„Quanten“ könnte glatt zum Wort des Jahres gewählt werden – zumindest, wenn man auf den Bereich in unserer Gesellschaft und Medienwelt blickt, der offen ist für ein gänzlich neues Verständnis der Prozesse des Lebens. Während sich noch vor wenigen Jahren „nur“ die Vordenker und Forscher einer neuen Physik mit den Konklusionen und Optionen der Quantentheorie befassten, interessieren sich heute immer mehr „ganz normale Menschen“ für die Welt der Quanten.
Vor allem holistisch orientierte Mediziner und Heilkundige haben die Quantenphysik für sich entdeckt – liefert sie doch Erklärungsmodelle für Prozesse im lebendigen Sein, die bislang nur intuitiv gewusst oder in der Praxis erfahren werden konnten. Der Transfer von Erkenntnissen aus der Physik in den Bereich der Medizin findet auf vielen Ebenen statt. Unter dem Begriff „Energy medicine“, zu deutsch „Energie- und Informationsmedizin“, drängen heute vorwiegend computerunterstützte Anwendungen auf den Markt, die auf quantenphysikalischer Basis Gesundheit durch Modulation des Schwingungsverhaltens in biologischen Organismen erreichen wollen und offenbar auch können. Der Mediziner Manfred Doepp thematisiert in „Energie, Information und Bewusstsein“ zentrale Begriffe für ein neues, holistisches Verständnis von Krankheit im Spiegel des Kosmos. Der praktische Arzt Andreas Diemer stellt in seinem Artikel „Die fünf Dimensionen der Heilung“ Bezüge zwischen zentralen Begriffen der Quantenphysik und den Gesetzen der Heilung her.
Doch worum geht es eigentlich bei der Quantentheorie? Da gilt es zunächst Begriffe zu klären wie (Licht-)quanten, Kohärenz, Superposition, Synchronizität oder Verschränkung und sich – sofern gewollt – darüber hinaus mit möglichen philosophisch-spirituellen Aspekten wie Bewusstsein, Geist, Glaube, Materie, Information, Energie und deren Wechselbeziehungen auseinanderzusetzen. Den Einstieg ins Themenheft „Quantenphysik und Bewusstsein“ macht unser Fachredakteur und Physiker Detlef Scholz mit seinem Beitrag „Kohärenz – ein universelles Prinzip“, ergänzt durch einen weiteren Grundlagenartikel zur Biophotonik von Fritz-Albert Popp. Um Synchronizität geht es insbesondere im „Dialog im Quantenraum“ zwischen Wolfgang Pauli und C. G. Jung, den Günter Ewald offenlegt. Und Rolf Froböse erklärt in „Quantenmechanik und das Paranormale“ Quantenverschränkung einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel heraus.
Eine Überleitung zum philosophisch-spirituell angelegten zweiten Teil des Sonderheftes bildet der Beitrag „Licht – Leben – Bewusstsein“ von Brigitte und Thomas Görnitz, in dem „Quanteninformation“ (Qubit) als gestaltendes, eher geistiges denn materielles Prinzip im Sinne einer Struktur gebenden und damit Form bildenden „Determinante“ definiert wird.
Die philosophische Dimension der Quantenphysik eröffnet Ulrich Warnke in „Wie der Geist die Materie steuert“, wenn er die Rolle des Beobachters in der Quantenrealität untersucht und deutlich macht, dass Wirklichkeit erst durch den Akt des bewussten Erkennens entsteht. Das heißt in voller Konsequenz, dass unsere ganz alltägliche Realität allein durch unsere Wahrnehmung erst generiert wird. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt Marcus Schmieke in „Die Rehabilitation des Geistes“, während Robert Gansler in „Zen und die Quantenkohärenz“ und Christian Kohl im Interview mit Detlef Scholz („Quantenphysik trifft Buddhismus“) Querverbindungen zu alten Weisheitslehren erkennen.
Den praktischen Implikationen der Quantenphysik widmen sich die Artikel im dritten Teil unseres Themenheftes. Stichworte sind hier Quanten-Computer, Spintronic, Global Consciousness und die vielversprechenden Anwendungen im für alle Menschen so bedeutungsvollen Bereich von Gesundheit und Heilung, womit wir wieder am Beginn (dieses Editorials) angelangt wären.
In diesem Sinne Herzlichst Ihre
Susanne Ehlers