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Heribert Prantls Rede zur Verleihung des Kurt Tucholsky-Preises in Berlin

raum&zeit Ausgabe 85/1997

Heribert Prantl ist der Ressortchef Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung und ein begnadeter Journalist. Am 22. September 1996 wurde ihm der Kurt Tucholsky-Preis für literarische Publizistik verliehen, weil er „in sprachlich und gedanklich präzisen Kommentaren die Grundrechte des Individuums gegen die zunehmenden Machtansprüche des Staates verteidigt“, heißt es u. a. in der Verleihungsurkunde. Die Kommentare Prantls, zum Beispiel zum Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichts waren auch raum&zeit positiv aufgefallen. In einer Zeit, in der Journalisten wegducken vor Wirtschaft, Wissenschaft und Parteien und lieber zu deren Propagandisten werden, ehe sie den aufrechten Gang riskieren, tut es gut, einen Journalisten zu lesen, der sowohl Mut als auch Stil hat. Heribert Prantl ist wie Tucholsky Jurist, war Richter und dann Staatsanwalt und ist infolgedessen auch eine Zierde dieses nicht immer sehr angesehenen Berufsstandes (möglicherweise sieht der Berufsstand das anders). Die Rede, die Prantl anläßlich der Verleihung des Kurt Tucholsky-Preises hielt, ist eine äußerst scharfsinnige und zutreffende Zustandsbeschreibung des Rechtsstaats Deutschland, weshalb wir ihn gebeten haben, diese Rede, die auszugsweise in der Süddeutschen Zeitung erschien, in raum&zeit im vollen Wortlaut veröffentlichen zu dürfen. Wir dürfen.

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