Ganz praktisch und noch dazu sehr lautmalerisch begann der zweite Kongresstag: Christiane Tietze ließ die Teilnehmer erfahren, wie schnell und unmittelbar uns Klang berührt. „Klang verändert unser Fühlen, unsere Biochemie; ermöglicht einen neuen Zugang zur Welt und wie wir mit ihr umgehen.“ 2012 – mit all den Prognosen, Mythen und Möglichkeiten konfrontiere uns mit etwas Unbekanntem, Neuen. Dafür reichten die alten Werkzeuge, die alte Sicht unserer Selbst und der Welt, nicht aus. Gleichzeitig mache uns das Neue Angst, weil wir es noch nicht gut genug kennen, um uns sicher zu fühlen. Tietze empfahl daher die uralte und doch äußerst aktuelle Methode des „Heilsamen Tönens“ als hilfreichen Wegbegleiter, „denn über den Klang erreichen wir das gesamte System von Körper-Seele-Geist, können uns selbst und andere in Ein-Klang bringen. Können Pfade der Möglichkeit legen und in jenes magische Jetzt gelangen, in dem der Wandel geschehen kann.“
Der Geomant Siegfried Prumbach überraschte die Zuhörer mit seinem Gedanken: „Wir sind die Erde.“ Die derzeitige ökologische Krise sei eine spirituelle Krise. Sie sei Ausdruck einer Trennung vom Mitgefühl. Alle noch so fieberhaften Maßnahmen zur Rettung der Natur könnten nicht fruchten, denn die Erde könne sie nicht verstehen. Gesetzliche Richtlinien, lange Diskussionen, Konzepte, die Arbeitsgruppen mühsam zu ihrer Bewahrung erstellen, gingen vollkommen an ihr vorbei. Die Erde besitze keine Rezeptoren für diese kognitiven Äußerungen. Denn sie funktioniere vollkommen anders. Sie sei ein Lebewesen. Nur mit emotionaler Intelligenz könnten wir einen Dialog mit der Erde führen. Aus seiner langjährigen Praxis schilderte Prumbach konkrete Beispiele eines Erdendialoges. Am Nachmittag führte der Geomant übrigens eine Geoformance, eine geomantische Aktion mit den Teilnehmern seines Workshops, an der Isar durch.
Die Matrix-Quanten-Transformation (MQT) stellte die Seminarleiterin Dorothea J. May vor. Heilung und Bewusstsein seien nicht mehr voneinander zu trennen. „Seit der Quantenphysik haben wir eine andere Weltsicht, die uns mitteilt, dass die Wirklichkeit ein großer, geistiger Zusammenhang und unsere Welt voller Möglichkeiten ist.“ Wir lebten in einer noch viel größeren Welt, als wir gemeinhin annähmen, und wir könnten diese Welt gestalten, sagte May. „Wir erkennen, dass wir multidimensionale Wesen in Multiversen sind.“ Damit entstehe ein Raum für unerklärliche Wunder. Die physikalische Annahme, dass wir alle im Wesentlichen aus Licht und Information bestehen, ermögliche uns, uns über einen befreiten Geist und ein erweitertes Bewusstsein im Hintergrundfeld der Potenzialität einzuklinken. Dieses unendliche Feld werde auch Nullpunktfeld, Reines Gewahrsein oder Göttliche Quelle genannt. Durch Spiel, Nichts wollen und mit einem befreiten Geist öffnet sich für uns das unendliche Feld der Potenzialitäten. „Im Jetzt ist es durch die veränderten Bewusstseinsfelder Jedem möglich, heilende Prozesse bei sich und anderen zu erleben.“ Bei MQT gelte: „Es heilt" – nicht mehr „Ich heile". Dies sei ein „Geschenk der Quelle", das uns allen in diesen Zeiten des Neubeginns und der erhöhten Frequenzen zur freien Nutzung zur Verfügung steht. Es begleite uns auf unserem Weg in unsere Multidimensionalität, unsere göttliche Ganzheit und Schöpferkraft.
Der Träger des Alternativen Nobelpreises und Physikprofessor Hans-Peter Dürr fragte in seinem mit standing ovations gefeierten Vortrag: „Was ist Leben wirklich – was ist Realität?“ Er begann mit einem Zitat seines langjährigen Freundes Werner Heisenberg, der sagte: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott." Entwickelt habe sich diese neue Hinwendung der Naturwissenschaft zu früher religiösen Inhalten dadurch, dass die Physiker entdeckt hätten, dass es kleinste materielle Bausteine gar nicht gebe. Daraus habe sich eine radikal andere Weltsicht entwickelt. Aus „greifbaren Dingen“ seien „nicht-greifbare Prozesse“ geworden. Die bisherige Vorstellung der Welt als Realität müsse anders und wesentlich erweitert als eine Art Wirklichkeit gedeutet werden, „als eine nicht-auftrennbare, immaterielle, lebendige Potenzialität im ständigen Wandel“. Diese neue Weltsicht ermögliche einen Brückenschlag zwischen den Naturwissenschaften und den Religionen. „Angesichts der Vielfalt und Instabilität der augenblicklichen globalen Krisen halte ich es für wichtig, ja dringend notwendig, dass sich die vielen Kulturen und Religionen ihrer gemeinsamen Werte bewusst werden.“ Die Unterschiede sollten geachtet und zusammen geführt werden, also eine „kooperative Integration auf einer höheren Ebene – entsprechend dem Paradigma des Lebendigen“.
Dr. Hartmut Müller, der Entdecker der Global Scaling Theorie, appellierte an die Ethik, an die Werte unserer Gesellschaft. Die Menschheit stehe an einem entscheidenden Wendepunkt. Immer mehr Menschen begreifen, dass nicht der zermürbende Kampf um Ressourcen die Gesellschaft zum Fortschritt bringt, sondern Kommunikation und Kooperation. Dann ging Müller auf die Harmonie des Universums ein. In seinem bedeutendsten Werk „Weltharmonik“ habe Johannes Kepler die harmonikale Grundlagenforschung begründet. Aufbauend auf der antiken Weltharmonie der Pythagoreer entwickelte er eine harmonikale Kosmologie. Die Global Scaling Forschung setze diese Tradition fort. Harmonie sei, was die Welt im Innersten zusammenhalte. Nicht ein Urknall habe das Universum entstehen lassen, sondern die harmonischen Eigenschwingungen der Materie, die „Urmelodie“. Sie erschaffe das Universum immer wieder neu. „Diese Vorstellung ist nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch gesellschaftlich relevant. Immer mehr Menschen schätzen den Wert dieser Erkenntnis. Es ist die Geburt eines neuen, ganzheitlichen naturwissenschaftlichen Weltbildes, das die Wissenschaft und unsere Gesellschaft reformieren kann.“
Die Einheit von Geist und Materie erläuterte der Physiker Dr. Michael König mit anschaulichen physikalischen Modellvorstellungen. Er spannte dabei einen Bogen von den Elementarteilchen bis hin zu biologischen Organismen. Dabei wurden die Wirkmechanismen des Lebens – evolutionäre Prozesse und Bewusstseinsbildung – erkennbar. „Diese Erkenntnisse lieferten entscheidende Impulse zur Entwicklung einer ganzheitlichen Quantenmedizin, mit deren Hilfe die Menschen des 21. Jahrhunderts Heilung finden.“ Darüber hinaus gerate das spirituelle Potenzial des Menschen in den Fokus naturwissenschaftlicher Betrachtung, wie Michael König anhand eigener Forschungsergebnisse zeigte. Die Struktur der menschlichen Seele lasse sich ebenso physikalisch beschreiben wie die prinzipielle Möglichkeit der physischen Unsterblichkeit. Die moderne Quantenphysik werde damit auch zur Brücke zwischen Naturwissenschaft, Theologie und Weisheitslehren.
Den Abschluss des zweiten Tages und damit auch des gesamten Kongresses bestritt das Schweizer Medium Pascal Voggenhuber. Der sympathische und quirlige junge Mann erzählte von seiner Arbeit als Medium. Er schilderte anschaulich und unterhaltsam, wie es ihm möglich sei, mit Verstorbenen in Kontakt zu treten und dass er stets Wert darauf lege, dass die Ergebnisse seiner Kommunikation mit der geistigen Welt überprüfbar seien. Voggenhuber gab zum Schluss noch ein Bonmot zum Besten: „Ich habe keine Angst vor 2012, weil ich mit Terminen für private Beratungen schon bis 2013 ausgebucht bin.“
Und so endete dieser prall gefüllte Kongress in einer leichten, beschwingten Stimmung. Der lang anhaltende Applaus zeigte, dass die Teilnehmer allesamt auf ihre Kosten gekommen waren und erfüllt mit neuem Wissen nach Hause fuhren.
Zwei Tage lang beleuchteten Experten aus den verschiedensten Wissen-
schaftsdisziplinen auf dem raum&zeit-Kongress in München die von vielen erwartete Zeitenwende 2012. Sie gaben Antworten auf die Frage,
was der Erde und den Menschen möglicherweise bevorsteht.
Die Teilnehmer waren fasziniert und begeistert. Für alle, die dieses beein-
druckende Ereignis verpasst haben, hier eine kurze Zusammenfassung.