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Multiple Sklerose

Ziemlich beste Freunde – mein Körper und ich

Von Barbara Zaruba, München

Wer mit einer Lähmung lebt wird hellhörig, wenn jemand behauptet, dass derartige Funktionsverluste reversibel sind. Sonja Wierk tritt den Beweis für ihre These überzeugend an. Sie kommt heute leichtfüßig des Weges, obgleich sie wegen Multipler Sklerose viele Jahre bettlägerig und pflegebedürftig war. Mit ihrer SoWi-Therapie gibt sie das so mühsam erworbene Handwerkszeug an andere Patienten mit neurologischen Krankheiten weiter. Der Schlüssel dabei: sich liebevoll dem Körper zuwenden.

Sonja Wierk, die durch spastische Lähmungen völlig unbeweglich geworden war, fand heraus, wie sie neue, leistungsfähige Nervenverbindungen schaffen konnte. Heute sieht kein Mensch mehr, dass sie einst schwer krank, bettlägerig und pflegebedürftig war.
Bei Sonja Wierk nahm die Multiple Sklerose (MS) ihren Anfang so, wie sie tausendfach beginnt: mit Gefühlsstörungen, die später den Kontakt zum eigenen Körper mehr und mehr erschwerten. Es folgten für andere zunächst kaum sichtbare Bewegungsstörungen. Und wie nahezu alle Menschen mit einer Erkrankung des zentralen Nervensystems versuchte sie, über die Jahre hinweg mit viel Durchhaltewillen, großen Anstrengungen, Pflichtbewusstsein und auch Härte gegen sich selbst, weiterhin die Familie zu versorgen und allen Anforderungen ihres Lebens als berufstätige Ehefrau und vierfache Mutter gerecht zu werden, so gut es eben mit ihren schwindenden Kräften noch ging.
Wie heute hatte die Schulmedizin auch damals nicht viel zu bieten, um ihr Leben zu erleichtern. So lebte sie jahrelang in ständiger Überforderung. Kaum hatte sie sich mühsam mit einem Ausfall arrangiert, war schon das nächste Problem da. In immer enger werdenden Grenzen begann sie jedes Mal wieder, ihr Leben neu zu organisieren – bis zum nächsten Krankheitsschub, der wieder alles infrage stellte.
Nach Jahren war Sonja Wierk bettlägerig und völlig gelähmt, ihr verzweifeltes Aufbegehren gegen die Krankheit war vergeblich gewesen. 1985 konnte sie weder Arme noch Beine gebrauchen, das Sprechen fiel ihr schwer, schlucken war fast nicht möglich, hören und sehen konnte sie nur noch wenig. Ihre inneren Organe waren gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen, sie schien völlig am Ende zu sein – bis eine MS-Gruppe ein Feldenkrais-Seminar mit dem Thema „Bewusstheit durch Bewegung“ ankündigte.

Hoffnung durch Feldenkrais

Sonja Wierk hatte schon von dieser damals noch nicht sehr weit verbreiteten neuen Methode gehört und wieder einmal hoffte sie, dass ihr endlich jemand helfen würde.

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