Sensitivität und Medialität

Kooperation mit der anderen Wirklichkeit

Interview mit Simone Key, London, von Christiane Tietze-Gerhards, Wuppertal – raum&zeit Ausgabe 154/2008

Die Weltmodelle der Physik und der Spiritualität nähern sich einander an. Die Forschung von Masaru Emoto und Rupert Sheldrake zeigen, wie Denken auf Materie einwirkt. Und dass Gedanken heilen wie auch schaden können, haben Filme und Bücher beschrieben, die weltweite Beststeller geworden sind. Um mit unseren Gedanken die von uns gewünschte Welt zu erschaffen, brauchen wir freilich Disziplin und Training. In England hat das Training der Wahrnehmung, die mediale Arbeit, eine über 160-jährige Tradition. Und ist populärer denn je, so Simone Key, englisches Medium und Sprecherin des renommierten Arthur Findlay College in London Stansted. Im Interview mit der medialen Heilerin Christiane Tietze-Gerhards gibt sie spannende Einblicke in ihre mediale Arbeit.

Einführung

Es ist die Grundlage jeder sensitiven oder medialen Arbeit, sich in ein anderes Energiesystem einzufühlen. Das geht nur, wenn ich offen und entspannt anderes, vielleicht mir sogar sehr Fremdes, wahrnehmen kann, ohne es zu bewerten oder mir klar darüber zu sein, dass ich urteile. Dann schaue ich mir selbst genauer zu – bin achtsamer. Macken haben wir alle. Es geht darum, sie nicht zur einzigen Realität zu erheben.

Sensitive Arbeit umfasst ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung

Arthur Findlay College Stansted Hall wurde 1871 erbaut und 1964 testamentarisch von Arthur Findlay der Spiritualist National Union überschrieben. Das College bietet – neben einem wundervollen alt-englischen Ambiente – für Studenten aus der ganzen Welt die Möglichkeit, sich mit einer Vielzahl von medialen und spirituellen Themen, vermittelt durch ausgezeichnete Lehrer, zu beschäftigen.

Die eigentliche sensitive Arbeit geht in zwei Richtungen. Zum einen lernen viele hier zum ersten Mal wirklich zu verstehen, wie stark siedurch den emotionalen Zustand oder die Geisteshaltung ihres Umfeldes beeinflusst werden. Sie nehmen wahr, dass ihre Sensitivität, wenn sie unkontrolliert ist, im Alltag sehr irritierend sein kann. Zum anderen dehnen wir uns bei der sensitiven Arbeit über die „normale" Wirklichkeit hinweg aus, in einen inspirierten, erweiterten Zustand, der wiederum unser ganzheitliches Sein positiv beeinflussen kann. Wir können damit voranschreiten, „ein verantwortlicheres, gütigeres, verständnisvolles und mitfühlendes menschliches Wesen" zu werden, wie Glyn Edwards festhielt.1
Es geht um unsere persönlicheEntwicklung hin zu unserem ganzheitlichen Potenzial, dem Göttlichen in uns und zum Respekt vor dem anderen. Es gilt, sich mit den eigenen Hindernissen, den Schatten auseinanderzusetzen, denn diese verhindern eine klare Sicht auf den anderen. Und meine Erfahrung ist, dass die Zusammenarbeit mit den feinstofflichen Energien ein sehr hilfreicher und liebevoller „Schattentransformator" ist.
Im traditionellen britischen System ist seit einiger Zeit zu beobachten, dass man sich öffnet – für Impulse aus der östlichen Philosophie und auch für andere Ansätze, besonders in Bezug auf die Trance und ihre Einsatzgebiete. Das Interesse am traditionellen Spiritualismus nimmt auch in England, dem Mutterland, ab, aber gleichzeitig erlebt das mediale Arbeiten, das Interesse ander Verbindung mit Spirit2, frei von religiösem Hintergrund eine neue Hoch-Zeit.
Glyn Edwards, eines der wohl bekanntesten und angesehensten Medien in England, beschäftigt sich seit vielen Jahrzehnten mit sowohl der sensitiv-medialen Arbeit wie auch mit den östlichen Traditionen und Weisheitslehren. In einem Interview erklärt er: „Wenn – wie ich glaube – das Leben ewig besteht und mit allem verbunden ist – warum sollte es dann merkwürdig erscheinen, mit anderen Daseinsbereichen zu kommunizieren und in Kontakt zu treten? In allen großen Weisheitstraditionen wird dieser Kontakt mit anderen Bereichen erwähnt und von Anfang der Geschichtebis heute praktiziert. ...und auch die Ahnenverehrung sollten wir in Betrachtziehen – auch sie ist zutiefst (bis heute) in vielen Traditionen verankert... esgibt auch Schamanen und Orakel, die in verschiedenen Systemen konsultiert werden, auch hatten viele anerkannte Mystiker mediale Fähigkeiten." 3
Im nachfolgenden Interview spricht die Geistliche(„minister") Simone Key 4, Sprecherin des Komitees des Arthur Findlay College in London Stansted, mit mir über Sensitivität, Medialität, die Bedeutung der Trance und der Auswirkung dieser Arbeit auf unser Leben. 

Interview mit Simone Key: Heilen mithilfe der geistigen Welt

Christiane Tietze-Gerhards: Gehören Sensitivität und Medialität eigentlich immer zusammen, und soll Sensitivität immer zur Medialität führen?

Simone Key: Jeder ist in gewissem Umfang sensitiv veranlagt und um ein Medium zu sein, braucht es in jedem Fall eine angeborene sensitive Begabung. Ein Sensitiver arbeitet mit einer anderen Person in dieser Welt, er liest dessen Energie. Ein Medium muss in der Lage sein, noch darüber hinauszugehen inden Bereich der übersinnlichen Wahrnehmung.

C. T.-G.: Wie werden Sensitive oder Medien in England angesehen?

S. K.: Mit gemischten Gefühlen. Sensitivität ist eine wunderbare Fähigkeit. Doch es ist leider so, dass die „Psychics", wegender Telefon-"Beratungen" hier einen schlechten Ruf haben. Das ist oftmals eine reine Geldmache. Einige meiner Bekannten haben selbst die Erfahrung gemacht und Geld verloren, denn viele Psychics sind betrügerisch – sie halten die Menschen in der Leitung, ohne ihnen wirklich Informationen zu geben. Und ich sammle dann oftmals die Teile wieder zusammen. So bei einer Frau – sie wandte sich an mich, nachdem sie mit einer Telefon-Beratung gesprochen hatte. Diese Dame hat zwei Kinder – das hat die Sensitive korrekt wahrgenommen, und dann hat sie ihr gesagt, sie sähe drei kleine Gräber. Und das lässt niemanden kalt, das vergisst man nicht so einfach. Ich kann einfach nicht verstehen, wie irgendjemand, der noch ganz richtig im Kopf ist, so etwas sagen kann. Wie schlafen diese Leute eigentlich nachts? Deshalb ist eine gute Schulung so wichtig, damit man einen verantwortungsvollen Umgang mit der sensitiven Wahrnehmung lernt. Medien stehen besser da. Sie bekommen viel Beachtung in Presse, Funk und Fernsehen – gute und schlechte – aber immerhin Beachtung. Medialität ist populärer denn je. Aber nicht in der Art der Kirchen, die Menschen wollen den religiösen Teil nicht mehr. Sie wollen Unterhaltung, das Fernsehen. Ich bin ja auch Priesterin in der Spirituellen Gemeinde. Und da, wo ich lebe, gibt es drei Kirchen und eine Gemeindehalle. Also vier Orte in einem Umkreis von sechzig Kilometern, an denen man medial arbeiten kann – und wir können von Glück sagen, wenn sonntags vierzig Leute in der Kirche auftauchen, in der zweiten und dritten sind es nur zwanzig – und in der Gemeindehalle – wo es keinen Gottesdienst dazu gibt, wo einfach nur medial gearbeitet wird – da kommen 120 bis 150 Menschen. Die Leute wollen das Orthodoxe nicht mehr, das ist die Realität. 

Nähe zwischen Kunst und Medialität

C. T.-G.: Besonders Künstler oder Therapeuten belegen gern Kurse in medialem Arbeiten. Warum ist das so?

S. K.: Ich glaube, dass die Fähigkeit zur Medialität durch unsere kreative Seite kommt. Die meisten Sensitiven wie auch die Künstler sind anders als die Mainstream-Menschen, sie denken anders, sie sehen die Welt anders. Dies sind die Menschen, die von überall auf der Welt ans College kommen, sie denken selbst nach über das Leben in all seinen Facetten. Meistens sind es nicht mehr ganz junge Leute. Ich kann nicht sagen, dass die Menschen in England zu dieser Art von Arbeit finden, weil sie in einem spiritualistischen Haushalt aufgewachsen sind, das ist nicht der Fall. Die Menschen kommen, weil ihnen Dinge geschehen sind, die ihr bisheriges  Glaubenssystem in Frage gestellt haben. Ich habe einen sehr guten Freund in Schottland. Er ist in einer spiritualistischen Familie aufgewachsen und mit einundzwanzig war er der Präsident seiner Kirche und arbeitete am Arthur Findlay College.Ganz plötzlich änderte sich seine ganze Haltung, er trat von allem zurück, suchte sich eine richtige Arbeit (lacht) und erst jetzt, mit Ende 30 kommt er zurück in die mediale Arbeit. Und ich glaube, diese Zeit war ganz wichtig für ihn, sie hat ihn merklich bereichert. 

Zusammenarbeit zwischen geistiger Welt und medialen Heilern

Ich bin mir ganz sicher – die Wesen in der Geistigen Welt sind nur dann an uns und einer Zusammenarbeit interessiert, wenn wir wirklich etwas anzubieten haben, wenn wir Menschen wirklich behilflich sein möchten. Und dann bringt jeder etwas ganz Individuelles, Einzigartiges mit in diesen Dienst. Das liebe ich so daran, jeder ist ein Individuum. Denn Deine Erfahrungen können sich von meinen total unterscheiden – und wenn die Geistige Welt sich in Deine Ressourcen einklinkt, kann anderen Menschen geholfen werden als durch mein System. Nichts ist umsonst und nichts geht verloren.

C. T.-G.: Welche Rollespielt hier die Trance?

S. K.: Nun, ich arbeite mit Trance auf zwei unterschiedliche Arten. Einmal als Trance-Sprecherin, im philosophischen Sinne. Und als Trance-Heilerin. Für mich unterscheiden sich diese beiden Zustände sehr stark, obwohl sie natürlich beide passiv sind. Trance ist nichts, was am Anfang der medialen Arbeit steht – sie stellt sich bei manchen eher als eine Art natürliches Phänomen ein – nachdem man ein gewisses Verständnis der Medialität entwickelt und eigene Erfahrungen gesammelt hat. Manche Menschen sind einfach bestimmt für Trancearbeit, es ist „ihr Ding". Heute wollen viele Leute über die Trance-Ebene einen Einstieg bekommen und haben dabei jedoch (noch) keine Ahnung, wie Medialität an sich funktioniert, es braucht eine gute Vorbereitung. Ich bin der festen Überzeugung, dass man als erstes seine sensitiven und medialen Fähigkeiten trainieren sollte – um dabei zu einem Verständnis seiner sensitiven und medialen Begabung zu gelangen. Die Menschen müssen dazu in der Lage sein, den „Spirit"(das Geistige) zu fühlen, die Nähe von „Spirit" zu verstehen, ihre Sinne verfeinern, den Ablauf, die Verbindung einzugehen. Trance ist wie alles andere,das wir tun – je häufiger wir es tun, umso besser werden wir darin.

C. T.-G.: In der Trance meldet sich jedoch auch das Unbewusste ...

S. K.: Zu Anfang der Entwicklung sind es vielleicht 97 Prozent wir selbst, die sprechen, und drei Prozent „Spirit". Wann immer es dogmatisch klingt, wann immer Sachen wie: „du musst, ihr dürft nicht" ... vorkommen, kann man sicher sein, dass diese Botschaften nicht medial empfangen wurden, denn die Geistige Welt, mit der ich arbeite, würde so etwas niemals sagen. Es hat mit dem Unbewussten zu tun – denn Trance muss überdiesen Weg arbeiten. Durch die Veränderung im Bewusstseinszustand wird der bewusste Geist beruhigt und der Unbewusste mehr und mehr umgangen. Denn sonst greifen unter Umständen Vorurteile und Begrenzungen des Mediums – was eine Botschaftdurchaus behindern kann.

C. T.-G.: Was ist das Wichtigste in der Trance?

S. K.: Die Essenz ist wirklich die Verbindung mit dem „Spirit". Je besser diese Verbindunghergestellt wird, umso stärker geht man in den Trance-Zustand. Ich mag das Wort „tiefer" in Bezug auf Trance nicht, denn es impliziert „besser". Das höre ich die ganze Zeit in England – „Ich weiß nicht, was ich in Trance sage, ich bin ausgeschaltet, ich schlafe ein". Nun, das ist definitiv der falsche Zustand,denn man kann als Schlafender nicht in Trance sein, es braucht ein Minimum an Bewusstsein, und sei es nur darüber, dass jemand anderes durch mich spricht. Dieses Bewusstsein hat man. Und je näher/enger die Verbindung, desto besser die Trance. Man muss gar nicht in den „tiefen" Zustand gehen. Ich habe mich mit anderen Medien unterhalten, und wir sind der Ansicht, dass Medialität eine Art progressiver Verfeinerung ist. Je häufiger man in Trance geht, desto feinere Zustände können erreicht werden. Und es wird eine Zeit geben, in der wir diese Verbindung haben werden, ohne überhaupt in einen veränderten Bewusstseinszustand gehen zumüssen. Die Trance-Energie kommt, um den bewusst denkenden Geist zu beruhigen (damiter die Klappe hält) – also dieser Gedanke „im Hier und Jetzt sein" – das ist keine Trance. In dem Trance-Zustand ist es fast so, als wenn Du Dich aus dem Hier und Jetzt zurückziehst, und in einen stilleren Zustand gehst, wo dann der „Spirit" sich mit Dir verbinden und Dein Bewusstsein ausfüllen kann, um Informationen zugeben, die helfen, um andere Menschen aufzubauen, zu erleuchten, zu inspirieren und zu lehren. 

Trance-Zustand ist Einladung für feinstofflichen Heiler

C. T.-G.: Die Trance dient also dazu, den „Spirit" hervorkommen zu lassen?

S. K.: Die Ebene der Trance hängt von dem ab, was du tust. Wenn ich Trance-Heilung gebe, bringe ich meinen Geist in einen ruhigen Zustand. Dann stehe ich auf und werde immer passiver. Das ist so, als ob ich mich in mich selbst zurückzöge. Es übernimmt dann der feinstoffliche Heiler die Regie. Dieser spricht mit dem Patienten darüber, was mit ihm los ist. Aber erstellt nicht nur fest, was los ist, er sagt auch, wie es passiert ist und wieder Mensch wieder gesund werden kann. Und das könnte ich nicht, ich könnte als Sensitive zwar erklären, was mit dem Empfänger los ist, aber ich könnte nicht sagen, was die Ursache ist und auch nicht so einfach, wie es passiert ist. Und ich muss sagen, die Leute sind echt mutig. Sie gehen danach zu ihrem Arzt und sagen: „Der Trance Heiler hat gesagt, dies und das stimmt nicht mit mir" und lassen dann überprüfen, ob das stimmt.

C. T.-G.: Nehmen die Ärzte das so an?

S.K.: Nein (lacht), nicht immer, deshalb sage ich ja, sie sind mutig. Jeder mit klarem Verstand braucht eine gewisse Art der Ermutigung und Bekräftigung, um die richtigen Dinge zu sagen. Das ist die menschliche Natur. Im Trance-Zustand arbeiten wir mit einem kollektiven Bewusstsein. Da ist nie nur einer. Es ist ein Team von Helfern, sie haben kein Ego, sie wollen nur behilflich sein. Ich arbeite auf verschiedene Arten, aber Trance ist für mich einfach besonders kostbar. Ich bin da sehr beschützend. Das hat mit der Verbindung mit dem „Spirit" zu tun, denn man kann sich ja einfach nicht näher kommen als in der Trance. Manchmal, am Ende der Verbindung kann ich sehr emotional werden. Ich glaube, es liegt daran, dass die Verbindung sich zurückzieht, erst diese Erhöhung und Erweiterung – und wenn das dann wieder geht ... Das Zurückziehen macht mich emotional (lacht). Entzugs-Symptome. 

Trance

Alpha-, Beta-, Delta- und Thetawelle (von oben nach unten)

Der Begriff „Trance" ist abgeleitet aus dem lateinischen „transire"– hinübergehen und beschreibt den Wechsel von einem aktiv wachen Bewusstseinszustand (Beta) in eine tiefere Entspannung (Alpha bis hin zuDelta-Wellen) hinein, in der eine Öffnung für andere Wahrnehmungsdimensionen möglichist. Die Trance-Arbeit wird seit Urzeiten von Schamanen überall auf der Welt genutzt, um Informationen und Heilungsenergien herbeizubringen. 

Hilfen für ein glückliches Leben

C. T.-G.: Ich habe in einem Kurs gehört, dass die englischen Medien nicht gern so tief in eine Botschaft einsteigen wollen, da sie keine ausgebildeten Therapeuten sind. Aber für mich sind gerade die Botschaften, die Hinweise fürs eigene Leben – so deutlich und tief greifend wie möglich – das Entscheidende. Sind sie nicht viel wichtiger als einfach nur einen Beweis für ein Leben nachdem Tod zu erbringen?

S. K.: Auf jeden Fall, und ich denke nicht einenAugenblick, dass es bei meiner Arbeit um Beweise für ein Leben nach dem Tod gibt. Die jenigen von uns, die in diesem Bereich arbeiten, brauchen keine Beweise. Ich muss nicht wissen, dass meine Mutter in der Geistigen Welt ist. Ich will Informationen über meine Arbeit, wie ich sie verbessern kann, wie ich mich besser verbinden kann, und was der „Spirit" für mich will. Außerdem ist meistens die einfachste Botschaft die Beste. Es ist doch klar, wenn jemand sagt: „Hier ist deine Mutter", dann willst du nicht wissen, wie ihre Schuhe aussehen. Du willst etwas hören, was diesen einen Menschen von allen anderen unterscheidet. Welchen Sinn macht es, unendlich vieles zu beschreiben, was letztendlich doch kein Beweis ist? Und das Wichtigste ist doch, wie man seine eigene Arbeit, die Anbindung und Einstimmung an die Geistige Welt, die höheren Energieebenen, verbessern kann, wie man das eigene Leben sinnvoller gestalten kann, und wie man mit Schwierigkeiten umgehen und glücklich sein kann.

C. T.-G.: Für wie wichtig halten Sie die Arbeit an den eigenen Schattenbereichen wie zum Beispiel alten Beziehungen, Verhältnis zu den Eltern ...?

S. K.: Das ist sehr wichtig, man muss einfach sein altes „Gepäck" loswerden, das ist grundlegend. Außerdem muss man manche Leute tatsächlich daran erinnern, dass sie ja auch Verantwortung im Leben haben – ihren Lebensunterhalt, ihre Beziehungen. Wenn Leute behaupten „die geistige Welt drängt mich, diese mediale Arbeit zu tun" dann glaube ich, dass es meist das Ego der Leute selbst ist, das sie drängt. Sie selbst wollen das. Der „Spirit" weiß – wir haben eine Ewigkeit Zeit, es hinzubekommen. Und manchmal sage ich dann auch zu jemand: „Komm in zehn Jahren noch mal wieder". Aber das tue ich nur, wenn's wirklich sein muss. Das ist ja nicht, was sie hören wollen. Die meisten wollen bestätigt bekommen, wie wundervoll sie sein werden. Wir sind schließlich alle nur Menschen. Aber ich bin Realist. Daher weiß ich – von all den Leuten, die wir im Jahr unterrichten, werden nur einige wenige wirklich gute Medien werden. Aber das ist auch nicht die Hauptsache, denn diese Arbeit macht aus ihnen bessere Menschen, es macht sie toleranter, mitfühlender und sensitiver. Und das ist das Wichtigste.

C. T.-G.: Vielen Dank für das Gespräch. 

Simone Key

Minister and Approved Teacher of The Spiritualists‘ National Union. Die mediale Begabung lag bei Simone Key in der Familie, schon ihre aus Ägypten stammende Mutter und Großmutter hatten mediale Gaben. Nach einer schweren Krankheit vor mehr als 20 Jahren kam Simone zum Spiritualismus und entdeckte ihre Lehrund Heilbegabung. Sie lehrt seit Mitte der 90er Jahre am Arthur Findlay College sowie in ganz Großbritannien und gibt außerdem Kurse in Europa, Südafrika und den USA. Mehr zu ihrer Arbeit auf www.simonekey.co.uk

Die Autorin

Christiane Tietze-Gerhards,
Jahrgang 1961, Grundstudium der Psychologie, danach Studium der Anglistik/Germanistik an der Uni Wuppertal (Magister-Abschluss) mit anschließender Tätigkeit als Übersetzerin und Fremdsprachenkorrespondentin, parallel dazu Ausbildung in Kung Fu, Tai Chi, Pa Kua und chinesischer Heilkunde (TCM, Akupressur) sowie in tibetischer Philosophie und Mediation, Reiki-Meisterin, Ausbildung in Sport- und Fußreflexzonenmassage mit ärztlicher Prüfung, regelmäßige mediale Schulung am Arthur Findlay College in Stansted (England) in Trance- und Mental Mediumship und in Geistigem Heilen.
Seit einigen Jahren schwerpunktmäßig Trance- und Heilungsarbeit mit Tönen und Klängen, Weiterbildung u. a. bei Tom Kenyon (USA).

Literatur

1 Glyn Edwards: „21 Steps to reach your Spirit", Quantum,2001, S.36

2 Ich verwende das englische Wort „Spirit", da die deutsche Übersetzung „Geist" nicht ganz genau ist und eher dem englischen „Mind"entspricht und gleichermaßen an „Geist" im Sinne von „Gespenst" denken lässt –beides trifft den Kern nicht. Spirit ließe sich am ehesten durch „Geistige Welt"– Helfer aus der Geistigen Welt u. ä. übersetzen, wobei dabei die Wortbindung andie Spiritualität verloren geht.

3 zitiert aus Glyn Edwards: „The Gordon Higginson Fellowship" – www.ghf-web.com/teachings/powersspirituality.htm

4 http://www.simonekey.co.uk 

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