Wie die Sonderschulen unsere Kinder seelisch verkrüppeln

Von Diplom-Pädagoge Franz Josef Neffe, Pfaffenhofen – raum&zeit Ausgabe 73/1995

Sind schon die normalen Lehranstalten dieser Republik höchst reformbedürftig, so haben sich die sogenannten Sonder- oder Förderschulen meist als Katastrophe für die dahin abgeschobenen Kinder entwickelt. Hier wird – so der renommierte Fachmann Neffe – nämlich nicht gefördert, sondern zugeschüttet. Hier werden „Auffällige“, d. h. Kinder, die entweder „zu still“ oder „zu laut“ sind, solange mit der Holzhammer-Methode „Du kannst nicht, also mußt Du“, bearbeitet, bis sie endgültig an sich selbst verzweifeln. Das äußert sich dann entweder in Aggression oder in psychischen und physischen Leiden, die dann mit Psychopharmaka in der Regel noch verschlimmert werden. Ein kluger Mann hat einmal gesagt, man kann eine Gesellschaft u. a. daran messen, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht. Wenn das stimmt, sieht es in dieser Gesellschaft ziemlich finster aus. Der Hauptkritikpunkt des Autors Neffe: Die Schule verdrängt das Unbewußte, das aber den größeren Teil der menschlichen Persönlichkeit ausmacht. Lesen Sie seine harsche, teils süffisante, immer aber ehrlich engagierte Abrechnung mit der modernen Pädagogik.

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