Ist das Herz nur ein sekundäres Organ? (II)

Eine Kreislauftheorie

Von Dr. Martin Mendelsohn, Berlin – raum&zeit Ausgabe 91/1998

Innerhalb von knapp 2000 Jahren kannte die Medizin bisher nur zwei Kreislauftheorien. Die erste stammt etwa aus dem Jahre 150 nach Christi Geburt und besagt u. a., daß das Blut aus der Leber stammt und durch die Herzscheidewand fließt. Diese Theorie galt bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts als richtig. Dann wurde sie abgelöst von der zweiten Theorie, die u. a. besagt, daß das Herz als Pumpe das Blut in Bewegung hält und das venöse Blut von der rechten Herzseite in die Lungen pumpt, dort wird es „arterialisiert“ und wird dann in die linke Herzseite gepumpt. Diese Theorie gilt bis heute als richtig. Die dritte Kreislauftheorie, die hier vorgestellt wird, wurde erstmals 1928 veröffentlicht. Sie hat den großen Vorteil, daß sie viele Ungereimtheiten der herrschenden Lehre erklären kann. Sie geht u. a. davon aus, daß das Herz ein vergrößertes Blutgefäß und kein eigenständiges Organ, sondern bestenfalls ein zweitrangiges ist, das die einzige Aufgabe hat, als Maßgefäß zu dienen, damit eine bestimmte Menge Blut in einer bestimmten Zeit dem Kreislauf zur Verfügung gestellt wird. Den weitaus größeren Teil seiner Muskelkraft benötige das Herz zum Schließen und Öffnen der Klappen. Das Pulsieren des Blutes werde von den Saugkräften der Kapillaren erzeugt und vom Herzen höchstes marginal verstärkt, keinesfalls aber ausgelöst.

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