Gentechnik

 Landwirte und Verbraucher zahlen drauf

 Von Norbert Busche – raum&zeit thema Erde in Not

Über die möglichen ökologischen und gesundheitlichen Folgen Grüner Gentechnologie ist viel geschrieben worden. Gentechnologie ist jedoch auch aus ökonomischer Sicht eher von Schaden als von Nutzen. Norbert Busche zeigt die Fallstricke für Landwirte und Verbraucher. 

Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen mag in Europa nach wie vor eher unbedeutend sein, zumal die Anbaufläche 2008 um zwei Prozent sank. Weltweit ist genmanipuliertes Saatgut jedoch auf dem Vormarsch. 2007 wuchs die weltweite Anbaufläche um 12 Prozent, 2008 um 9,4 Prozent auf nunmehr 125 Millionen Hektar. In 25 Ländern werden gentechnisch veränderte Pflanzen (GV-Pflanzen) kommerziell genutzt; neu hinzugekommen sind Bolivien, Burkina Faso und Ägypten. Die Wachstumsrate in Entwicklungsländern ist drei Mal so groß wie in Industriestaaten. Seit 2007 werden in mehr Entwicklungs- als Industrieländern GV-Pflanzen angebaut. Man könnte annehmen, das läge an Ertragssteigerungen und wirtschaftlichem Nutzen. Tatsächlich gibt es wenige Studien, die sich mit wirtschaftlichen Faktoren der Grünen Gentechnologie auseinandersetzen. Die für die Genindustrie positivste dürfte aus dem Jahr 2005 und der Feder Graham Brookes, Neville Craddock und Professor Bärbel Kniel stammen. Die Autoren sagen voraus, dass zum Beispiel auf die europäische Geflügelindustrie Mehrkosten in Höhe von bis zu 129 Millionen Euro pro Jahr zukommen, wenn gentechnisch veränderte Organismen (GVO) außen vor bleiben sollen. Ähnlich sieht es bei Margarineherstellern aus: Auf 85 Millionen Euro müssten diese verzichten, wollten diese GVO-frei bleiben. Begründet wird das damit, dass vor allem GVO-freies Soja Mangelware und damit teurer würde. Zum Anderen läge es an den Kosten für die Trennung von GVO und GVO-freier Ware von der Aussaat über die Ernte, Transport, Lagerung, Verarbeitung bis zum Handel, an Zertifizierungen und der Einführung von Gütesiegeln. Der Bericht liest sich stellenweise wie eine Mahnung: V e r b ü n d e t euch mit der Gentechnologie, sonst wird es teuer. Die Autoren vergessen auch nicht, darauf hinzuweisen, dass Konsumenten am liebsten billig einkaufen. Sie vergessen allerdings darauf hinzuweisen, dass die hochgerechneten Kosten eigentlich der verursachenden Industrie in Rechnung gestellt werden müssten.

Kosten für das Saatgut

Kosten für den Anbau

Kosten für die Koexistenz

Kosten durch Schadensfälle

Quellen

Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leer.
Suchen
Schrift kleiner   Schrift wiederherstellen   Schrift größer
Seite drucken