© yurolaitsalbert – Fotolia.com
Online lesen

Kolumne: Was Trump wirklich will (Teil 1)

raum&zeit-Kolumne von Manfred Jelinski

Irgendwie ist es kurios. Heute ist der 24. Januar 2017. Alle Welt versucht zu verstehen, was für eine Politik Donald Trump eigentlich machen will. Und inzwischen macht, weil er ja an der Macht ist. Kleines, aber wichtiges Wortspiel, das die Antwort beinhaltet.
Trump macht gar keine Politik. Hier wird die falsche Frage gestellt. Trump führt einfach seine Firma weiter.
Ach so, die hat er an seine Töchter/Söhne und andere Abhängige abgegeben? Äh, was heißt das denn? Das Geschäft bleibt in der Familie.
Als der Nasdaq, der amerikanische Aktienindex, die 20.000er-Marke durchbrochen hatte, konnte es eigentlich jeder sehen. Der neue amerikanische Präsident führt per Regierungsdekret Marktoperationen aus, von denen seine Familienmitglieder als erste profitieren, weil sie auch als erste – und das heißt: VORHER – davon erfahren. So können die Aktienkäufe richtig organisiert werden.
Anfang letzten Jahres hatten wir Remote Viewing-Sessions auf die Weltwirtschaft in den nächsten Jahren. Da trat nach der Jahreswende ein wirklich unangenehmer Typ auf, ein richtiger Tycoon, ein Krisen-Kriegsgewinnler, der ordentlich Kasse macht.
Während andere, ethisch befangene Unternehmer, das Nachsehen haben.
„Wer soll denn das sein?“, haben wir uns gefragt, nicht weiter nachgehakt und die Sache den Akten übergeben. Und nicht weiter das Thema verfolgt, weil solche Themen für die Viewer immer sehr eklig sind. Die allermeisten Viewer müssen sich mit viel Disziplin durch die Themen Wirtschaft und Politik quälen, weil sie hier so deutlich mit Unmoral, Missgunst und Habsucht konfrontiert werden. Das als Erklärung, nicht als Entschuldigung.
Und nun ist die Jahreswende herum und die Situation ist genau da.
Die Börsianer jauchzen, die Werte für Nichtwerte steigen, und die hellen Köpfe überall warnen vor den Folgen. Das sei die falsche Politik für dieses Land, immerhin das wirtschaftlich Wichtigste der Welt. Warum sagen sie nicht, dass es die Firmenpolitik eines Vollblut-Heuschrecken-Unternehmers ist?
Lustig fand ich in dem Zusammenhang die Meldung vom Vortage, dass die reichsten Männer (und Frauen?) Amerikas gerade dabei sind, ihre Fluchtmöglichkeit in eine karibische Dependance vorzubereiten, falls es demnächst einen Volksaufstand, eine Revolution geben würde.
Rosa Muschi-Mützchen haben sie sicher nicht drauf gebracht. Die heraufziehende Gefahr war für sie sicher schon lange vorher bekannt, denn solche Absetzaktionen werden erst bekannt, wenn sie Aufmerksamkeit erregen. Und dafür müssen sie schon weit fortgeschritten sein.
Egal, ob Trump selbst oder sonst ein Strippenzieher im Hintergrund die Idee für diesen demokratischen Staatsstreich, und so möchte ich die Wahl des US-Präsidenten tatsächlich beschreiben, ist, alle Superreichen machen mit. Und die Politiker auch Europa sprechen geziert von „unverständlicher Politik“!
Nein, jetzt keine neue Verschwörungstheorie, aber mal ehrlich, warum verfolgt man diese falsche Fährte?
Nein, nein, man darf ja auch keine Vergleiche mit den Vorlauf anderer Weltkatastrophen bemühen – na gut, vielleicht Cäsar oder Napoleon (schönen Gruß übrigens an Herrn Erdogan) – aber ich möchte an dieser Stelle schon mal anmerken, dass man uns Deutschen eventuell anlasten könnte, dass die Großeltern dieses Präsidenten aus Nazi-Deutschland kamen. Oh, was für ein Erbe!
In meinem Umkreis höre ich im Gespräch mit erstaunlich vielen Leuten von Wetten, wann Trump umgebracht wird. April, sagt man, und der bekannte Hellseher Martin Zoller schrieb Trump einen besorgten Offenen Brief, in dem er um Leib und Leben des Tycoon fürchtet – vor Ende seiner Legislaturperiode. Na, das kann man doch auch als Rat nehmen. Nämlich vorher in einen der Karibikstaaten abzureisen. Da kann er sich mit Herrn Jammeh und all den anderen Kriegsgewinnlern treffen. Und wie wir aus dem Beispiel Chile wissen – unter Gleichgesinnten kann man es lange
aushalten.
Einzig frage ich mich, was Melania denkt. Sie lächelt immer so komisch.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/trump-aktien-bot-start-up-macht-geld-mit-trumps-twitter-ausfaellen-a-1132484.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-so-ist-die-lage-in-den-sieben-laendern-auf-trumps-einreisebann-liste-a-1132444.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/news-blog-heimatschutzminister-relativiert-donald-trumps-mauerplaene-a-1133603.html

Online lesen
zur Startseite