Der Eid des Hippokrates und was er wirklich ist

Von Dr. med. Julius Hackethal, Spreng, Chiemgau – raum&zeit Ausgabe 89/1997

Auf ihn berufen sich vor allem die Ärztefunktionäre gern, wenn es um das hehre Ansehen des Ärztestandes geht: Auf den Hippokratischen Eid. Mal abgesehen davon, daß dieser Eid höchstwahrscheinlich gar nicht von Hippokrates stammt, ist der wörtliche Inhalt des Eides alles andere als ethische Verpflichtung gegenüber der Gesundheit des Patienten. Ganz im Gegenteil dient der Eid dazu, den ärztlichen Stand als Geheimbund zu beschwören, der niemandem – außer dem Geheimbund – Rechenschaft schuldig ist, dessen Mitglieder über Wohl und Wehe (von der Schwangerschaft über die Geburt bis zum Tod) der Patienten in unfehlbarer Therapiehoheit entscheiden und deren Schweigepflicht vor allem dazu dient, Pfuscherei, Betrug und Kunstfehler nicht nach außen dringen zu lassen. Dr. Julius Hackethal, einer der gnadenlosesten Kritiker seiner Zunft, kommt das Verdienst zu, den „Meineid des Hippokrates“ publik gemacht zu haben. Denn in unserer „Informationsgesellschaft“ kennt natürlich niemand den Text des Hippokratischen Eids. Dr. Hackethal zitiert ihn hier nicht nur in den drei häufigsten Übersetzungs-Varianten, sondern er kommentiert auch jede Schwurformel. (Siehe auch raum&zeit Nr. 60 „Der Meineid des Hippokrates“, Interview mit Hackethal von Hedda Schatz.)

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