Zurück zur Natur – effektive Hilfe bei Diabetes

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Diabetes ist eine Volkskrankheit, die relativ einfach verhütet und auch schnell gelindert oder sogar geheilt werden kann. Leider behandelt die Schulmedizin Diabetiker nur symptomatisch, weshalb die Erfolge dort ausbleiben. Das Wichtigste auf dem Weg zurück zur Gesundheit ist eine Ern&aum...
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Zurück zur Natur – effektive Hilfe bei Diabetes
Von Joachim Mutter, Konstanz – raum&zeit Newsletter 187/2014

Diabetes ist eine Volkskrankheit, die relativ einfach verhütet und auch schnell gelindert oder sogar geheilt werden kann. Leider behandelt die Schulmedizin Diabetiker nur symptomatisch, weshalb die Erfolge dort ausbleiben. Das Wichtigste auf dem Weg zurück zur Gesundheit ist eine Ernährung, die den Körper von seinen Kämpfen mit dem Blutzucker erlöst, die ihn zur Ruhe bringt und wirklich nährt.

Weltweit dürfte es 300 Millionen Zuckerkranke geben. In den USA haben schon vier Prozent aller übergewichtigen Kinder Altersdiabetes (Typ 2-Diabetes). In Deutschland leiden 20 Millionen unter Insulinresistenz, einer Vorstufe der Zuckerkrankheit, und 6-10 Millionen unter Diabetes.

Wofür wir Zucker brauchen

In unserem Blut muss immer eine bestimmte Menge an Blutzucker anwesend sein. Denn Blutzucker gibt uns in Notfallsituationen sofort viel Energie, zum Beispiel beim Flüchten vor einem Wolf oder im Kampf. Diese extrem schnelle Energiefreisetzung kann durch die relativ langwierige Fettverbrennung nicht stattfinden. Außerdem sind insbesondere Nervenzellen auf Zucker angewiesen. Sie brauchen Zucker und viel Sauerstoff, um ihren hohen Energieverbrauch decken und extrem schnell auf Reize reagieren zu können.
Allerdings haben Nervenzellen – ebenso wie alle anderen Körperzellen – auch die Möglichkeit, Energie durch die Verbrennung von Ketonkörpern zu erzeugen. Beim Fasten oder bei kohlenhydratarmer Ernährung können Nervenzellen 75 Prozent ihrer Energie auf diese Weise gewinnen. In diesem Fall und nur dann stellt die Leber Ketonkörper aus Fett her und schickt sie über das Blut zu den Nerven. Ketonkörper haben noch einen Vorteil. Sie werden sogar insulinunabhängig in die Nervenzellen und das Gehirn geschleust. Das wird bei der Behandlung von neurologischen und psychischen Krankheiten genutzt. Und das bisschen Zucker, was das Gehirn noch braucht (25 Prozent der Energieerzeugung) wird locker aus dem Fett- und Eiweißabbau (pro Tag etwa 10–20 Gramm) bereitgestellt. Bei einem Gesunden wird daher auch ein längeres völliges Fasten den Blutzucker nicht kritisch abfallen lassen.

Gefährlicher Unterzucker

Wenn der Blutzuckerwert unter 50 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) absinkt, fallen als erstes die Nervenfunktionen aus. Bei sehr gesunden Menschen wird es erst unter 30 mg pro dl Blut kritisch, heutzutage sind aber viele Menschen schon am Limit, wenn der Wert unter 80 mg/dl absinkt. Der Unterzucker macht sich in folgenden Beschwerden erkennbar: Heißhunger, Unruhe, beschleunigter Puls, Zittern, Bluthochdruck, Reizbarkeit, Verwirrtheit, Konzentrationsschwäche, Doppelbilder, Müdigkeit, Schwitzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche. Schließlich kann er zur Bewusstlosigkeit führen und sogar zum Tod, wenn das Gehirn seine Funktion einstellt. Deshalb hat die Natur dafür gesorgt, dass der Blutzuckerwert sich in einem engen optimalen Bereich zwischen 50–95 mg/dl bewegt (im Nüchternzustand, gemessen im Kapillarblut). Durch das Hormon Glucagon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird, wird der Körper bei gefährlichem Unterzucker dazu gezwungen, alles Mögliche zu tun, um Zucker in das Blut zu schaufeln. Denn einige Organe können aus den gespeicherten Kohlenhydraten (Glykogen), Fetten (Glyzerin aus Triglyceriden) und Eiweiß selbst Zucker produzieren und an das Blut abgeben. Glucagon regt dafür den Abbau von Fettreserven, Eiweißreserven (Muskel) und Glykogen an. So verhütet der Körper den sicheren Tod durch zu wenig Blutzucker.

Hoher Blutzucker tötet langsam

Auch zu hohe Blutzuckerwerte sind für den Körper schädlich, aber nicht sofort lebensgefährlich – sie töten langsam. Davon sind in Deutschland viele betroffen. Denn zu hoher Blutzucker bildet mit körpereigenen Strukturen eine feste, unlösliche Verbindung, die auch noch giftig ist, so genannte Advanced Gycation Endproducts (AGE). Diese zerstört langsam aber sicher die Blutgefäße, Nervenzellen, Blutzellen, Nierenzellen. AGE sind auch krebserregend, denn sie verursachen freie Radikale und Entzündungen.
Alle Kohlenhydrate, auch Brot, wird im Körper zu Zucker. Bei einer typisch deutschen Mahlzeit, die eben Kohlenhydrate enthält, steigt der Blutzucker immer an. In Zivilisationsländern darf er das bis auf 140 Milligramm pro Deziliter (mg/dl), was aber schon nicht natürlich ist. Eigentlich würde der Blutzucker nach der Mahlzeit noch mehr ansteigen, wenn nicht der (gesunde) Körper das Ansteigen verhindern würde. Dafür sorgen seine spezielle Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die Beta-Zellen der Langerhans’schen Inseln. Sie produzieren das Hormon Insulin und geben es bei hohen Blutzuckerwerten ins Blut ab. Insulin ist für die Körperzellen lebenswichtig. Denn ohne Insulin können sie keinen Zucker aufnehmen. Nur Insulin kann die kleinen Türchen in der Zellwand öffnen, die den Zucker hereinlassen. Es ist der „Sesam öffne Dich“-Schalter für Zucker. Wenn also die Körperzellen ihre Zuckertürchen durch Insulin aufgemacht haben und Zucker in die Zellen strömt, dann sinkt logischerweise der Blutzucker wieder ab. Die Zellen schwellen durch die Zuckeraufnahme übrigens an wie ein Hefekuchen.

Zuviel Zucker in der Zelle

Was machen Zellen mit Zucker?
Sie erzeugen daraus erst mal Energie (in Form von ATP) für sich selbst und schalten zum Leidwesen von 60 Prozent der Deutschen die Fettverbrennung ab. Denn Zuckerverbrennung ist viel einfacher und bequemer für die Zellen. Haben die Zellen dann aber immer noch zu viel Zucker übrig, dann legen sie folgende Vorräte an:
1. Sie backen die Zuckermoleküle in schönen Ketten aneinander und verpacken das Ganze dicht zusammen. Das nennt sich Glykogen (Speicherzucker). Der wird für magere Zeiten aufbewahrt. Glykogen können vor allem die Leber und die Muskeln bauen. Ein Sportler kann bis zu 500 Gramm Zucker in Form von Glykogen speichern, Untrainierte 200–300 Gramm. Diese Glykogenvorräte reichen beim Marathon etwa 1,5–2 Stunden.
2. Ist immer noch überschüssiger Zucker in den Zellen, dann bauen sie daraus Fett. Aus Zucker (Kohlenhydrate) wird Fett.
3. Ist immer noch Zucker übrig, was bei Dicken und Zuckerkranken meist der Fall ist, dann passiert was Dummes: Der Zucker wird irreversibel, also unumkehrbar, zu dem Zuckeralkohol Sorbitol umgewandelt. Das ist deswegen schlimm, weil dabei das wichtige Redoxmittel NADPH verbraucht wird. Und bei niedrigem NADPH kann zum Beispiel aus Arginin kein Stickoxid (NO) gebildet werden. NO ist aber wichtig für die Entspannung der Blutgefäße, für einen niedrigen Blutdruck, für einen guten Blutfluss, auch zu den Sexualorganen. Das Sorbitol (Sorbit) reichert sich in den Zellen an. Dabei verliert die Zelle lebenswichtiges Glutathion, Kalium, Vitamin C, Magnesium und energiereiches myo-Inositol. Der Diabetiker bekommt nun geschädigte Nerven, Durchblutungsstörungen (Mikroangiopathie) und eine Linsentrübung (grauer Star).
4. Durch Überzucker wird auch noch die Delta-6-Desaturase gehemmt. Die stellt normalerweise aus nativen Omega-6-Fettsäuren die lebenswichtige Gamma-Linolensäure her. Die wäre allerdings nötig, um Entzündungen zu hemmen, um die Nervenfunktion zu erhalten, um Allergien zu hemmen, um die Durchblutung zu fördern. Hier überall hat der Zuckerkranke ein Defizit.

Selbstschutz Insulinresistenz (Vor-Diabetes)

Wenn der Blutzucker immer wieder oder dauernd hoch ist, dann sind die Zellen bald mit Zucker gestopft voll. Aus Selbstschutz werden die Zuckertüren mit Brettern zugenagelt. Heißt, wegen Überfüllung geschlossen. Wenn nun wieder Insulin anklopft und einen neuen Schwall Zucker hereinlotsen will, bleiben die vernagelten Türen zu.
Das nennt sich Insulinresistenz. Übrigens, die Zuckertürchen werden auch durch Gifte und tierische Fett vernagelt, aber auch durch Palmfett und Kakaofett. Insulinresistenz haben 25 Prozent aller Deutschen, eigentlich alle Übergewichtigen (das sind 60 Prozent der Deutschen). Insulinresistenz ist im Trend. Betroffene haben Nüchternblutzuckerwerte von 95–110 mg/dl (Venenblut 100–125) und Essblutzuckerwerte zwischen 120 bis 180 (kapilläres Vollblut, bei venösen Blut von 140 bis 200 mg/dl). Der Nüchternblutzucker (acht Stunden nüchtern) ist der entscheidende Test. Er ist genauso aussagekräftig wie der orale Glukose Toleranz Test (OGT).

Noch mehr Insulin für die Zuckertür

Jetzt steigt der Blutzuckerspiegel höher und höher, da der Zucker mit normalen Insulinspiegeln nicht in die Zellen gelangen kann (auch nicht ins Hirn). Die Bauchspeicheldrüse merkt das und schüttet als Gegenreaktion mehr Insulin aus. Jetzt ist mehr Insulin im Blut. Und die Übermacht an Insulin schafft es nun tatsächlich, einige vernagelte Zuckertüren aufzubrechen und Zucker in die Zellen hereinströmen zu lassen.
Die Zellen ächzen vor lauter Zucker und machen wohl oder übel noch mehr Fett und Sorbitol daraus. Das Fettgewebe wiederum bildet selbst noch üble Hormone, wie das Resistin, das die Insulinresistenz weiter verschärft. Menschen mit zu viel Insulin sind deshalb oft übergewichtig. Und Fett baut das männliche Hormon Testosteron zu weiblichen Hormonen ab. Die Folge: Der Mann verliert Muskeln, bekommt morsche Knochen, die Brust wird größer.
Ein Übermaß an Insulin lässt nicht nur das Fett wachsen und im Fettgewebe einsperren. Hohe Insulinwerte lassen den Körper auch früher altern. Insulin hemmt die Ausschüttung des Wachstumshormons HGH (Human Growth Hormon). HGH ist aber das Haupthormon, welches Körperfett schmelzen und Muskeln wachsen lassen würde. Und jung machen würde. Optimal wäre es, so wenig Insulin im Blut zu haben wie irgend nur möglich. Nämlich nur soviel, wie unsere Vorfahren oder unsere nächsten verwandten Wildtiere aufweisen. Dies ist erreichbar entweder mit einer kohlehydratarmen Kost oder einer weitgehenden Rohkostdiät. Bewegung und das im Sonnenlicht enthaltene UV-B-Licht reduziert den Blutzuckerwert ähnlich.

Der Weg zur Diabetes

Wann ist man zuckerkrank?
Das Ganze schaukelt sich nach Jahren immer weiter hoch bis der Nüchternblutzucker im kapillären Vollblut über 110mg/dl liegt und zwei Stunden nach einer Mahlzeit über 180 mg/dl. Ab diesen Blutzuckerwerten erscheint auch Zucker im Urin. Diabetes mellitus heißt ja übersetzt, „honigsüßer Durchfluss“. Und wenn Zucker im Urin erscheint, dann wird auch zu viel Wasser ausgeschieden. Der Diabetiker bekommt Durst.
Folgende Messwerte können jedem Aufschluss über seinen Zustand bezüglich Diabetes geben: Die Insulinresistenz lässt sich mit dem Prä-Insulin-Test messen. Damit wird die Vorstufe von Insulin gemessen. Je mehr davon produziert wird, desto höher ist der Pro-Insulin-Wert. Unter 11 Pikomol pro Liter (pmol/l) ist es noch O.K. Auch die Messung von C-Peptid, ein Bruchstück von Prä-Insulin, lässt sich messen. Wenn die Werte zu hoch sind, liegt Insulinresistenz oder Diabetes vor.
Auch der Glycohämoglobin-Wert gibt eine gute Abschätzung. Das ist der prozentuale Anteil des roten Blutfarbstoffes, der im Körper mit Blutzucker karamellisiert wurde, das Blutzuckergedächtnis. Der Mittelwert des Blutzuckers in den letzten drei Monaten sollte um oder unter 5,0 Prozent sein. Über sechs Prozent ist zu viel.

Diabetes Typ 1 und 2

Die meisten Diabetiker, etwa 95 Prozent, leiden unter dem Typ 2 Diabetes, früher auch Altersdiabetes genannt, weil da nur alte Menschen an ihm erkrankt sind. Heute bekommen ihn auch immer mehr Kinder. Bei Typ 2 Diabetes gibt es zuerst eine Insulinresistenz, es wird dabei immer mehr Insulin ausgeschüttet. Irgendwann kann die Bauchspeicheldrüse nicht mehr und stellt die Insulinproduktion langsam ein. Die Folge: Langsame Zerstörung der Beta-Zellen und Insulinmangel. Die Bauchspeicheldrüse ist auch eine Giftdeponie. Wenn viel Gifte, zum Beispiel Quecksilber, Blei oder Arsen gespeichert sind, wird weniger Insulin produziert.
Etwa fünf Prozent aller Zuckerkranken haben den Typ 1 Diabetes. Das waren früher eher Kinder und Jugendliche, mittlerweile auch immer mehr Erwachsene. Hier werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört.
Warum geht die Bauchspeicheldrüse bei Typ 1 Diabetes kaputt? Das eigene Immunsystem zerstört die Insulinzellen. Es ist eine Autoimmunerkrankung. Hauptursachen für Autoimmunerkrankungen sind Quecksilber (Aus Amalgam, auch der Mutter, Fisch, Impfungen), Gold, Aluminium (in Impfungen), Vitalstoffmängel (besonders Vitamin D). Nicht Stillen und die Gabe von Kuhmilch und glutenhaltigen Getreiden erhöht das Typ 1 Diabetes-Risiko für Kinder drastisch. Es gibt eine genetische Empfindlichkeit dafür. Studien an Tieren über mehrere Generationen zeigen: Wenn die Eltern fehlernährt wurden, dann bekommen deren Kinder öfter Typ I Diabetes.
Beim Typ I Diabetiker gibt es also zu wenig oder kein Insulin. Das ist gefährlich, denn die Körperzellen bekommen dann keinen Zucker mehr. Und sie sind oft nicht in der Lage, Fett oder Ketonkörper zu verbrennen. Die Zellen haben Zuckermangel, aber der Zucker im Blut ist zu hoch. Das Gehirn kann bei ihnen ohne Zucker nicht arbeiten, also wird der arme Diabetiker bewusstlos. Sein Körper versucht, wie beim Fasten, Fett und Eiweiß abzubauen, es steigen die Ketonkörper im Blut an. Das Gehirn kann diese aber nicht verwerten. Es kommt zu einer Übersäuerung, da der Körper die Ketonkörper noch nicht gut verwerten kann und er meist vorher durch schlechte Ernährung schon übersäuert ist. Deswegen sind Typ I Diabetiker meist mager oder dünn. Die Rettung ist hier die Gabe von Insulin. Typ I Diabetiker müssen ihr Leben lang bei jeder Mahlzeit Insulin spritzen. Aber es gibt Positives: Wenn das Programm hier befolgt wird (Ernährung und Sport), dann ist der Insulinbedarf viel geringer oder sogar gar nicht mehr nötig – wenn noch ein paar Restzellen vorhanden sind. Und noch ein Vorteil dieser Therapie: Die Spätschäden werden verzögert oder verhindert.

Folgeschäden von Diabetes

1. Der hohe Blutzucker verursacht schnell Blutgefäßschäden, sprich Arteriosklerose. Deshalb sterben statistisch gesehen 55 Prozent aller Diabetiker zu früh an Herzinfarkt. Und oft spüren sie dabei keinen typischen Herzinfarktschmerz in der Brust, da die Schmerznerven durch den Diabetes auch geschädigt sind (stummer Herzinfarkt).
2. Das Schlaganfallrisiko ist erhöht. Daran sterben viele.
3. Die Beine und Arme werden nicht mehr gut durchblutet. Das kann bis zum Absterben führen (schwarze Zehen oder Füße). Dann kommt die Amputation.
4. Blindheit. Diabetes ist häufigste Ursache für Blindheit (30 Prozent Anteil in Europa). Die Netzhaut wird durch AGE zerstört. 95 Prozent aller Typ I Diabetiker und 25 Prozent aller Typ II haben das nach 15 Jahren
5. Die Niere verabschiedet sich. 75 Prozent aller Typ I Diabetiker und 25 Prozent aller Typ II Diabetiker haben nach 20 Jahren eine terminale Niereninssuffinzienz. Das heißt, sie brauchen eine künstliche Niere (Dialyse) oder eine echte (Transplantation). 50 Prozent aller Dialysepatienten in Europa und den USA sind Diabetiker.
6. Die Nerven werden geschädigt. Sie können nicht mehr richtig funktionieren, leiten den Schmerz nicht mehr weiter, was auch das autonome Nervensystem betrifft. Die Hälfte aller Diabetiker erleben dies nach 10 Jahren. Sie spüren zum Beispiel ihre Füße nicht mehr. Es kommt zum diabetischen Fußsyndrom immerhin bei 25 Prozent aller älteren Zuckerkranken.
7. Der Herzmuskel wird schwach (Diabetische Kardiomyoptahie).
8. Die Anfälligkeit für Infekte wächst, weil das Abwehrsystem schwach ist.
9. Die Blutfettwerte steigen.
10. Es kommt zu einer Fettleber.
11. Das Krebsrisko ist erhöht.
12. Ein Prozent aller Diabetiker sterben im diabetischen Koma (Hyperglykämisches Koma) durch ein Übermaß an Zucker im Blut. Bei Typ 1 ist zusätzlich noch eine extreme, lebensgefährliche Übersäuerung vorhanden (Ketoazidotisches Koma).
13. Ein Koma durch zu wenig Blutzucker entsteht, wenn Mahlzeiten ausgelassen werden oder zuviel Insulin oder Medikamente genommen wurden. Dieses ist auch lebensgefährlich. Manche Diabetiker sind auch an hohe Blutzuckerwerte gewöhnt. Wenn nun der Blutzucker in „normale“ Bereiche gesenkt wird (zum Beispiel auf 120 mg/dl), dann ist das für den hochzuckergewöhnten Diabetiker zuwenig und er wird wegen relativen Unterzuckers bewusstlos.

Ursachen und Therapie nach schulmedizinischer Lehre

Die Definition von Diabetes steht in einem Lehrbuch der gesamten Inneren Medizin (Herold 2010): „Der Diabetes mellitus ist meist eine erbliche chronische Stoffwechselerkrankung, die auf einem absoluten oder relativen Mangel an Insulin beruht ...“
Die Schulmedizin verordnet folgende klassische Therapie:
1. Diät: 50–60 Prozent Kohlenhydrate, 10–15 Prozent Eiweiß, 30 Prozent Fett der Gesamtkalorien. Die Mengen müssen abgewogen werden und nach Broteinheiten berechnet werden. Es kann so auch Weißbrot, Zwieback, Kuchen etc. gegessen werden, sofern die BE eingehalten werden.
Diese Kost enthält zu viel Kohlenhydrate, macht die Vitalstoffmängel bei Diabetikern noch schlimmer, macht also krank und erzeugt Diabetes, wie im Tierversuch nachgewiesen. Der Kohlenhydratanteil ist sogar so hoch, dass auch Gesunde damit in 13 Jahren ein 3-fach erhöhtes Sterberisiko haben (American Journal of Clinical Nutrition 2010; 92:634).
2. Gewichtsabbau (funktioniert oft nicht)
3. Sport
4. Medikamente: Insulinlockmittel, Insulinverstärker.
Diese Medikamente haben Nebenwirkungen und verstärken die Vitalstoffmängel. Beispielsweise hemmt das am meisten verschriebene Metformin die Aufnahme von Vitamin B12.
Auch Insulin wird gegeben. Meist zuviel, was wiederum zu Fetteinlagerungen führt.

Wirkliche Ursachen

Nur zwei Prozent haben genetische Ursachen, 98 Prozent sind durch Fehl -, Mangelernährung, Umweltgifte und Sonnenmangel ausgelöst. Bewegungsmangel spielt auch eine Rolle, die Ernährung aber eine mindestens fünf mal wichtigere. Ein Mangel an Vitaminen (D, B, E), Spurenelementen (Selen, Chrom, Zink, Molybdän), Mineralstoffen (Magnesium, Kalium, Kalzium), Aminosäuren (Cystein, Methionin, Lysin), lebenswichtigen Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren) und Ballaststoffen und Vitaminoiden (Q10, Carnitin, Liponsäure, Gluathion) ist bei Diabetikern
immer vorhanden.
Das Diabetes-Risiko wird durch drei Gramm Transfettsäuren pro Tag um 40 Prozent erhöht – in einer Tüte Pommes sind schon drei Gramm enthalten. Transfettsäuren entstehen, wenn Pflanzenöle erhitzt werden. Sie sind in Chips, Ernussflips, Kuchen, Brot, Plätzchen, Keksen, Crackern, Müsli, Cornflakes, Crunchy, Brotaufstrichen, erhitzten Nüssen, gerösteten Leinsamen und Sonnenblumenkernen enthalten. Der Diabetiker sollte nur kalt gepresste Öle verwenden, insbesondere Leinöl, das reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Zum Erhitzen eignet sich an Pflanzenölen nur etxra virgin Kokosöl.
Auch eine Belastung mit Schwermetallen kann die Entstehung von Diabetes begünstigen. Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen, Dioxin oder Bisphenyl-A können in der Bauchspeicheldrüse zu Insulinresistenz und Beeinträchtigung der Insulinproduktion führen.
Effektive Therapie für alle Diabetiker
Die im folgenden vorgestellte Therapie funktioniert bei allen Diabetes-Typen, egal wie fortgeschritten sie sind, auch bei Schwangerschaftsdiabetes. Typ 2-Diabetiker können, wenn die Therapie genau eingehalten wird, in der Regel bald auf Insulin und Diabetesmedikamente verzichten. Achtung: Der Zuckerstoffwechsel wird sich bald und oft drastisch verbessern. Es muss eine enge Dosisanpassung der Diabetes-Medikamente vorgenommen werden, denn wenn sie nicht parallel reduziert werden, kommt es zu Unterzuckerzuständen bis hin zu hypoglykämischem Koma.
Bei Typ 1 Diabetes ist eine Heilung nicht möglich, wenn über 80 Prozent der Beta-Zellen zerstört sind. Die Therapie vermindert aber den Autoimmunprozess, gemessen an Antikörpern gegen Inselzellen, Glutamatdecarboxylase, Tyrosinphosphatase2 und Insulin, und rettet somit Restgewebe. Zusätzlich verzögert oder verhindert sie Spätschäden. Auch der Insulinbedarf wird deutlich gesenkt. Denn die Insulinansprechbarkeit des Körpers erhöht sich massiv, das heißt, die vernagelten Zuckertüren werden entriegelt. So wird weniger Insulin gebraucht, um den Blutzucker in die Zellen zu bringen. Manche können sogar ganz auf Insulin verzichten.

Ernährung – besser vegetarisch und roh

Zu empfehlen ist eine rein pflanzliche Frischkost. Rohe Salate, rohes Gemüse (oberhalb der Erde gewachsen) und Wildkräuter können in unbegrenzter Menge und ohne BE-Anrechnung verzehrt werden. Nur bei Wurzelgemüsen sollte ein wenig aufgepasst werden, da diese relativ viel Stärke enthalten. In roher Form dürfen Wurzeln, zum Beispiel Karotten, allerdings in deutlich größerer Menge gegessen werden als in erhitzter. Auch wenn oberirdisch gewachsenes Gemüse erhitzt wird, muss dessen Verzehr von Diabetikern eingeschränkt werden und als BE angerechnet werden. Warum ist das so? Der Kohlehydratanteil der erhitzten und rohen Nahrung bleibt zwar gleich, ein gekochter Kohl oder eine gekochte Karotte erhält aber einen höheren Anteil an schnell aufnehmbarem (resorbierbarem) Zucker. Durch Erhitzung werden die nur langsam aufnehmbaren Kohlenhydrate in der Nahrung zu schnell aufnehmbaren Zuckerarten (Dextrinierung) umgewandelt. Deshalb schmecken Karotten oder Kartoffeln in gekochter oder gebackener Form süßer als in roher, gekochter Reis süßer als roher Reis und gebackenes Brot süßer als roher Teig. Der schneller vom Körper aufgenommene Zucker führt zu einem stärkeren Blutzuckeranstieg und die Bauchspeicheldrüse schüttet mehr Insulin aus. Beim Essen von rohen Blättern dagegen setzt sie fast kein Insulin frei.
Bei erhitzten Nahrungsmitteln gilt also immer die BETabelle, ebenso bei Früchten und Getreide. Laut herkömmlicher Therapie dürfen pro Tag bei mittlerer körperlicher Belastung meist nur etwa 8–12 BE verzehrt werden. Einer Broteinheit entsprechen 10–12 Gramm Kohlenhydrate oder die angegebenen Mengen der folgenden Lebensmitteln:
• 12 g Fabrikzucker (Sacharose)
• 15 g Reis, Mehl, Haferflocken, Nudeln, Kartoffelpulver, Cornflakes, Salzstangen, Cräcker
• 20 g Trockenobst
• 0,1 l Apfelsaft. Birnensaft, Orangensaft
• 25 g Auszugsmehlbrot (½ Brot), Chips, Erdnussflips
• 30 g Vollkornbrot (½ Brot)
• 35 g Pommes Frittes
• 65 g erhitzte Kartoffeln
• 70 g Weintrauben, Mirabellen, Bananen, roher Mais
• 90 g Apfel, Kirschen, Pflaumen
• 100 g Nektarinen
• 100 g gekochte Erbsen, Zwiebeln, Lauch, Sellerie, Artischocken
• 120 g gekochte Möhren
• 140 g Orangen, Blau-, Brom-, Heidelbeeren,- Johannisbeeren
• 200 g Vollmilch, Buttermilch, Naturjoghurt, Kefir, Dickmilch
• 250 g gekochte grüne Bohnen, Kohl
• 330 g Süßrahm
• 400 g Salat oder Spinat oder Grapefruit
Es ist außerdem günstig, auf Zwischenmahlzeiten zu verzichten. Die braucht es bei einer wirkstoffreichen Ernährung auch nicht, da durch sie der Blutzuckerspiegel längere Zeit konstant gehalten wird und die Energieversorgung des Körpers durch die bessere Fettverbrennung stattfindet. Dies gilt auch für Typ 1.
Blutzuckersenkende Wirkungen haben Heidelbeerblätter, Hafergraspulver, Löwenzahnblätter und Blüte, Bärlauch und Zimt.

Nahrungsergänzungsmittel – gezielte Unterstützung für den Stoffwechsel

An Nahrungsergänzungsmitteln sind zu empfehlen:
• Magnesium 600–1800 mg zur Nacht: erhöht den Fettverbrauch, senkt Blutzucker, senkt Laktat, senkt Blutfette, senkt Blutdruck, fördert gesunden Schlaf, senkt Depressionen, erhöht die Insulinproduktion, verhindert Nierenschäden.
Magnesiummangel begünstigt Netzhautschäden und Linsentrübungen.
• Vitamin D: senkt bewiesener Maßen den Blutzucker
• Antioxidantien Vitamin C, A, E, Selen, Glutathion: verhindern Schäden durch hohen Blutzucker. Alleine Vitamin C (2g) reduziert die Sorbitol-Bildung um 56 Prozent. Vitamin C senkt Glykohämoglobin-Wert (HbA1c), der Rückschluss auf Blutzucker der letzten Wochen erlaubt und Blutfette. Vitamin E reduziert HbA1c. Antioxidantien verhüten Netzhautschäden, Linsentrübung und Abbau im Gehirn.
• B-Vitamine: verhindern Blutgefäßschäden und Bluthochdruck, schützen die Nerven. B1, insbesondere Benfothiamin, verhindert die Bildung von giftigen Advanced Gycation Endproducts (AGE)
• alpha-Liponsäure: unterstützt die Mitochondrien, reduziert die AGE Bildung, bessert Nervenschäden, wirkt Nierenschäden entgegen.
• Zink: Der Diabetiker scheidet vermehrt Zink über die Niere aus. Nimmt er noch ACE Hemmer ein, verliert er zusätzlich Zink. Ohne Zink kann kein Insulin produziert werden und die Insulinresistenz wird gefördert. Zinkmangel begünstigt Wundinfektionen, Hautpilze und Geschmacksstörungen.
• Chrom (200-1000 μg/d): Chrommangel erhöht Blutzucker und Blutfette.
• Omega-3-Fettsäuren: senken schädliche Trigyceride.
• L-Carnitin: verbessert die Glukoseverwertung, erhöht die Fettverbrennung, vemindert Insulinresistenz und Laktatbildung, vermindert Nervenschäden.
• Pflanzenstoffe: verhindern Sorbitol und AGE Bildung.
• Sport – am besten jeden Tag: Der Insulinbedarf wird durch regelmäßigen Sport massiv gesenkt. Selbst Typ 1 kann durch Kraftsport nach dem Essen die Insulinmenge noch weiter oder ganz reduzieren. Diabetiker sollten jeden Tag Sport machen. Auch Kraftsport.
• Sonnenbäder und UVB-Licht: Bei jedem Sonnenbad wird der Blutzuckerspiegel gesenkt, da der Körper den Zucker dann besser aufnehmen kann. Daher wird auch der Insulinbedarf geringer. Die Rückenhaut bildet relativ mehr Vitamin D, die Bauchhaut mehr Sexualhormone unter Sonnenlicht. Der Diabetiker sollte auf Sonnenschutzmittel verzichten, Sonnenbrand aber vermeiden.
• Gifte Entfernen: Amalgam muss mit Schutzmaßnahmen entfernt werden.1 Tote Zähne und Entzündungen des Kieferknochens müssen entfernt werden. Am besten ist es, alle Metalle aus dem Mund unter Schutzmaßnahmen entfernen zu lassen. Dies gilt besonders für Typ 1 Diabetiker,
bei denen der Autoimmunprozess aufzuhalten ist. Danach sollte eine Schwermetallentgiftung durchgeführt werden. Sie erhöht die Insulinempfindlichkeit und Insulinproduktion.
• Keine Süßstoffe: Süßstoffe wie Aspartam, Sucralose und Neotame sollten weggelassen werden, weil sie die Übersäuerung bei Diabetes fördern und zudem schädlich sind. Stevia kann unbegrenzt eingenommen werden, am besten als eingedickter Ganzpflanzensaft oder Blattpulver und aus Bio-Produktion. Xylit ist mit einem Insulinindex von 11 als günstig zu bewerten. Aber Menschen mit Fruchtzuckermalabsorbtion, einer Unverträglichkeit, von der 50 Prozent der Mitteleuropäer betroffen sind, vertragen auch Xylit nicht. Wichtig: es darf nur Xylit aus Birkenholz verwendet werden, das aus Mais hergestellte Xylit ist zu meiden!
• Strahlung vermeiden: Funkstrahlung sollte gemieden werden, da sie einen Insulinerhöhenden und krebserzeugenden Effekt hat.
• Besser keine Impfungen: Impfungen werden in Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen und eben auch DM I gebracht.

Der Autor

Dr. med. Joachim Mutter absolvierte zuerst eine Berufsausbildung zum Elektroniker. Durch eigene Betroffenheit mit Amalgam beschäftigt er sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit verschiedenen Therapiemethoden. Er studierte Medizin mit Promotion in Freiburg im Breisgau. An der Universitätsklinik in Freiburg arbeitet er am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene und dem Unizentrum Naturheilkunde über sieben Jahre. Seit 2009 ist er in eigener Praxis tätig.

Literatur

Joachim Mutter: „Grün essen! Die Gesundheitsrevolution auf Ihrem Teller“, VAK-Verlag, Kirchzarten 2012, 978-3867310987
Joachim Mutter: „Lass dich nicht vergiften! Warum uns Schadstoffe chronisch krank machen und wie wir ihnen entkommen“, Gräfe und Unzer Verlag, München 2012, 978-3833824999
Joachim Mutter: „Gesund statt chronisch krank“ naturaviva-Verlag, Weil der Stadt 2013, 978-3898815260
Joachim Mutter: „Amalgam-Risiko für die Menschheit“, naturaviva-Verlag, Weil der Stadt 2013, 978-3898815222

Fußnote

1 siehe "Tödliches Gift – auf offizielle Empfehlung“, raum&zeit Nr. 152

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