Wie man Leben an toten Tieren studiert oder die Sache mit den intelligenten Genen

Gedanken einer Biologie-Studentin zur orthodoxen Wissenschaft

Von Vera Albrecht, Hamburg – raum&zeit Ausgabe 88/1997

Der nachfolgende Beitrag ist eigentlich ein Brief, den eine sehr nachdenkliche Biologie-Studentin an die Redaktion schrieb. Und doch ist er mehr als ein Brief. Denn hier artikuliert eine Studentin den Frust eines sicherlich nicht kleinen Teils der heutigen Studenten/innen. Nur, daß die wenigsten von ihnen den Mut oder das Schreibtalent haben, um die Probleme so präzise und logisch auf den Punkt zu bringen wie Vera Albrecht. Dabei geht es nicht um Bafög, überfüllte Hörsäle etc., sondern es geht um die Wissens-Substanz, die heute an den Unis vermittelt wird. In diesem Fall im Fachgebiet Biologie. Hier ergeben sich für nachdenkliche Studenten/innen Widersprüche und Fragen, die von der orthodoxen Wissenschaft und ihren Repräsentanten nicht beachtet werden. Ja, schlimmer noch, als Störung, Frechheit oder gar Dummheit betrachtet werden. In einer Zeit, in der unsere Unis immer mehr zu Know-How-Lieferanten für die Wirtschaft verkommen,  das Forschungsziel eigentlich nur noch Profit heißt, sind Fragen nach der Gültigkeit, nach der Sinnhaftigkeit der Lehre natürlich brisant. Aber gerade deshalb müssen sie gestellt werden. Denn es wird immer deutlicher, daß die orthodoxe Naturwissenschaft nicht in der Lage ist, Leben zu erklären. Warum das so ist, hat diese Studentin schon im dritten Semester Biologie erfaßt, und sie sucht in ihrem Brief an die raum&zeit Redaktion nach Erklärungen dafür. Wir haben den Brief im Wesentlichen unverändert gelassen.

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