Arabische Naturmedizin (Teil I)

Leben nach dem Mondkalender

Von Melita Giorgioni, Nürnberg – raum&zeit Ausgabe 107/2000

Die Naturmedizin weist Parallelen zu Völkern und Rassen aller fünf Kontinente auf, ob es sich dabei um Nomaden in der Sahara, die Reitervölker in der Mongolei, die Indianer in Südamerika, die Bewohner Tibets, die Völker Schwarzafrikas oder die Aborigines in Australien handelt. Unabhängig voneinander und getrennt durch Meere und riesige Entfernungen gelangen Menschen, die mit und aus der Natur heraus leben, zu den selben Erkenntnissen. Das Abendland hat uns dank des technischen Fortschritts durch das Prädikat "zivilisiert” offiziell zu einer elitären Spezies gestempelt, bei der sich die Frage nach dem "quo vadis” immer dringender stellt. Gleichzeitig wurde alles, was "Natur” ist, abgewertet, aus Naturvölkern wurden Primitivvölker. Das Ergebnis zeigt sich in der völligen Pervertierung der menschlichen Existenzbasis, die ihren derzeitigen Höhepunkt in der Patentierung der Natur mittels Genmanipulation erreicht hat. Angesichts des cybergesteuerten Optimismus sind warnende Stimmen so lästig wie Moskitos in einer lauschigen Sommernacht. Marschieren wir empor zur Entdeckung neuer Territorien in unserem Planetensystem, oder hinab in den Abgrund wie alle Kulturen, die ihren Höhepunkt überschritten haben und ausgeartet sind? Diese Streitfrage spaltet – nicht zuletzt angesichts der um sich greifenden Naturkatastrophen – die Gemüter.

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