"Light"-Essen: ein Trauerschmaus in sechs Akten

Von Kurt Victor, Köln – raum&zeit Ausgabe 64/1993

Bei den Light-Produkten der Ernährungsindustrie wird nur einer leicht: der Geldbeutel des Verbrauchers. Er selber nicht. Im Gegenteil, er legt zu. Denn die sogenannten Light-Produkte sind ein Teufelszeug. Sie machen hungriger und durstiger als zuvor. Außerdem mixen verantwortungslose Wissenschaftler, die sich "Food Designer" nennen, immer mehr Chemie in die Lebensmittel, damit Wasser wie Fett und Phenylalanin-Verbindungen wie Zucker schmecken, mit der Folge, daß die Menschen Darmerkrankungen und sonstige Stoffwechselerkrankungen erleiden. Man fragt sich, warum solche Essensvergifter nicht eingesperrt werden, denn schließlich fügen sie vorsätzlich und wissentlich und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen anderen Menschen Schaden zu und das auch noch aus niederen Motiven, nämlich aus Gewinnsucht. Aber in einem Land, in dem der Profit allmählich Verfassungsrang erhält, erhalten solche Wissenschaftler, die die Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen schamlos hintergehen, wahrscheinlich noch den Nobelpreis. Kurt Victor hat wochenlang recherchiert, wie unverschämt die Ernährungsindustrie betrügt. Als er seine Recherchen verarbeitete, produzierte er vor allem einen Verdauungssaft: Galle.

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