Kolumne: Walter-Ulbricht-Preis für Erdogan!

Diesen Artikel teilen:  
© eyeretina – Fotolia.com

Schade, dass es ihn nicht gibt! Jemand wie ich, der über vierzig Jahre zwar im Westen, aber in der direkten Einstrahlung der DDR-Doktrin gelebt hat, wünscht sich so etwas. Walter Ulbricht war so lange Jahre Kopf der „Demokratischen“ Deutschen Republik, dass ich ihn als Synony...
Weiter lesen

Kolumne: Walter-Ulbricht-Preis für Erdogan!
raum&zeit-Kolumne von Manfred Jelinski

Schade, dass es ihn nicht gibt! Jemand wie ich, der über vierzig Jahre zwar im Westen, aber in der direkten Einstrahlung der DDR-Doktrin gelebt hat, wünscht sich so etwas. Walter Ulbricht war so lange Jahre Kopf der „Demokratischen“ Deutschen Republik, dass ich ihn als Synonym für irres Politgeschwurbel abgespeichert habe. In meiner Jugend, und natürlich als gradliniger Schütze, war es mir immer ein Rätsel, wie man sich genau das Gegenteil zu den real existierenden Tatsachen als Erfolg oder gesellschaftliches Ziel in die Tasche lügen konnte. In der Schule lernte ich die Begriffe Doktrin, Dogma und Dialektik kennen, da wurde schon einiges klarer. Im Westen gab es das ja auch: das Schönreden. Und das Unterschlagen missliebiger Fakten. Was für mich aber den Unterschied machte, war der Begriff der Republikflucht. Wer die DDR verlassen wollte, konnte erschossen werden. Ins Gefängnis kam man da sowieso.
Dagegen sagte man bei uns im Westen gern: „Dann geh doch in den Osten!“ Und einige machten das auch, zumindest als Besucher. Ich persönlich fand es dort immer gruselig, wie leer die Straßen waren, weil jede Begegnung von mehr als drei Personen schon als konspirative Staatsgefährdung verstanden wurde. Deshalb war es dort auch ein Unding, dass in der Presse oder von den anderen politischen Parteien etwas gesagt wurde, was der Meinung der Republikführung widersprach. Es gab einige für ihre Art der Unterbringung und für ihre Geständnisfindungsmethoden sehr berüchtigte Gefängnisse.
Wenn nun Erdogan sich auch so um seine Bevölkerung „kümmert“, finde ich, sollte man den Preis unbedingt einrichten, schon um ihn auch einmal auszuzeichnen. Der Mann kriegt ja von uns überhaupt keine Anerkennung mehr, und dabei lechzt er doch so danach, von allen geliebt zu werden! Und eine Mauer gebaut hat er auch. So wie damals Walter Ulbricht.
Solch einen Preis können wir verständlicherweise nicht anderen überlassen! Wer, wenn nicht Deutschland, das Heimatland der Demagogie und Faktenverdrehung, wäre berufen genug, diesen Preis zu vergeben?
Man könnte natürlich auch einen Adolf-Hitler-Preis ausloben. Natürlich nicht als Deutscher, bewahre! Das wäre politisch sehr unkorrekt, um es mal so zu sagen, falls Ihnen dieser Begriff nicht schon Oberkante Unterlippe steht. Aber die Amerikaner sind so frei, wie man inzwischen bei Youtube sehen kann. Und sie finden selbst nur einen einzigen Kandidaten: ihren eigenen Präsidenten. Die überseeischen Gesellschaftsbeobachter haben Youtube mit Vergleichen gefüttert, wie Trump die Reden unseres „größten Feldherrn aller Zeiten“ adaptiert hat! Das sollten Sie sich mal ansehen, die Liste der Videos dazu nimmt gar kein Ende mehr.
https://www.youtube.com/watch?v=3bEVI5Kls_A
Übrigens: Ist Ihnen schon aufgefallen, dass man heutzutage sogar in Deutschland den gewählten Vertreter unseres geliebten Sieger- und Freundeslandes schon ungestraft mit allem Möglichen vergleichen kann? Mann kann ihn sogar einen Irren nennen – im öffentlich-rechtlichen Rundfunk bereits passiert!
Da ist es doch wahrlich nicht weit bis zu einem Ziegenficker-Gedicht, denkt man sich im Stillen. Und hat eine klammheimliche Besorgnis um die Weltlage, würde ich mal formulieren.
Na gut, wenn Trump jetzt schon so geehrt wird, könnte man ja noch ein Jahr warten, bis man ihn mit dem Walter-Ulbricht-Preis für seine mexikanischen Heils-Einsätze auszeichnen kann.
https://www.youtube.com/watch?v=Q__bSi5rBlw
Wer einwendet, der Kandidaten-Nachschub würde nach diesen beiden Max und Moritzen nun versiegen, dem möchte ich entgegenhalten, dass hier schon andere Bedürftige auf dem Weg sind.
Zum Beispiel Netanjahu, der ja auch eine Mauer nach Palästina baut.
https://www.msn.com/de-de/gesundheit/kraft/netanjahu-zubesuch-bei-trump-zu-mauern-und-sicherheit/vp-AAmTuzk
Oder Theresa May, die jetzt den Briten den Brexit verkaufen muss. Da dürfte auch jede Tatsachenanpassung an das Traumziel nötig sein. Zum Glück hat sie schon einen Burggraben, da braucht sie keine Mauer mehr.
Und im Hintergrund grinst Putin, der nun endgültig aus der Diskussion ist, weil er einfach nicht genug für diesen Preis tut.

Artikel "Kolumne: Walter-Ulbricht-Preis für Erdogan!" online lesen

Klicken Sie auf folgenden Link um den Artikel online zu lesen:

Artikel online lesen
© 2017 by Ehlers Verlag GmbH raum&zeit bei
zur Startseite