Heizöl – Wärmequelle der Zukunft

raum&zeit-Kolumne von Manfred Jelinski

Was haben wir vor zehn Jahren geflucht, dass wir eine Ölheizung haben! Das hat sich grundlegend geändert. Einerseits aus der Unfähigkeit der zerstrittenen Ölförderländer, sich auf eine Mengenbegrenzung zu einigen, andererseits aber auch durch das Voranschreiten der erneuerbaren Energien.
Nun wird es wahrscheinlich kaum zum Sabotieren der Offshore- Windkraftwerke durch Bohrinselbetreiber kommen. Und weil man als Heizölverwender inzwischen als Ökologie-Sünder schief angesehen wird, kommt es kaum zu einem neuen Ölheizungsboom. Aber man darf sich freuen, wenn man noch mit diesem fossilen Brennstoff heizt: Er wird wohl noch billiger werden und dann unterhalb des Pellets-Preis liegen. Unterhalb der Strompreise sowieso, denn da gibt es ja noch die Kraftwerkslobby.
Ja, und warum soll Heizöl nun so unverschämt günstig werden? Weil noch eins oben drauf kommt. Weil der nicht ganz machtlose VW-Chef Müller die Dieseltechnik in Frage stellt. Der wohl weltgrößte Konzern will aus dieser Technik aussteigen. Und man findet das gar nicht so falsch, denn auf der globalen oder der TTIP-Ebene (die USA führen annähernd unrealisierbare neue Grenzwerte ein) ist Europa eine Diesel-Insel. „Eine Sackgasse“, wie der Verkehrsexperte Dudenhöfer von der Universität Essen meint.
Weil aber Heizöl ein zwangsweise abfallendes Derivat in der Erdölverarbeitung ist, wird es hier einen weiteren Preisverfall geben. Bis auch die Emirate der heimischen Logik, von Erdöl auf Solarstrom umzusteigen, wirklich gefolgt sind – denn wohin sollen sie Elektrizität exportieren? – wird soviel Zeit vergehen, wie eine Ölheizung technisch locker übersteht. Und wenn beim Wohnungsbrand ebenfalls die Schadstoffgrenzen gesenkt werden, riskieren wir politische Missstimmungen mit unseren arabischen Militärfreunden. Kann sich die NATO gar nicht leisten. Also …

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