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Kolumne: Wieder angesagt – der Weltuntergang!

raum&zeit-Kolumne von Manfred Jelinski

Wie schön, dass 2012 hinter dem Ereignishorizont versunken ist!
Fünf Jahre ist es her, dass weltweit – nun, wenigstens in der Weite der Welt, die unser westliches Wirtschaftsinteresse umfasst – die Angst vor dem Weltuntergang richtig schön Kasse gemacht hat.
Fünf Jahre, das ist länger als sich irgendein moderner Bürger daran erinnern kann, was ein Spitzenpolitiker zur Wahl versprochen und dann nicht gehalten hat.
Dann also lustvoll auf ins nächste Unglück!
Es gibt wieder die hoffnungsvolle Erwartung, dass es endlich mit der Erde oder mindestens der Menschheit vorbei sein wird und Hellseher und Bücher, die für 2021 bis 2023 (ganz einig ist man da noch nicht) den absoluten Untergang voraussagen, haben wieder Konjunktur.
Ich sammle diese Bücher seit 20 Jahren. Zunächst war ich geneigt, dem einen oder anderen Seher oder Schriftgelehrten zu glauben.
Aber dann kam ich über Flohmärkte auch in den Besitz älterer Prophezeiungsbücher. Mein ganzer Stolz ist ein sehr schön gebundenes Buch aus dem Jahre 1920, das seine angekündigten Untergänge seit einigen Jahrzehnten überlebt hat.
Auch sehr schön die Bücher, die unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise geschrieben wurden. Ja, auch unter dem der neueren: 9/11 und Lehman-Pleite.
Heute entringt sich dem Leser ein müdes Lächeln, wenn er liest, dass der fast explosive Aufschwung der Börse in den 90er Jahren an den Vorlauf der Weltwirtschaftskrise in den 20er Jahren erinnert. Zur Zeit, als diese Zeilen geschrieben wurden, lag der DAX bei 5-6000. Für alle, die sich darum nicht kümmern: Heute liegt er über 12 000.
Der „Bauer aus dem Waldviertel“ erwartet seit 1977 die komplette Zerstörung New Yorks und den Untergang des Abendlandes in Naturkatastrophen und dem dritten Weltkrieg. Vorher wird aber noch „ein Österreicher, der als Kind Hitlers Reden gehört hat, zum deutschen Kaiser gekrönt.“ Da warte ich noch drauf.
Natürlich habe ich mich, seit ich Remote Viewing gelernt habe, auch um die Zukunft gekümmert. Komischerweise trat in keiner Session, die in meinem Projekt durchgeführt wurde, ein Weltuntergang auf.
9/11 und Lehman Mitte 2008, wer sich noch erinnert, ja, das hatten wir ungefähr ein Jahr vorher. Und Unglücke, wie zum Beispiel Fukushima. Aber nie einen Weltuntergang. Und auch keinen dritten Weltkrieg.
Das Ergebnis meiner Nachforschungen, wieso das so ist, lässt sich relativ einfach zusammenfassen. Die „Seher“ und „Nostradamusgelehrten“ schauten von unten hoch, also von der Vergangenheit in die Zukunft. Sie waren sich bewusst, was sie da taten, nämlich nach einer Katastrophe zu suchen und ihre Geschichtskenntnisse vergangener Katastrophen wurden mit eingeflochten.
Remote Viewer schauen sich einen Ort in der Zukunft an, wie er zu diesem Zeitpunkt aussieht und was die Leute dort denken und erleben. Und natürlich auch früher erlebt haben. Man kann also von der Zukunft in die Vergangenheit schauen, die dann ja festliegt.
Natürlich wissen Remote Viewer nicht, dass sie auf die Suche nach Untergängen geschickt werden. Sie haben ja nur die Codezahlen, die sogenannten Koordinaten. Ego, Angst und Gedächtnis bleiben außen vor.
Seit ungefähr 2003 habe ich verschiedene Artikel geschrieben, in denen ich versuchte darzustellen, dass weder der Euro abgeschafft wird, noch ein Krieg in Europa geführt wird, geschweige denn die Welt untergeht. Sondern dass der Strick um den Hals des Einzelbürgers in aller Friedlichkeit immer enger gezogen wird.
Diese Nachricht ist nicht sexy, verkauft nicht. Zitiert wird man auch nicht.
Aufsehen erregt man eher, indem man voraussagt, dass Donald Trump noch im ersten Jahr seiner Regierungszeit ermordet wird!
Ich schaue unsere Sessions dazu an: nichts da. Jaja, er ist ein ignoranter Choleriker, durch und durch Geschäftsmann und hat keinen Plan, der realistisch ausführbar ist.
Ja, er peitscht die Wirtschaftskräfte ein. Damit sie „America great again“ machen. Leider sagen unsere Voraussagen, dass sie am Ende erschöpft dastehen und keine Verbesserung erreicht haben, ja sogar aufbegehren.
Am Ende von was?
Am Ende von Trumps Regierungszeit. Dann kommt jemand anderes, eine Frau, blond, und macht wieder alles anders als er, ungefähr so wie zuvor.
Ich glaube, wenn nicht ein himmlisches Wunder geschieht, dann wird es genau so eintreffen.
Übrigens: unsere aktuelle Timeline reicht bis ca. 2500. Aber das sprengt den Umfang dieser Kolumne bei weitem.

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