam mit seiner Mutter in meine Sprechstunde, weil sie einen Ausschlag auf dem Kopf sowie Haarausfall hatte. Der Hautarzt hatte bereits die Diagnose gestellt: Es sollte sich um eine Schuppenflechte handeln. In der Anamnese fand sich keine Ursache für eine Psoriasis, das heißt, diese vererbbare Erkrankung war in der Familie bisher nie aufgetreten. Bei der Untersuchung von Kopf bis Fuß fand ich ein starkes Störfeld im Bereich von Zähnen und Kiefer. Eine Zahnspange aus nickelhaltigem Material wurde als Ursache gefunden. Die Zahnspange wurde herausgenommen und vier Wochen nicht mehr getragen. Danach war die Kopfhaut wieder völlig geheilt. Auch darüber hinaus waren keine Erscheinungen ähnlich einer Schuppenflechte ersichtlich.
Zu den stark juckenden und teilweise schmerzenden Hauterkrankungen gehören auch verschiedene Arten von Mykosen. Das Mädchen Melina, 4 1/2 Jahre alt, wurde von ihrer Großmutter in meine Praxis gebracht. Es litt unter einer stark entzündlichen Hauterkrankung unter beiden Fußsohlen, die trotz fachärztlicher und stationärer Behandlung nicht gelindert werden konnte. Es handelte sich um eine Mykose durch Aspergillus niger. Das Mädchen erhielt oral eine Gabe Aspergillus niger D 200 und danach noch einige Male diese Globuli in D 30. Nach zwei Wochen bekam sie noch eine Gabe Candida albicans in D 200, wodurch die Hauterkrankung an den Fußsohlen vollständig ausheilte.
Unverträgliche Zahnmaterialien können oftmals Neurodermitis verursachen.
Ein weiterer interessanter Fall einer angeblich unheilbaren Hauterkrankung war Karl-Heinz F., 65 Jahre. Ende November 2004 begann eine Hautveränderung mit starkem Juckreiz am rechten Unterschenkel. Trotz Behandlungsversuchen bei mehreren Hautärzten breitete sich das Ekzem auch über den ganzen Körper aus und besserte sich weder durch cortisonhaltige Salben noch durch ähnliche Tinkturen. Auch die Behandlung durch einen Allergologen brachte keine Erkenntnisse über die Ursachen. Als er in meine Praxis kam, hatte sich die Krankheit auch bereits auf dem Bauch und auf dem Rücken ausgebreitet und zeigte entzündliche Stellen. Die bisherigen Diagnosen der Fachärzte ergaben Neurodermitis, Schuppenflechte, Herpes zoster (Gürtelrose) und andere. Auch ein Phlebologe (Venen-Arzt) fand nicht die Ursache der Hauterkankung. In diesem Fall war es besonders schwierig, die vielfachen Gründe für die gravierenden Symptome zu finden (siehe Fotos oben).
Zunächst versuchte ich, die entzündlichen Erscheinungen zu behandeln, indem ich die Nosode Herpes zoster in D 200 gab. Drei Tage später gab ich Sulfur D 200 gegen den Juckreiz und Streptococcinum D 1000 gegen die Entzündung. Eine Akupunktur war auch erfolgreich gegen die vielfachen Allergien, die ich auch einzeln getestet hatte und durch eine entsprechende energetische Behandlung löschen konnte. Es handelte sich dabei um eine große Anzahl von Lebensmittelallergien. Alle zwei Wochen habe ich regelmäßig Allergien energetisch gelöscht4, wobei jedes Mal Verbesserungen an der Haut festgestellt wurden. Auch diese Verbesserungen haben wir fotographisch festgehalten.
Fallbeispiel Karl-Heinz F.: Neurodermitis, Schuppenflechte und Gürtelrose (links und Mitte) verursacht durch Lebensmittelallergien, von Dr. Altrock energetisch gelöscht (rechts). © T. Altrock
Nach zwei Monaten war das großflächige Ekzem weitgehend abgeheilt, zeigte aber an einigen Stellen noch schuppende Hauteruptionen. Es handelte sich hier um eine Mykose, die durch Candida albicans verursacht wurde. Nach einer Gabe von Candida albicans D 200 heilten auch diese Reste völlig ab.
Eine nicht so häufige Hauterkrankung ist der Herpes Zoster (Gürtelrose), die man schnell und sicher mit Ohrakupunktur behandeln kann. Ich hörte über eine Patientin, dass der Chef eines Bonner Krankenhauses sehr krank sei und bereits seit einigen Wochen nicht mehr selbst operieren könne. Durch seine Sekretärin erfuhr ich dann, dass ihr Chef seit sechs Wochen an einer sehr schmerzhaften Gürtelrose leide. Den Kopf könne er vor Schmerzen nicht mehr bewegen, keinen Verband und keinen Hemdkragen mehr vertragen. Gegen die Salben sei er allergisch, die Spritzen seien ihm ein Greuel. Keine Behandlung habe ihm bisher geholfen. Sein Magen würde sich gegen all die Schmerztabletten sträuben. Ob ich niemanden wisse, der ihrem Chef helfen könne. Ich antwortete ihr, dass ich selbst ihm wahrscheinlich mit einer Akupunktur helfen könne. Wenn er dazu bereit sei, möge er mich anrufen. Bereits nach zehn Minuten hatte ich ihn am Telefon und wir vereinbarten gleich für den nächsten Tag einen Termin. Er war sehr gespannt auf das „Experiment Akupunktur“. Es handelte sich einwandfrei um einen Herpes Zoster im Bereich der Halswirbelsäule C2 / C3 linksseitig. Nach gründlicher Untersuchung fand ich einen Punkt am Ohr, entsprechend dem Gebiet zwischen C2 und C3 im Rückenmark. Dieser einzige Punkt wurde mit einer Goldnadel gestochen, die ich nach zwanzig Minuten wieder entfernte.
Am Montag erfuhr ich, der Herr Professor habe heute wieder, nach langer Zeit, alle Patienten selbst operiert und sei nun gerade noch bei der Visite. Er habe wieder Schlips und Kragen an, wie in alten Zeiten. Er berichtete, dass er heute weder Schmerzen noch einen Ausschlag im Nacken habe. Zuerst sei es nach der Akupunktur mit den Schmerzen schon sehr gut gegangen. Am nächsten Morgen (Sonntag) habe es sich dann wieder verschlechtert, so dass er am Erfolg der Akupunktur wieder gezweifelt habe. Am Nachmittag aber sei es dann immer besser geworden, und am Abend und in der Nacht zum Montag habe er gar nichts mehr gespürt und sehr gut geschlafen. Heute habe er sich dann wieder voll in die Arbeit gestürzt. Es gehe ihm jetzt sehr gut. Alles im Nacken sei „wie ein Spuk“ verschwunden.
Das war 1981 – ein Rezidiv (eine Wiederkehr) des Herpes Zoster ist bis heute nicht aufgetreten.
An den beschriebenen Fällen von Haut-
erkrankungen sieht man, wie schwierig die Erkennung der Ursachen sein kann. Auch die Behandlungsmethoden sind vielseitig und decken sich nicht immer mit den schulmedizinischen Methoden. Es wäre zu wünschen, dass man als Arzt auch zusätzliche Heilmethoden im Rahmen der Ausbildung erlernen könnte.
Dr. med. Theresia Altrock, geb. 25.7.1925 in Duisburg, Medizinstudium von Oktober 1946 bis Juli 1952 in Bonn. Promovierung zum Doktor der Medizin im September 1952. Ab1952 Pflichtassistentin im St. Johannes-Hospital in Bonn, im evangelischen Krankenhaus in Duisburg Beeck und in der Universitäts-Frauenklinik in Bonn. 1958 Ausbildung zur Fachärztin für Frauenkrankheiten und Geburtshilfe im St. Marienhospital in Bonn.Von 1958 bis1961 Assistenzärztin in der Universitäts-Frauenklinik Bonn. Seit 1961 eigene Praxis als Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Bonn. Weiterbildung bei der Deutschen Akademie für Akupunktur seit 1976 ( 1983 das A-, B- und C-Diplom, sowie Weiterbildung beim Deutschen Zentralverein für Homöopathie mit Erlangung der Zusatzbezeichnung „Arzt für Homöopathie“ 1983.) Im Jahr 1998 erhielt sie die Ausbildungsberechtigung für Homöopathie.
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1 siehe hierzu auch Altrock, „Gefahren durch Dentalmaterialien und Umweltnoxen“, Hüthig Verlag, Heidelberg 1997
2 siehe „Das Ende der Qualen – Wie man Allergien löschen kann“, raum&zeit Nr. 140
3 in der Europäischen Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin in München; siehe auch „ Das Ende der Qualen – Wie man Allergien löschen kann“, raum&zeit Nr. 140
4 siehe „Das Ende der Qualen – Wie man Allergien löschen kann“, raum&zeit Nr. 140