Impfungen bei Gebärmutterhalskrebs

Eine neue Attacke auf Patientinnen

Von Thomas A. Hein, Wolfsheim – raum&zeit Ausgabe 144/2006

Schon der Gedanke, einem Krebsgeschehen mit Impfungen beizukommen, wirkt grotesk. Zeigen die bisherigen Erkenntnisse doch, wie komplex die biochemischen und seelischen Hintergründe dieser Krankheit sind. Angeblich sind die Wissenschaftler jetzt aber so weit, gegen Gebärmutterhalskrebs impfen zu können. Doch mit welchem Nutzen?
Der Medizinjournalist Thomas Hein prüfte die Arbeiten der Forscher und sah deren Argumentationsgebäude haltlos in sich zusammenstürzen …

Der Mythos von der Heilung

Es ist eine alte, von Erfolglosigkeit gekrönte Geschichte: Seit fast 100 Jahren postulieren Forscher der Schulmedizin immer wieder die Idee, dass Viren Krebs auslösen könnten. So auch bei Gebärmutterhalskrebs. Doch diesmal gehen sie sogar noch einen Schritt weiter und präsentieren uns eine Impfung. Eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Sie soll zu circa 70 Prozent vor dem Erkranken an Gebärmutterhalskrebs schützen und dies für einen Zeitraum von circa fünf Jahren.1 Soweit die offiziellen Zahlen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg.

 Krankheit als Feind

 

So richtig Fahrt bekam die Idee, dass Viren Krebs auslösen könnten, in den 70ern, als der damalige US-Präsident Richard Nixon den „war on cancer“, den „Krieg gegen Krebs“ ausrief. Allein die Wortwahl zeigt sehr deutlich die Denkweise der Medizin-Elite: Krankheiten entstehen durch äußere Feinde und die können nur mit Gewalt beziehungsweise Krieg bezwungen werden. Nach Nixons Kriegserklärung begann die Forscher-Elite damit, massenweise staatliche Forschungsgelder in die Erforschung des angeblichen Zusammenhangs „Virus – Krebs“ zu lenken. Seit damals sind mehrere Hundert Milliarden Dollar Forschungsgelder in diesen „Krieg“ geflossen, doch die Ergebnisse sind desillusionierend. Denn die Erkrankungs- und Todesraten an Krebs sind seither erheblich gestiegen. Anfang der 80er Jahre wurde der Forschergemeinde dann so langsam klar, dass sie auf dem Holzweg war. So fasste zum Beispiel „Der Spiegel“ die damalige Situation folgendermaßen zusammen: Die Experten „haben den Retroviren alles Böse zugetraut – die Auslösung von Krebs vor allem – und dafür Spott und Niederlagen ohne Zahl einstecken müssen.“2 Nichtsdestotrotz will das Medizin-Establishment diese Idee einfach nicht aufgeben und sucht sogar nach Impfungen gegen die angeblich krebsauslösenden Viren. Möglicher Grund für die grobe Uneinsichtigkeit der Forscher: Impfungen sind ein äußerst lukratives Geschäft.

 Meldungen von angeblichen Siegen

So werden wir alle paar Jahre wieder mit Meldungen konfrontiert wie dieser aus dem Jahre 2004: „Impfung gegen Nierenkrebs erfolgreich getestet.“3 Die Nachricht geisterte durch alle Gazetten. Von der Zeitung „Die Welt“ bis (natürlich) zur „Bild“ hatten alle diese „frohe“ Meldung im Blatt. Alle beriefen sich auf eine Studie aus dem Fachblatt „Lancet“, aber niemand schaute genauer hin. 

Das NDR-Magazin „Zapp“ legte diese Studie jetzt der Fachwelt vor.4 Das Ergebnis ist ernüchternd. So kritisiert Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Hans Joachim Trampisch von der Ruhr Universität Bochum schwere Mängel in der Planung der Studie. Auch Lutz Edler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg interpretiert die Ergebnisse mit Vorsicht. Die Zweifel in der Fachwelt gründen unter anderem darauf, dass sich das positive Abschneiden des Impfstoffs auf sehr wenige Patienten stützt. Außerdem kritisieren Fachleute, dass die Forscher die Wirkung des Impfstoffs danach beurteilt haben, ob sie Metastasen entdeckt haben oder nicht. Aber deren Entdeckung hängt ganz einfach auch davon ab, wie intensiv man sucht. Deshalb ist es problematisch, dass Patienten und Ärzte wussten, wer die Impfung erhalten hat. Außerdem belegen die Ergebnisse der Studie nicht, dass die Impfung das Leben der Patienten verlängert. Die Ärzte haben nämlich die Entwicklung der Patienten beider Kontrollgruppen „sicherheitshalber“ nicht weiter erfasst, nachdem erste Metastasen auftraten. 

Wie sieht es jetzt aus mit der neuesten Frohbotschaft der uneinsichtigen Virenjäger, der „Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs“? Seit 1982 glaubt die Wissenschaft zu wissen, dass bestimmte Viren – Viren aus der Gruppe der Humanen Papilloma-Viren (HPV) – Gebärmutterhalskrebs auslösen können. So erklärt Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs folgendes: „Erst in den Jahren 1982 beziehungsweise 1983 gelang es zwei Doktoranden aus meiner Abteilung, Matthias Dürst und Michael Boshart, aus Tumormaterial die häufigsten krebserregenden Papillomavirustypen HPV16 und HPV18 zu isolieren. Das Erbgut dieser beiden Viren fanden wir im Folgenden in rund siebzig Prozent aller Gewebeproben von Gebärmutterhalskrebs … Wie mein Mitarbeiter Magnus von Knebel Doeberitz kurz darauf zeigte, ist die Aktivität dieser beiden Gene in der Tat für das bösartige Wachstum der Krebszellen verantwortlich.“ 

 Revision eines Virusjägers

Der ehemalige Doktorand Matthias Dürst ist mittlerweile Professor und arbeitet an der Frauenklinik der Universität Jena. Dort stellte er im Oktober 2003 eine weitere Studie zu den Ursachen des Gebärmutterhalskrebses auf genetischer Ebene vor. Prof. Dr. Matthias Dürst, wissenschaftlicher Leiter der Forschergruppe, sagte damals: „Die Infektion mit dem Papillomavirus allein löst noch keinen Krebs aus.“5  Erst die genetischen Veränderungen auf den Chromosomen würden zu einem Tumorwachstum führen. 

Diese Gen-Mutationshypothese wird übrigens von George Miklos, einem der ganz Großen der Genforschung, in der Fachzeitschrift „Nature Biotechnology“ als „grundlegend falsch“ deklariert. Sie komme „Voodoo science“ gleich. Doch zurück zur Virentheorie: Eigentlich könnte ich den Artikel an dieser Stelle beenden. Denn wie soll eine Impfung gegen Papillomaviren (wenn sie denn funktioniert) vor Krebs schützen, wenn dieses Virus allein noch keinen Krebs auslöst? Doch schauen wir weiter:

Hat Prof. Dr. Matthias Dürst also seine Meinung geändert? War seine Doktorarbeit fehlerhaft? Kein Wort dazu! Im Gegenteil: Denn gleichzeitig propagiert jener Prof. Dr. Matthias Dürst einen Test, der Papillomaviren–DNA in Zellabstrichen nachweisen soll. Dieser Test solle künftig vermehrt in der Krebsvorsorge angewendet werden, um festzustellen, ob die betroffene Patientin mit dem Papillomavirus infiziert ist oder nicht. Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand fragt sich jetzt doch: Warum? Warum soll ich einen Test auf Papillomaviren-DNA (also nicht einmal das Papillomavirus selbst) machen lassen, wenn doch mittlerweile bekannt ist, dass dieses Virus allein noch keinen Krebs auslöst? Absurd? Wer sich länger und intensiver mit den schulmedizinischen Theorien bei chronischen Krankheiten beschäftigt, gewöhnt sich schon fast an diese Absurditäten. Sie sind an der Tagesordnung. So kontert Prof. Dr. Matthias Dürst den Einwurf, der Nachweis der Virus-DNA würde zu viele Frauen als gefährdet einstufen, mit folgenden Worten: „Wir können aber belegen, dass umgekehrt aus dem Fehlen dieser DNA mit 99,6 prozentiger Sicherheit darauf geschlossen werden kann, dass die untersuchte Frau nicht an einer Präkanzerose oder Gebärmutterhalskrebs erkrankt ist.“ 5 Das hört sich natürlich gut an: 99,6-prozentige Sicherheit. Diese tolle Versprechung relativiert sich allerdings, wirft man einen kurzen Blick in die Statistik: Jährlich erkranken in Deutschland laut offiziellen Verlautbarungen etwa 7 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.4 Bei geschätzten 40 Millionen Frauen in Deutschland sind das etwa 0,017 Prozent der Frauen. Das heißt, pro Jahr erkranken 99,983 Prozent der Frauen sowieso nicht an Gebärmutterhalskrebs. Gebärmutterhalskrebs ist hierzulande eine eher seltene Krankheit. Da kann man eine 99,6-prozentige Sicherheit natürlich leicht geben, sogar ohne aufwändigen Test, einfach aufgrund der Statistik. 

Sie sehen, das Problem beim Gebärmutterhalskrebs beginnt eigentlich schon bei der Krebsvorsorge. Meines Erachtens ist schon das Wort Vorsorge irreführend, denn es handelt sich allenfalls um eine Früherkennung, wenn überhaupt. So schreiben sogar die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft zum Thema Gebärmutterhalskrebs: „Viele Menschen sind der Meinung, Früherkennungsuntersuchungen würden zuverlässig vor dem Ausbruch der Krankheit schützen, seien also ‚Vorsorge- oder Vorbeugeuntersuchungen‘. Dies trifft nicht zu.“6

 Dubioser Test auf Zellveränderungen

Standardmäßig wird in der „Gebärmutterhalskrebs–Vorsorge“ heute immer noch der sogenannte PAP-Test durchgeführt. Er ist seit mehr als 30 Jahren Kassenleistung. Jede Frau ab dem 20. Lebensjahr hat in Deutschland ein Anrecht auf einen PAP-Test pro Jahr. Entwickelt wurde dieser Test 1928 von dem griechischen Arzt George Papanicolaou. Er beruht auf der Beurteilung von gefärbten Zellabstrichen des Muttermundes. Gesucht wird dabei nach veränderten Zellen. Aus diesen Zellveränderungen – so die Theorie – kann sich dann eventuell später ein Krebs entwickeln. Der Befund wird einer bestimmten Kategorie zugeordnet, wobei diese von PAP I bis PAP V reicht, je nach Schwere der Veränderungen. 

Dieser PAP-Test ist aber nicht wirklich zuverlässig. Seine Treffsicherheit liegt zwischen 50 und 80 Prozent. Die Gründe: Kranke Zellen werden oft übersehen, weil eine simple Entzündung den Blick auf veränderte Zellen verschleiern kann, das untersuchte Zellmaterial ist nicht aussagekräftig genug, außerdem stehen die Laborassistenten, die diese Untersuchungen machen, oft unter Zeitdruck. An der Uni Hannover ergaben sich beispielsweise bei einer an 8 500 Frauen durchgeführten Screening-Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs 86 Verdachtsfälle. Als später externe Experten die Befunde kontrollierten, konnten sie die Verdachtsdiagnose Krebs nur in 46 Fällen bestätigen. Das ergibt bei PAP-Verdachtsdiagnosen eine stolze primäre Fehlerrate von fast 50 Prozent. Der Frauenarzt Karl Ulrich Petry, einer der Leiter der Studie, fasste die Ergebnisse mit folgenden Worten zusammen: „Beim primären Zervixkarzinom-Screening hat man manchmal das Gefühl, einen „Wackelpudding“ an die Wand nageln zu wollen. Die erhobenen Befunde sind nicht wirklich verlässlich.“

 PAP-Test

Der Test geht auf den griechischen Arzt George Papanicolaou zurück, der ihn in den USA entwickelte. Er gilt als Teil des Krebsfrüherkennungsprogrammes und wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Der behandelnde Arzt macht hierbei einen Abstrich von Zellen des Muttermundes und des Gebärmutterhalses. Dieses Zellmaterial schickt er zum Pathologen, der es in bestimmte Befundgruppen einstuft. Ein abnormer Pap-Abstrichbefund bedeutet laut Krebsforschungsinstitut Heidelberg nicht, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Vielmehr gingen die meisten Veränderungen auf Entzündungen zurück. Er könne aber ein Hinweis darauf sein, dass das Risiko, Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln, erhöht sei. Zweifelsohne versetzt ein derartiges Ergebnis die Frauen jedoch erst mal in Panik. Und dies meist umsonst, da die Fehlerquote der Verdachtsdiagnosen bei fast 50 Prozent liegt. Panik aber belastet bekanntermaßen das Immunsystem erheblich.

 Panikmache statt Früherkennung

Zusätzlich hat der meist als unempfindlich gescholtene PAP-Test mit dem Beifang-Problem zu kämpfen, da er nicht nach Frühformen, sondern nach Vorstufen sucht, die sich in den allermeisten Fällen von selbst zurückbilden. Solche falschen und/oder voreiligen Diagnosen führen dann ganz schnell zu unnötigen Operationen. Drohende, angstmachende Worte wie „Aus den veränderten Zellen sollte gar nicht erst ein Krebs entstehen können“ fallen oft in diesem Zusammenhang. So kommt es allein in den USA jährlich zu 200 000 Entfernungen der Gebärmutter 8 – und das obwohl in den USA jährlich nur 14 000 Frauen 9 an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Auch das British Medical Journal veröffentlichte im Jahre 2003 eine Studie zu der Krebsvorsorge bei Gebärmutterhalskrebs.10 Die Ergebnisse sind erschreckend: Mit 7 700 Abstrichen wurden bei 150 Frauen verdächtige Zellen aufgespürt, 80 Frauen wurden daraufhin eingehender untersucht und 50 Frauen operiert. Am Ende starb eine Frau trotz Früherkennung an einem Gebärmutterhalstumor und eine wurde gerettet. Mit anderen Worten: Um eine einzige Frau vor dem Tod durch einen Gebärmutterhalskrebs zu bewahren, müssen 1 000 Frauen 35 Jahre lang zur Früherkennung gehen. Von diesen Frauen werden 150 ein besorgniserregendes Testresultat bescheinigt bekommen, was bekanntermaßen Stress verursacht, der sich wiederum negativ auf die Gesundheit auswirkt. 50 Frauen werden gar wegen ihres möglichen Tumors behandelt werden – mit allen Risiken und Nebenwirkungen einer Krebstherapie. So wundert es wohl auch niemanden, dass es einen direkten wissenschaftlichen Beweis für die Effektivität des PAP-Testes nicht gibt. 11 Trotz allem wird der PAP-Abstrich als eine der größten Erfolgsstorys in der Geschichte der Präventivmedizin gefeiert. 

 Nicht weniger fragwürdig: Der Virentest

Als Alternative und/oder Ergänzung zum PAP-Test wurde vor circa vier Jahren in Europa der sogenannte HPV-Test eingeführt (HPV steht für Humane Papilloma Viren). Es handelt sich dabei um den oben schon erwähnten Nachweis der Virus-DNA. Für ihn wird seither kräftig die Werbetrommel gerührt. Er solle die Krebsvorsorge jetzt wesentlich sicherer und genauer machen. Dabei ist er lediglich ein weiterer Schritt, die Patienten davon zu überzeugen, der Gebärmutterhalskrebs hätte irgendetwas mit Viren zu tun. Folgt man der schulmedizinischen Erklärung, so erkennt der HPV-Test zuverlässig die Humanen Papillomaviren, die sich in fast jedem Tumor befinden sollen und die angeblich Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Bedenkt man aber die Tatsachen, dass nur 0,1 Prozent der mit Humanen Papillomaviren infizierten Frauen überhaupt an Gebärmutterhalskrebs erkranken, dass sich aber fast jede Frau irgendwann in ihrem Leben beim Geschlechtsverkehr (die Viren sollen sexuell übertragbar sein) mit Papillomaviren ansteckt, die später ebenso unbemerkt verschwinden, wie sie gekommen sind, beginnt man zu erahnen wie hoch die Fehlerquote dieses HPV-Testes ist. 12 Selbst wenn man die sexuell besonders aktiven Frauen bis 30 vom Test ausnimmt und sich auf den Nachweis besonders gefährlicher Virentypen beschränkt, würde der Virentest noch mehr Frauen, die niemals einen Tumor bekämen, als gefährdet einstufen, als der PAP-Test  es tut. Der Gynäkologe Dr. Christian Fiala aus Wien, der sich schon seit Jahren mit der Virentheorie beschäftigt, sagt dazu: „Ich halte die derzeitigen Nachweise für HPV für nicht zielführend. Es ist ja auch interessant, dass der reine HPV-Nachweis keine sinnvollen Ergebnisse gebracht hat. Deshalb wurden Begriffe wie high risk und low risk HPV geschaffen und Befunde je nach Genomsequenzen eingeteilt. Inwieweit diese Genomsequenzen tatsächlich von einem exogenen Virus kommen, kann ich nicht nachvollziehen, habe aber große Zweifel.“

Machen wir also den Praxis-Test: Nehmen wir an, eine Frau unterzieht sich dem HPV-Test und das Ergebnis ist positiv. Dies bedeutet, aus der vor fünf Minuten noch gesunden Frau wird eine HPV-Infizierte (mit allen Folgen für die Psyche). Doch was bringt das Ergebnis der Patientin (außer der psychischen Belastung) und dem Arzt? Kurzfristig gar nichts, denn das Untersuchungsergebnis zieht normalerweise keine diagnostischen, und, da sich die Infektion ja nicht behandeln lässt, auch keine therapeutischen Konsequenzen nach sich. Man wartet einfach ab und schaut in ein paar Monaten noch einmal nach und untersucht dann, ob sich Zellveränderungen ergeben haben. Die Konzentration auf die vermeintlich „bösen“ Viren ist also vollkommen unnötig und versetzt die Betroffenen überflüssigerweise in Panik. Dass das Festhalten an der Virentheorie vollkommener Unsinn ist, zeigt ja auch die schon erwähnte Tatsache, dass lediglich 0,1 Prozent der mit Humanen Papillomaviren infizierten Frauen an Gebärmutterhalskrebs erkranken. Wie man bei einer „Häufigkeit“ von 0,1 Prozent überhaupt von einem Zusammenhang zwischen Viren und Krebs reden kann, bleibt mir ein großes Rätsel. Ebenso zeigen die-se Tatsachen und Zahlen, wie unnötig eine Impfung gegen HPV ist, sollte sie denn überhaupt funktionieren. Der mögliche Schaden durch die Impfung (zum Beispiel wird bei der Impfung Aluminiumhydroxid als Zusatzstoff verwendet) ist dabei noch gar nicht mit eingerechnet. Dieser Schaden ist – immer vorausgesetzt die Impfung funktioniert tatsächlich – womöglich größer als der Nutzen.

 Es ginge auch effektiver

Übrigens ließe sich die Qualität der Vorsorge beim Gebärmutterhalstumor auch mit herkömmlichen Methoden deutlich verbessern. Dies ist zumindest die Meinung von Michael Menton, Professor an der Universitätsfrauenklinik Tübingen und Mitautor einer HPV-Studie. Seit Jahren muss er den Niedergang des Kolposkops beobachten, einer Art Lupe, mit der verdächtige Stellen auf dem Muttermund betrachtet werden. Dabei werden mit einer Zwickzange kleine Gewebeproben entnommen, wodurch man zum Beispiel neun von zehn positiven HPV-Befunden als Fehlalarm aussortieren könnte. Trotzdem wird die kolposkopische Abklärung verdächtiger Befunde von den gesetzlichen Kassen nicht bezahlt. „Die Ursache ist banal: Geld“, sagt Menton. Denn an Kolposkopen ist wenig zu verdienen. Einmal angeschafft, halten sie fast ewig. Doch den HPV-Test einzuführen, ohne gleichzeitig eine weitere hochwertige Untersuchung durchzuführen, wäre für die Frauen, so Menton, eine „Katastrophe“. 13 Und Menton führt noch ein weiteres Problem an: Da die Kolposkopie von den Kassen nicht bezahlt wird, führen viele Ärzte immer noch eine Konisation durch, ohne vorher auch nur einen Blick auf die Zellveränderungen geworfen zu haben. So gilt die Konisation vielen Ärzten als Standardmethode, um verdächtige Befunde abzuklären. Dabei ist die Konisation eigentlich keine Untersuchungsmethode, sondern eine Behandlungsmethode. Denn Konisation heißt Operation. Unter Narkose wird der verdächtige Bereich (plus ein Teil des gesunden Gewebes) entfernt. Bei 2 bis 3 von 100 Konisationen kommt es zu schweren Blutungen. In seltenen Fällen kann es sogar zum Verlust der Gebärmutter kommen. In Lehrbüchern und Broschüren heißt es jedoch beschönigend, dass bei der Konisation mit der Diagnose auch gleich die Therapie erfolgt sei. Dies gilt natürlich nur, wenn sich der Verdacht beim Untersuchen des Gewebes im Nachhinein bestätigt. Wie oft sich dieser Verdacht bestätigen wird, kann man ungefähr daran ablesen, dass von 100 gesunden Frauen, die der PAP-Abstrich als deutlich gefährdet einstuft, nur eine Frau einen Tumor entwickelt. 14 

 HPV-Test als Impfpropaganda

Doch zurück zum HPV-Test. Wie wir gesehen haben, führt dieser Test nicht zu einer Verbesserung bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. So war die Einführung des HPV-Tests vielleicht auch nur ein weiterer Baustein zur Einführung der Impfung. Denn wenn jeder überzeugt ist, dass der Gebärmutterhalskrebs etwas mit Viren zu tun hat, dann muss man nur noch eine lukrative Impfung dagegen entwickeln und schon klingelt die Kasse. 

Dieser Impfstoff ist jetzt fertig. Er wurde im Juni 2006 unter dem Namen Gardasil zur vorbeugenden Immunisierung gegen einige, angeblich Gebärmutterhalskrebs auslösende Papillomaviren in den USA zugelassen. Im Rahmen einer Pressekonferenz des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg wurde Gardasil am 5. Juli 2006 auch dem deutschen Publikum vorgestellt. Voraussichtlich im November dieses Jahres soll der Impfstoff dann auch in Deutschland zuge-lassen werden. Kosten für die Impfung: circa 300 Euro. 

Entwickelt wurde die Impfung gemeinsam vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) in Kooperation mit dem US-amerikanischen National Institute of Health. Diese beiden Institutionen sind auch gemeinsame Eigentümer der Patente für ein Gen, das als Grundlage für den Impfstoff dient. Vertrieben wird das Mittel in den USA vom Pharmakonzern Merck, hier in Deutschland wird es Sanofi Pasteur MSD GmbH sein. Ein zweiter Impfstoff, Ceravix, von GlaxoSmithKline, soll Ende 2006 folgen. Auch hier liegen die Patente beim DKFZ in Heidelberg und beim US-amerikanischen National Institute of Health.

Laut Prof. Lutz Gissmann, Leiter der „Gardasil – Entwicklungsgruppe “ am DKFZ in Heidelberg, beschäftigt sich die Ständige Impfkommission (STIKO) gerade damit, ob die Impfung empfohlen werden soll. 15 Der STIKO-Vorsitzende Prof. Dr. med. Heinz-J. Schmitz verkündete bereits, dass diese Impfung „ein ganz wichtiger Meilenstein” bei der Bekämpfung von Krebs werden könnte. (Zitat aus Informationsdienst Wissenschaft). In diesem Zusammenhang ist es möglicherweise kein Zufall, dass die Bundesregierung im Rahmen der Gesundheitsreform derzeit heimlich, still und leise die von der STIKO empfohlenen Impfungen zur Pflichtleistung der Kassen machen will. Kommt das Gesetz durch, dürfen die Krankenkassen im Extremfall für mehrere Millionen Mädchen etwa je 300 Euro hinblättern. Was dies für unser an chronischem Geldmangel leidendes Gesundheitssystem bedeutet, kann sich jeder denken. Freuen können sich hier höchstens die Vorstandsetagen der Pharmafirmen Merck, Sanofi Pasteur MSD GmbH und GlaxoSmithKline, bei denen dann kräftig die Kassen klingeln werden. Für Merck wäre ein finanzieller Erfolg der Impfung ein guter Ersatz für den alten Kassenschlager Vioxx, ein Rheumamittel, das wegen seiner schweren Nebenwirkungen 2004 aus dem Verkehr gezogen wurde, was zu kräftigen Umsatzverlusten führte.

 Dubiose Erklärungen

Wie soll die Impfung funktionieren? Laut Virentheorie gibt es über 100 verschiedene Papillomaviren, von denen allerdings die meisten keine Probleme machen. Doch es soll auch gefährliche „Hoch-Risiko-Viren“ geben, die auf der Schleimhaut zu unscheinbaren, flachen Erhebungen führen würden. So zum Beispiel die Typen 16 und 18 der Humanen Papillomaviren. Prof. Lutz Gissmann sagt dazu: „Das sind dann echte Vorstufen zum Gebärmutterhalskrebs, Vorstufen in dem Sinn, dass je nach Stadium dieser Veränderung das Risiko zwischen 1 und vielleicht 20 Prozent ist, dass aus einer solchen Veränderung – wenn sie nicht behandelt wird – nach mehreren Jahren Krebs werden kann.“ 16  Wie Lutz Gissmann auf 1–20 Prozent kommt, wenn doch nur 0,1 Prozent der infizierten Frauen erkranken, bleibt sein Geheimnis. Wie er bei dieser Quote von einer Vorstufe von Krebs reden kann ebenfalls. 

Doch bleiben wir bei der schulmedizinischen Theorie: Der Impfstoff Gardasil soll die beiden wichtigsten Krebs erregenden Typen 16 und 18 der Humanen Papillomaviren (HPV) fast 100-prozentig abwehren. Dies aber nur, wenn die Frau noch nicht mit dem Papillomavirus infiziert sei, die Impfung ist also prophylaktisch. Da der Impfstoff laut Studie nur in 70 Prozent der Fälle vor Gebärmutterhalskrebs schützt, sollte laut DKFZ nicht auf einen weiteren Schutz verzichtet werden. Woraus dieser Schutz bestehen könnte, wird nicht ausgeführt. Man kümmert sich dann doch lieber um das Impfen. Glaubt man an die Virentheorie und daran, dass diese „bösen“ Viren auch Krebs auslösen könnten, gäbe es übrigens eine wesentlich einfachere Methode, einen 70-prozentigen Schutz zu erreichen. So fand eine drei Jahre andauernde Studie der University of Washington angeblich heraus, dass Frauen, deren Sexualpartner immer ein Kondom getragen hatten, 70 Prozent seltener mit dem HPV infiziert worden waren als Frauen, deren Partner nur in fünf Prozent der Fälle ein Kondom verwendet hatten. 17

 Sinnlose Impfung für Neunjährige

Die vorbeugende Behandlung mit dem Impfstoff Gardasil soll fünf Jahre anhalten und besteht aus drei Injektionen, die über einen Zeitraum von sechs Monaten verabreicht werden.1 Empfohlen wird die Impfung für Mädchen und Frauen im Alter von 9–26 Jahren. Da fragt man sich natürlich, warum neunjährige Mädchen diese Impfung bekommen sollen, wenn sie höchstens fünf Jahre halten soll (bis 14) und die Papillomaviren nur auf sexuellem Wege übertragen werden sollen. Welche Gefahr besteht also für ein neunjähriges Kind, sechs Jahre bevor im Durchschnitt die ersten sexuellen Erfahrungen gemacht werden? Es scheint eher so, als solle auf dem Rücken der Kinder der „Kundenkreis“ möglichst groß gehalten werden. Hinzu kommt noch: Der Impfstoff wurde laut der beim Fachmagazin „Lancet“ zugänglichen Studie überhaupt nicht für die Gruppe der 9–15-Jährigen getestet. Jeder Mensch und erst recht jeder Arzt weiß, welche Veränderungen der Körper gerade in dieser Zeit durchmacht. Folglich darf man diese Personengruppe, will man sie mit dem Impfstoff „versorgen“, keinesfalls von der Untersuchung auf Verträglichkeit und Funktion des Impfstoffes auslassen – im Gegenteil, diese Gruppe sollte eigentlich besonders sensibel untersucht werden. Darf man solch ein Vorgehen eigentlich noch als „fahrlässig“ bezeichnen?

Nebenwirkungen der Impfung sollen übrigens laut Prof. Gissmann „im für Impfungen üblichen Bereich liegen“ (Schwellungen der Haut an der Einstichstelle, usw.). Es hätte zwar auch Todesfälle während der Studie gegeben, doch hätten die nichts mit der Impfung zu tun und wären ebenso in der Placebogruppe aufgetaucht. 18
Dies mag richtig sein. Jedoch sollten Todesfälle während einer solchen Studie immer etwas genauer untersucht werden, um festzustellen ob nicht doch ein Zusammenhang besteht. 

Hinzu kommt, dass der Nutzen von Impfungen allgemein mehr als fraglich ist. Der Arzt Dr. Claus Köhnlein und der Journalist Torsten Engelbrecht haben für ihr Buch „Virus-Wahn“ mehrmals das Robert-Koch-Institut angeschrieben und unter anderem nach mindestens zwei Studien gefragt, die belegen, dass Impfungen effektiv und wirksam sind. Trotz mehrmaligen Nachfragens bekamen sie nicht eine.19 Es gibt also bei der obersten deutschen Gesundheitsbehörde keine einzige Studie, die die Wirksamkeit von Impfungen gleich welcher Art bestätigen könnte. 

Wie zu Beginn des Artikels schon angedeutet, steht zudem die gesamte Theorie, dass Viren Krebs auslösen könnten, auf äußerst tönernen Füßen, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken. Der Virologe Dr. Peter Duesberg beispielsweise hält die Immuntherapie bei Krebs für ein „hoffnungsloses Unterfangen“.20 Begründung: „Die Krebszelle enthält kein neues Genmaterial – doch das Immunsystem erkennt nur fremdes Material. Wenn mutierte Gene das Immunsystem aktivieren würden, dann wären wir längst tot, weil das Immunsystem täglich en masse Zellen umbringen würde. Tatsächlich laufen die alltäglichen Gen-Mutationen unter dem „Radarschirm“ des Immunsystems hindurch. Das Thema wird also immer wieder mal hochgepeitscht, bis sich herausstellt, dass es doch nichts war.“ 

 HPV-Theorie ist bloße Annahme

Auch der Zusammenhang zwischen HPV und Gebärmutterhalskrebs ist eine reine Hypothese. Bereits 1992 hat Prof. Duesberg gemeinsam mit Dr. Jody Schwartz, beide Molekularbiologen der Universität von Kalifornien in Berkeley, in einer Untersuchung auf offensichtliche Denkfehler in dieser Hypothese hingewiesen. Neben den zahlreichen Einwänden, die sie wegen der Akzeptanz des HPV als Verursacher des Gebärmutterhalskrebses vorbrachten, galt ihre größte Sorge der Tatsache, dass es einen Mangel an übereinstimmenden HPV-DNA-Sequenzen und entsprechenden HPV-Genen in Tumoren gab. 21 

Wie schon erwähnt hat ja auch Prof. Dürst in Untersuchungen an der Frauenklinik der Universität Jena herausgefunden, dass die Papillomaviren allein noch keinen Krebs auslösen. Selbst das nationale Krebsinstitut der USA, das National Cancer Institute (NCI), gibt zu, dass ein „direkter“ kausaler Zusammenhang zwischen HPV und Gebärmutterhalskrebs nicht gezeigt werden konnte.13 „Wenn das HPV schuld sein sollte, müsste es ja über den/die Partner übertragen werden. Allerdings ist das HPV bei Männern so gut wie gar nicht nachweisbar und macht dort auch keine gesundheitlichen Probleme. Dies spricht sehr stark gegen eine Infektionsursache“, sagt der Gynäkologe Dr. Christian Fiala und führt noch weitere Gründe an: „Ein schlechter PAP-Test führt meist zu einer so genannten Konisation, das heißt, aus dem Muttermund wird ein Stück Gewebe entfernt und zwar dort, wo zwei Gewebetypen angrenzen und die Entartungen stattfinden. Nach dem Herausschneiden kommt es nur noch sehr selten zu weiteren Entartungen. Wäre das Ganze durch eine Infektion verursacht, könnte man dies jedoch nicht chirurgisch behandeln.“ 

 Akzeptiert wird, was Geld bringt

Obwohl also alles gegen die Möglichkeit einer krebsauslösenden Infektion durch HPV spricht und selbst staatliche Stellen berichten, dass ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen HPV und Krebs nicht besteht, wird ein Impfstoff gegen HPV zugelassen und durch unsere Massenmedien bereitwillig unters Volk gebracht. Dabei ist längst bekannt, aus welchen Gründen der Gebärmutterhalskrebs tatsächlich ausgelöst werden könnte. Selbst die Schulmedizin kennt eine Reihe solcher Gründe: Wie zum Beispiel Rauchen, Umweltbedingungen, ernährungsbedingte Faktoren, wie etwa ein Mangel an Vitamin A und Folsäure oder auch die Pille. So hat eine Studie der Weltgesundheitsorganisation eine deutliche Korrelation zwischen Krebsrisiko und Empfängnisverhütung mit der Pille nachgewiesen. Demnach tragen Frauen, die die Pille 5–9 Jahre einnehmen, ein dreifach höheres Risiko einer Erkrankung als Frauen, die anders verhüten, und Frauen, die die Pille länger als zehn Jahre verwenden, sogar ein vierfach höheres Risiko. Dennoch besteht nach Ansicht von Experten kein Grund zur Panik, denn der Gebärmutterhalskrebs sei ja eine so seltene Krankheit, dass es auch mit einem vierfach erhöhten Risiko eine seltene Krankheit bleibe. 22 Hier wird das ganze Paradox in der Argumentation ersichtlich. Denn warum soll man allen Frauen eine möglicherweise schädigende Impfung zumuten, wenn die Krankheit doch so selten ist, dass selbst ein vierfach erhöhtes Risiko durch die Pille keine Gefahr darstellen soll. Es scheint in diesen Kreisen ein beliebtes Spiel zu sein, sich die Wahrheit je nach Bedarf zurechtzubiegen. Denn auch der Verkauf der „Pille“ ist und bleibt ein lukratives Geschäft.

 Reparaturbetrieb statt Selbstverantwortung

Ganz vergessen werden in diesem Zusammenhang meist die psychischen und geistig-seelischen Ursachen, wie sie von der Alternativmedizin in der Vergangenheit zu genüge belegt wurden. Dies wird von der schulmedizinischen Forscher-Elite immer wieder abgewehrt mit solch albernen Argumenten wie: „Diese Theorie ist ja schlimm. Da geben sie dem Patienten ja auch noch die Schuld, dass er Krebs hat.“ Solche Argumente spiegeln deutlich das Weltbild dieser Forscher wider, die den Menschen als reine Maschine betrachten, hilflos ausgeliefert den „bösen“ Viren, die ihn immer wieder überfallen. Dr. Christian Fiala formuliert dies im Fall der Papillomaviren folgendermaßen: „Es ist für mich offensichtlich, dass hier wieder ein äußerer ‚Feind‘ geschaffen wurde, gegen den man ankämpfen ‚muss‘. Andere Ursachen, wie zum Beispiel Rauchen werden kaum erwähnt und sind vermutlich auch nicht so lukrativ. Auch wollen die meisten Menschen ja ihre Angewohnheiten nicht ändern, sondern nur das ‚Problem‘ reparieren.“ 

Krankheiten kommen nicht einfach aus dem Nichts. Wie sagt der Volksmund so schön: „Von nichts kommt nichts“. Doch diese einfache Volksweisheit scheint in den Kreisen unserer Forscher-Elite weitgehend unbekannt zu sein. Sicherlich, für manch einen mag der Gedanke verführerisch sein, dass er als Mensch nichts mit seiner Krankheit zu tun hat. So kann er seine Verantwortung (zum Beispiel für seine destruktive Lebensweise) ganz einfach beim Arzt abgeben, bekommt ein paar bunte Pillen oder eine Impfung und schon ist alles scheinbar wieder gut. Dass dieser Gedanke nicht nur für manch einen Patienten verführerisch ist, sondern vor allem für die Pharmaindustrie, kann jeder an unserem Gesundheitssystem erkennen, welches ja schon allein an den Kosten für Medikamente zu ersticken droht. Doch dieser Gedanke widerspricht jeder Lebenserfahrung. Nur ein kleines Beispiel: Ein guter Freund hatte während des Studiums für manche Klausur so viel gelernt, dass er immer wieder betonte: „Jetzt habe ich aber wirklich die Nase voll davon.“ Was geschah kurze Zeit danach? Er hatte einen ausgewachsenen Schnupfen, die Nase war voll! Diese Dinge erleben wir alltäglich. 

Daher wird es Zeit, dass wir unsere Lebenserfahrung auch in die Wissenschaft einbauen und Therapien entwickeln, die den Patienten helfen und nicht den Pharmafirmen. Den Patientinnen eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs zu empfehlen und zu verkaufen, während es keine einzige Studie gibt, die den Nutzen von Impfungen bestätigt und es zudem seit langem bekannt ist, dass Krebs nichts mit irgendwelchen Viren zu tun hat, gehört meines Erachtens eher in den Bereich „Organisierte Kriminalität“. Deshalb wird es höchste Zeit, dass wir uns aus den Fängen dieser Industrie befreien und lernen, wieder selbst Verantwortung für uns und unseren Körper zu übernehmen.

 Der Autor

Thomas A. Hein arbeitet seit zehn Jahren als freier Autor und Journalist und hat diverse Fernsehbeiträge unter anderem für die Sendungen „planet e“ (ZDF) und „Umwelt“ (3sat) produziert. Seit 2000 ist er auf Medizin-Journalismus spezialisiert, wobei er unter anderem die Sendungen „Volle Kanne“, „Praxis täglich“ und das „Gesundheitsmagazin Praxis“ im ZDF mit Beiträgen beliefert hat.

 Fußnoten

1  Pressemitteilung des dkfz (Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg) vom 05.07.2006 
2 Halter, Hans: „Wir müssen den steinigen Weg gehen“, Der Spiegel, 18/1986, zitiert in dem Buch „Virus-Wahn“ von Torsten Engelbrecht, Claus Köhnlein, Emu-Verlag, Lahnstein 2006 
http://www.onkologie.de/public/inews_meldungen_archiv/1079189565-56851.html   
4  erwähnt in dem Beitrag „Journalisten versagen bei Wissenschaftsthemen“ in der Sendung vom 12.7.2006 
5  http://www.krebs-kompass.de
6  Broschüre „Gebärmutter- und Eierstockkrebs“, Kapitel Früherkennung, zitiert aus dem Buch „Mythos Krebsvorsorge“ von Christian Weymeyer und Klaus Koch, Eichborn Verlag. Frankfurt 2003, S. 185
7  http://www.frauenheilkunde.medizin-2000.de/texte/laien/pt/2005/gebaermutterhalskrebs.html
8  http://www.krebs-kompass.de
9  Zahlen des CDC (Center for Disease Control)
10  British Medical Journal, Ausgabe 26.4.2003 
11  Weymeyer, Christian und Koch, Klaus: „Mythos Krebsvorsorge“, Eichborn Verlag. Frankfurt 2003, S. 187
12  Schiffman, M., H.: “Recent progress in defining the epidemiology of human papillomavirus infection and cervical neoplasia”. J. Natl. Cancer Inst. 1992; 84, S. 394–8.
13  zitiert aus: www.krebsvorsorge-aktuell.de/Weymayr%20brand%20eins.pdf; Internetseite des Journalisten Christian Weymayr (Mitautor des Buches „Mythos Krebsvorsorge“)
14  Weymeyer, Christian und Koch, Klaus: „Mythos Krebsvorsorge“, s. o., S. 192
15  Der Spiegel, 28/2006, S.115
16  http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/517146 
17  „Condoms help protect against cervical cancer“, ap – Meldung vom 23. Juni 2006, zitiert in Impfreport-Newsletter, Ausgabe 28/2006, 17. Juli 2006 
18  Telefoninterview mit Lutz Gissmann, 3.8.2006
19  Engelbrecht, Torsten und Köhnlein, Claus: „Virus-Wahn“, Emu-Verlag. Lahnstein 2006, S. 39
20  Interview in der Zeitung Freitag, 27.5.2005
21  http://www.mercola.com/2002/dec/11/cervical_cancer.htm
22  Weymeyer, Christian und Koch, Klaus: „Mythos Krebsvorsorge“, s. o., S. 183

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