Alchemie – Was sie uns heute lehrt

Ursprung der Wissenschaften

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Alchemie hat derzeit noch keinen besonders guten Leumund. Seit dem Siegeszug der materialistischen, rein rational ausgerichteten Naturwissenschaften wird sie im Dunstkreis von Hexerei, Magie und Aberglauben im finsteren Mittelalter angesiedelt. Tatsächlich aber handelt es sich um eine jahrt...
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Alchemie – Was sie uns heute lehrt
Von Peter Mehmet Çati, Egling – raum&zeit Ausgabe 179/2012

Alchemie hat derzeit noch keinen besonders guten Leumund. Seit dem Siegeszug der materialistischen, rein rational ausgerichteten Naturwissenschaften wird sie im Dunstkreis von Hexerei, Magie und Aberglauben im finsteren Mittelalter angesiedelt. Tatsächlich aber handelt es sich um eine jahrtausendealte, universalwissenschaftliche Tradition, deren verborgene Reichtümer gerade für uns Heutige von unermesslichem Wert sein können.

Was ist Alchemie?

In der raum&zeit 175 war zu lesen: Ist der Stein der Weisen Realität? Wenn das stimmt, was ein anonymer Autor im Detail beschreibt, nämlich dass der Stein der Weisen tatsächlich als physisches Objekt herstellbar ist (und er gibt einen exakt im Labor nachvollziehbaren Weg dazu an), würde das bedeuten, dass die Alchemie nicht bloß einfach der altertümliche, primitive Vorgänger unserer heutigen Chemie oder eine Art Pseudochemie ist.

Der Eine oder Andere hat sicherlich schon mal, egal in welchem Zusammenhang, vom Stein der Weisen gehört oder gelesen, wobei es sich hier um eine Substanz handelt, deren Name durchaus symbolisch 1 verstanden werden kann und nicht immer als solider Stein beschrieben wird. Dieser sagenhaften Substanz werden quasi übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben. Er war im Altertum, aber auch noch im 20. Jahrhundert immer wieder Thema und wurde von vielen als real und nicht nur als Metapher oder Symbol beschrieben. 

So veröffentlichte das amerikanische Ärzteehepaar Ingalese 2 relativ glaubwürdig 3 1929 einen Bericht über die Herstellung des Steins und seine Anwendung beim Menschen. J. P. Farrell 4 beschreibt sogar wissenschaftliche Bestrebungen bis in unsere Zeit hinein, so genannte exotische Materie herzustellen, die ähnliche Eigenschaften des Steins der Weisen aufweist. 5

Das, was die moderne Wissenschaft nicht vermag oder erklären kann, scheint der Alchemie gelungen zu sein – zum Beispiel die Transmutation von Substanzen. Grund genug, einmal tiefer in das Thema Alchemie einzudringen. Was ist also diese Alchemie und wer waren die Alchemisten? Alles nur mystische Spinner, die den weit verbreiteten Aberglauben für eigene Zwecke ausnutzten oder durch Goldmacherei reich und mächtig werden wollten? 

Berühmte Alchemisten

Nun, das will uns jedenfalls das heutige schulwissenschaftliche Establishment glauben machen, aber jeder mit etwas klarem Verstand wird schnell erkennen, dass dies so nicht stimmen kann. Historische Persönlichkeiten wie beispielsweise Paracelsus, aber auch ein Isaac Newton – Stammvater der modernen Physik – oder ein Antoine Laurent de Lavoisier – Stammvater der modernen Chemie – betrieben intensiv Alchemie und leiteten ihre komplette Arbeit von dieser Wissenschaft ab. Das sind beileibe keine Scharlatane, allerdings wird dieser Zweig ihres Schaffens von den Schulwissenschaftlern gern unter den Teppich gekehrt.

Mit der Alchemie und Hermetik (siehe unten) sind weitere berühmte Namen verbunden wie Avicenna, Thomas von Aquin, Maimonides, Albertus Magnus, Trithemius, Michael Maier, Robert Boyle, Martin Ruland – Persönlichkeiten, welche durch ihr Wirken Europa modernisierten und auch neue wissenschaftliche Impulse in die Welt setzten. Die Leistungen der Alchemie werden von diesen und zahlreichen anderen, hier nicht Genannten, als legendär beschrieben. Heute allerdings ist Alchemie fast ein Schimpfwort für schwärmerische Spinnerei oder sogar Vergewaltigung der Natur geworden. Aber das basiert auf schlichter Unkenntnis dessen, was Alchemie tatsächlich ist.

Zunächst einmal hat sie das Potential für mächtige Heilmittel. 6 Nachweislich konnte und kann die Alchemie bis in unsere heutige Zeit hinein Krankheiten heilen, denen die heutige Schulmedizin ohnmächtig gegenüber steht (egal ob aus Absicht oder Unkenntnis). Als einzelnes Beispiel sei hier nur einmal die Krebsmedizin des Paracelsus genannt, welche aber nur einem winzigen Ausschnitt aus dem Heilsystem beziehungsweise Weltbild der Alchemie entspricht.

Weiterhin zeigt uns ausgiebige akademische Forschung 7 ein ganz anderes Bild der Alchemie. Besonders ist hier hervorzuheben, dass in Europa heutzutage eine einzigartige akademische Forschungsstädte beheimatet ist 8 und ein Lehrstuhl für hermetische Philosophie existiert. Zudem gibt es eine Sammlung unersetzlicher Schriften, die Bibliotheka philosophica Hermetika, die diese Forschung erst möglich macht. 9

Hermetik

Die so genannte Hermetik gründet sich auf die „Schriften“ des Hermes Trismegistos, dem mythischen Vater der Alchemie und Verfasser der berühmten Smaragdtafel (Tabula Smaragdina, Corpus Hermeticum). Er wird in der Alchemie nicht unbedingt als Persönlichkeit geehrt, sondern gilt als Tradition einer bestimmten Ausrichtung. Hermes‘ Schriften tauchten etwa im 12. Jahrhundert in unserem Kulturkreis neu auf und sind teilweise auf das alte Ägypten zurückzuführen. Sie zeigen das Verhältnis Mensch und Kosmos, Makro- und Mikrokosmos, Philosophie und Wissenschaft von allem Geschaffenen im Verhältnis zum Unnennbaren Höchsten. 20 Hier ein Ausschnitt aus den Prinzipien der Hermetik, wie auf der Smaragdtafel zu finden: Alles hat einen geistigen Ursprung Alles ist über eine geistige Ebene miteinander verbunden Das, was oben ist, ist gleich dem, was unten ist Der universelle Geist, aus dem alles hervorging, ist gleichsam ein Vermittler zwischen unserer Welt (mit allen auch feinstofflichen Aspekten) und einem ursprünglichen, unnennbaren (wie das chinesische TAO) Göttlichen Willen. 

 Die ganze Natur

Die Alchemie hat praktische und umfassende Kenntnisse über die ganzheitliche Natur und Heilkraft von Mineralien, Pflanzen, Metallen, ihrer Bearbeitung und Anwendung hervorgebracht. Hermetik (Geheimlehre) und Gnosis (Erkenntnis) waren ursprünglich in ihr vereint, was sich auch darin zeigt, dass sie auf hermetischen Grundprinzipien fußt, ohne unmittelbare Kenntnis (Gnosis) 10  aber nicht betreibbar ist und zur mechanistischen Chemie wird.

Als Universalwissenschaft ist das Wissen um die Natur der Materie und ihrer Wandlung in ihr beheimatet. Sie erklärt die Entstehung von allem, was ist und wie sich alles wandelt und wandeln lässt.

Joost Ritman, der Begründer der Bibliotheka Philosophika Hermetika, sagt über die Alchemie: „Die Alchemie ist eine ursprüngliche Universalwissenschaft, die alle Wissensgebiete mit einschloss. Sie vollzog in ihrer vieltausendjährigen Existenz eine beachtliche Wandlung. Dabei ist diese Wandlung nicht nur eine Veränderung im Wandel der Zeiten, sondern die Alchemie ist selber die Wissenschaft von der Wandlung in allem. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung des Menschen und der Welt. Diese Entwicklung zu verstehen und im Positiven für Welt und Menschheit anzuwenden, ist das höchste Ziel der Alchemie.“11

In der akademischen Geschichtsforschung begegnen uns viele historische und geografische Einteilungen der Alchemie wie griechische Alchemie, orientalische Alchemie, arabische Alchemie, jüdisch-kabbalistische Alchemie, mittelalterlich westliche Alchemie, Alchemie des 16.–17. Jahrhunderts, Alchemie des 18. Jahrhunderts bis hin zur Alchemie des 19. Jahrhunderts. Dies alleine zeigt deutlich, dass die Alchemie zahlreiche äußerliche Wandlungen vollzog, um sich der Kultur und den Grundlagen der Epochen und Kulturkreise anzupassen.

Andererseits gab es im Kleinen immer wieder Alchemisten, die sich rein auf die Laborarbeit konzentrierten und die ursprüngliche spirituelle Dimension vernachlässigten. Hinzu kommt, dass es natürlich auch Scharlatane und Betrüger gab, die die Alchemie in Verruf brachten. Eine willkommene Gelegenheit für die Gegner und Feinde der Alchemie, diese aus machtpolitischen Gründen in Verruf zu bringen. Schon zu Paracelsus Zeiten hatte die Alchemie einen so schlechten Ruf in der Bevölkerung, dass er einen neuen Namen für sie vorschlug.

 Befreiung aus jedweder Not

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, im Gegenteil. Die heutigen global Player haben ein Interesse daran, die Alchemie zu diskreditieren beziehungsweise ein mögliches Wieder-Aufleben dieser Universal-Wissenschaft zu verhindern, denn die Alchemie ist eben die ursprünglich freie, nicht korrumpierte, ganzheitliche Wissenschaft, die nicht nur Kenntnisse über natürliche Prozesse und göttliche Prinzipien vermittelt, sondern darüber hinaus eine tiefe spirituelle Erfahrung erlaubt, die zu einer „Vervollkommnung“ im Labor wie im Menschen selbst führt. In letzter Konsequenz befreit sie den Menschen aus materieller beziehungsweise physischer Not ebenso wie aus seinem mentalen Gefängnis, und deswegen kann sie zum Untergang der gegenwärtigen destruktiven Machtstrukturen beitragen. Vieles aus der Alchemie, vor allem aber ihr Ziel, den Menschen zu einem höheren Ziel zu führen, etwa durch die Bereitung des Steines der Weisen, blieb daher im Verborgenen und konnte nur geheim weiter tradiert werden, zum Beispiel in der Freimaurerei 12 oder im Rosenkreuzertum13.

Ihr Ursprung liegt im Dunkeln des Anbeginns der alten Hochkulturen, sie ist im Ägypten der Pharaonen ebenso nachweisbar wie in den lang vergangenen Kulturen Mesopotamiens und Akkads. Die frühen Ägypter führten sie selber auf ihre Zep Tepi Epoche 14 zurück, und wir können unter Berücksichtigung aller Daten der frühen Kulturen ihren Ursprung mindestens 10 000 Jahre vor unserer Zeit rückdatieren, wenn wir allein das zu Grunde legen, was wir heute als Laboralchemie kennen. 

Der Mensch scheint in früheren Zeiten eben nicht einfach mit Fellen bekleidet rudimentäre Kultur belebt zu haben und mit Kupferwerkzeugen Granitsteine gehauen zu haben (was übrigens gar nicht geht, da Kupfer zu weich ist), wie uns die etablierte Archäologie weismachen will. Daraus folgt aber, dass die Alchemie viel mehr „Erfahrung“ als unsere heutige Schulwissenschaft hat und zudem alle Gebiete mit einschließt wie Geisteswissenschaft, Philosophie, Physik, Chemie oder Biologie usw. 

Die Alchemie selbst führt sich, ja es klingt allzu phantastisch, auf den Anbeginn allen Entstehens zurück. In den alten Schriften heißt es 15, dass es eine göttliche Alchemie gibt, die mit den Kräften vom Baume des Lebens arbeite 16 und wo keine Unvollkommenheit existiert. Durch eine experimentelle Alchemie sei in einem katastrophalen kosmischen Ereignis dieses Lebensfeld entstanden, das nicht mehr ursprünglich göttlich sei, also keine raum- und zeitlose Einheit mehr darstellt, sondern durch Raum und Zeit, worin Polarität und Dualität herrschen, strukturiert ist.

Dieses Lebensfeld sei eine Notordnung, aus der jedoch durch Veredlung alles wieder zu seinem Ursprung zurückfinde. Die Natur mache nichts anderes, als langsam alles wieder zu reinigen und zu veredeln, allerdings in gigantisch großen alchymischen Zyklen.

So gehe jedes Naturreich seiner Bestimmung entgegen. Aus den unvollkommenen Metallen werde wieder das Gold, der Mensch entwickle sich wieder hin zu einem göttlichen Urprinzip (Adam Kadmon = Urbild des Menschen). 

 Woher stammt der Begriff Alchemie ?

Die Bedeutung und Entstehung des Begriffes Alchemie liegt im Dunkeln. Der griechische Philosoph Plutarch (45–125) gibt folgende Version an: Al Chemie aus al-kemia bzw. al-khem, wobei Al = arabischer Artikel, khem, kemia = schwarze Erde, was der damalige Name für Ägypten war. Damit soll im übertragenen Sinne „die geheime Wissenschaft der ägyptischen Weisen“ ausgedrückt werden. Johann Glauber (1604–1670) mutmaßt in „De natura salim“, dass Alchemie sich aus Hal Chimia (= Salzkochung) ableitet. Weitere mögliche Herleitungen: Cheo, griechisch für „ich gieße“, hier als Hintergrund der Metallgießerei; Kahms, Hebräisch für Idee, Wärme.

 Transmutation

Der Alchemist nun wende diese Prinzipien der Natur an und beschleunige gleichsam diesen Prozess und trage damit zur Entwicklung der Naturreiche bei. Hierzu müsse der Mensch sich selber durch einen Alchymischen Prozess vervollkommnen, was eine Wandlung, eine Transfiguration darstellt. Vollzieht er diesen Prozess im Labor an den anderen Naturreichen, zum Beispiel im Mineralreich oder bei den Pflanzen, findet eine Transmutation der Elemente statt, ein heikles Thema für die heutige Wissenschaft, erkennt sie dies doch, trotz gegenteiliger wissenschaftlicher Beweise, nicht an 17 (außer in Prozessen wie Beta-Zerfall oder hochenergetischer Kernfusion).

Die eben angesprochene experimentelle beziehungsweise göttliche Alchemie spielt eine große Rolle, Paracelsus beispielsweise sprach hier von der oberen und unteren Alchemie. Die untere Alchemie verstand er auch durchaus als traditionelle Handwerkskunst, zum Beispiel die Labor-Arbeiten mit Metallen, die bis zum Gold geführt wurden. Diese „hohen“ Operationen (also Unedles in Edles zu verwandeln) gelingen nur, wenn die obere Alchemie sie begleitet.

So ist beides nicht zu trennen, und die Alchemie ist eben nicht nur eine spirituelle Angelegenheit, genauso wenig wie sie eine reine Labortätigkeit ist. Die obere Alchemie ist im Selbstverständnis der Alchemie ein geistiger Prozess, der aus dem natürlichen, sterblichen Menschen einen unsterblichen Geist-Seelen-Menschen entstehen lässt.

Ein wahrer Alchemist ist ein Mensch, der fähig ist, die Richtung gebende Gesetzmäßigkeit der Naturordnung wahrzunehmen, um sowohl die geistige als auch die natürliche Evolution in all ihren kreativen Spielarten und Gestaltungsmustern zu erkennen, damit er als Mitbeweger dieses Allgeschehens in der göttlichen Alloffenbarung wirksam sein kann. 

In einer groben Übersicht geht dieser Alchymische Prozess im Menschen in sieben Stufen vor sich, und zwar genau nach den Prinzipien, die er auch in seinem Labor anwendet. Es geht darum, wieder die Tat (das Labor) mit der Wandlung (Transfiguration) des Menschen zu verbinden. Hier ist das hermetische Prinzip des „wie oben so unten“ gegeben, indem der Alchemist die Prozesse aus seinem Labor bei sich selber anwendet. Diese sieben Stufen sind, beispielhaft aufgelistet nach einer Grafik (s. Abb.) von Stefan Michelspacher (1616, „Transmutation Cabala“), hier aus Platzgründen nur exemplarisch mit 5 Stufen angeführt18:

Calcinatio (Kalzination)

Die Kalzination ist ein Vorgang der direkten Verbrennung, bei der die Materie zur Asche verzehrt und dann weiter bis zur Weißung „geläutert“ wird. Auf den Adepten übertragen bedeutet dies, dass sein Ego so „verascht“ wird, dass es durch geistige Einsicht der Seele dienen kann, damit durch „Weißung“ eine Transmutation des Bewusstseins ermöglicht wird. Dies ist quasi der elementarste Vorgang in der Alchemie, da laut Paracelsus die weiteren Stufen des Werkes sonst nicht vollbracht werden können.

Sublimatio (Sublimation)

Hier wird das Feine vom Groben getrennt (auch Separation genannt). Aus dem kalzinierten Ego erhebt sich die materia mater (Muttermaterie) der reinen jungfräulichen Seele, welche den Grundstoff für das große Werk darstellt, egal ob im Labor oder als Seelenvibration.

Solutio (Lösung)

Auf Laborebene wird ein fester Stoff in einer Flüssigkeit aufgelöst. Für den inneren Seelenweg bedeutet dies eine vollständige Selbstübergabe zu Gunsten eines höheren Prinzips im Herzen. Das Aufgehen (Auflösen) in der Weltenseele…

Coagulatio (Zusammenballung)

Hierbei handelt es sich um den Prozess der Neuschöpfung. Die Verdampfung des Lösemittels bewirkt eine neue Weise der ursprünglichen Formgestalt (Formresonanz, morphische Resonanz und Bildekräfte). Durch die wiederholten Kreisläufe der Coagulatio sind völlig neue Informationen aus einer anderen Ebene (morphische Felder, Akasha, Geistfeld, Diracscher See usw. sind Synonyme dafür) in die Lösung und den Rückstand eingegangen, es entsteht also eine NEUE Materie. In der inneren Alchemie entsteht damit ein neues Geschöpf aus der geistigen Uridee mit Hilfe der erneuerten Seele. Hierdurch wird ein neuer Lichtkörper mit Hilfe neuer unvergänglicher Äther (der Tau des Himmels der Alchemisten) zur Geburt gebracht.

Conjunctio (Vereinigung)

Diese bedeutet die Zusammenführung der vorangegangenen Prozesse, um ein Entstehen in dieser Dreidimensionalität zu erreichen, womit die Vereinigung der polaren Prinzipien dieser Natur gemeint ist. Symbolisch gesprochen handelt es sich um die Vereinigung von König und Königin oder Seele und Geist, die Alchymische Hochzeit des Christian Rosenkreuz. 19

Es ist hier deutlich zu erkennen, dass immer wieder zwei Komponenten auftauchen:

1. Die Arbeit im Labor mit all ihren Operationen

2. Der geistige Hintergrund, die Vervollkommnung des Menschen, welche mit der Laborarbeit konform geht.

Die Laborarbeit muss dabei nicht zwingend in der angegebenen Reihenfolge stattfinden und ist hier diagrammhaft skizziert.

Aus dem Selbstverständnis der heutigen Alchemie lässt sich feststellen, dass gewisse Aspekte aus ihr veräußerlicht wurden und dann zu einer minderen, unteren Wissenschaft verfielen, ähnlich wie Gebäude ohne Pflege marode werden und zerfallen. Die Alchemie selber ist in der Gegenwart immer noch präsent und vor allem als Spagyrik und in ihrem Zweig der Heilmittelherstellung bekannt geblieben. Holistische, ganzheitliche Heilverfahren und ganzheitliche Wissenschaften werden aus unserer heutigen Not heraus immer attraktiver und so rückt die Alchemie nach und nach wieder in den Blickpunkt des modernen Menschen, da sie einiges auch in unserer heutigen Zeit zu bieten hat. Vor allem die Bereitung von Heilmitteln und die ganzheitliche Hermetik und Gnosis finden wieder Interesse.

 Der Autor

Peter Mehmet Çatı beschäftigt sich seit seinem 12. Lebensjahr mit Alchemie, Hermetik und Gnosis. Zu seinem Privatstudium zählte die Lektüre zahlreicher Werke der Bibliotheka Hermetika, teilweise im Original wie des Talmuds, des Sohar und kabbalistischer Texte. Auch das gnostische Katharertum hat Çati intensiv studiert. Çatı beschäftigt sich überdies mit Energiemedizin, autarken Energiesystemen inklusive Anwendungen aus der Freien Energie sowie Orgonomie nach Wilhelm Reich. Durch sein Studium der Chemie bringt er überdies optimale Voraussetzungen mit, die alchemistische Laborarbeit neu zu beleben. Çatı lebt mit Ehefrau und zwei Kindern im bayrischen Egling. 
Kontakt: mehmet.cati@web.de

 Fußnoten

1 So hat zum Beispiel In der Freimaurerei oder auch im Rosenkreuzertum der Stein eine ganz spezielle Bedeutung. Aber auch beispielsweise in der Gralsbotschaft von W. v. Eschenbach finden wir den Gral als Lapis ex coelis. Lapis = Stein.

2 Ingalese, Richard und Isabell: „Alchemy“‘ in Frater Albertus (Hrsg.) „They made the Philoso-phers Stone“, Kessinger Publishing, ISBN 9781162885384, dt. in Frater Albertus: „Praktische Alchemie im zwanzigsten Jahrhundert“, Paracelsus Research Society, Salt Lake City, Utah, USA, Erstausgabe 1970, S. 79ff

3 Die Angaben lassen sich heute nur noch rudimentär überprüfen und sind sicherlich kein Beweis aber im Gesamtzusammenhang gesehen ein sehr ernstzunehmender Hinweis.

4 Farrell, J.P.: „The Philosophers Stone“, Feral House, 2009, ISBN 978-1-932595-40-6

5 Beschreibungen hierzu auch bei 2

6 „Alchemie ist die Wissenschaft vom Leben und als solche ist sie Heilkunst“; Aus Retschlag, Max:  „Die Alchemie u. ihr gr. Meisterwerk der Stein der Weisen“, Richard Hummel Verlag, Leipzig 1934

7 Zum Beispiel die Forschung von Prof. Wouter Hanegraaf, Präsident der „European Society for the Study of Western Esotericism“. www.esswe.org

8 Universität von Amsterdam, Lehrstuhl für hermetische Philososphie von Prof Hanegraaf.www.amsterdamhermetica.nl

9 http://www.ritmanlibrary.nl/

10 Gnosis aus dem altgr. γν σις (gnósis): Kenntnis, Erkenntniss. Als Bewusstseinszustand: Alles erkennend. Aber auch, im Sinne der historischen Gnostiker, Katharer, Albigenser etc: Der Atem Gottes, der Logos, der Quell aller Dinge, alles umfassende Liebe.

11 Privatmitteilung an den Autor

12 Siehe 2. Hier wird angeführt, dass der Meister vom Stuhl, ein Freimaurerischer Grad, bis vor kurzem noch das Wissen um den Stein der Weisen besessen habe. Zudem ist die Steinsymbolik in der Freimaurerei ein zentrales Thema. Nähere Ausführungen hierzu in einer Schrift des Autors.

13 Hier im Sinne einer Reformation und Erneuerung des Menschen und auch des damaligen Europa. Im Wesentlichen aber berufen sich die Rosenkreuzer auf eine geheime innere lebendige Kraft und die Aufgabe, dass der Mensch mit diesem astralen Licht selber eine Verwandlung zu einem lebenden Stein der Weisen zu machen habe. Näheres hierzu in einem Paper des Autors.

14 Zep Tepi nennen die Alten Ägypter eine bestimmte vordynastische Epoche der Götter und Langlebigkeit.

15 Zum Beispiel Pseudo-Geber: „Summa Perfectionis magisterii“

16 Zum Beispiel Retschlag, Max: „Die Alchemie und ihr großes Meisterwerk, der Stein der Weisen“; Richard Hummel Verlag, Leipzig 1934

17 Kervran, L. C.: „Bilogical Transmutations“, Crosby Lockwood, London,1972. Hauschka, Rudolf, Substanzlehre u. Heilmittellehre. Vittorio Klostermann, Frankfurt. 1981 und 1983. Weitere Literaturstellen beim Autor

18 Näheres hierzu in einer Schrift des Autors.

19 Rijckenborgh, J. van: „Die Alchimische Hochzeit des Christian Rosenkreuz“, 2 Teile, DRP Verlag, 3 Auflage 1998. Hierbei handelt es sich um die von Rijckenborgh kommentierte Alchymische Hochzeit Anno 1459.

20 Rijckenborgh, J. van: „Die Ägyptische Urgnosis“, insges. 4  Teile, DRP Verlag 1998

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