Infopunkte Ökologie

raum&zeit-Ausgabe 206

Pilze aus Kaffeesatz: Wie man den „Abfall" wiederverwertet

„Coffee to go“, auf deutsch „Kaffee zum Mitnehmen“, gibt es mittlerweile beinahe überall dort, wo das beliebte Getränk verkauft wird. Dass mit den „hippen“ Einwegbechern riesige Mengen an Plastikmüll anfallen, hat sich bei den meisten Menschen bereits herumgesprochen. Weniger bekannt ist allerdings die Tatsache, dass bei der Verarbeitung der Kaffeebohnen nur 0,2 Prozent davon den Weg in die Tasse finden. Die restlichen 99,8 Prozent landen in Form von Kaffeesatz auf dem Müll.
Diesem verschwenderischen Umstand hat sich das Berliner Startup Chido‘s Mushrooms angenommen. Als erstes Unternehmen in Deutschland hat es das enorme Potenzial von frischem Kaffeesatz erkannt: Seit 2010 holen die Mitarbeiter den vermeintlichen Abfall mehrmals die Woche direkt bei größeren Einrichtungen wie zum Beispiel Cafés, Krankenhäusern etc. ab, um ihn für die Pilzzucht zu verwenden.
Und so funktioniert‘s: Der Kaffeesatz wird mit Pilzmyzel vermischt, woraus das Substrat für die Pilzproduktion entsteht. Dieses wird in Substratbeutel gefüllt und danach in zwei unterschiedlichen Räumen aufgestellt: einen für die Inkubationsphase, und einen für die Fruchtphase. Nun können die Pilze gezüchtet werden. Chido‘s Mushrooms bietet momentan drei Varianten von Seitlingen an: Austern-, Rosa- und Limonenseitling – diese benötigen praktischerweise während des Züchtens ähnliche Wachstumsbedingungen.
Wer selbst züchten will, kommt ebenfalls auf seine Kosten: Neben der Eigenproduktion bietet Chido‘s Mushrooms den mit Sporen versetzten Kaffeesatz auch als Mischungen im praktischen Set an. So muss man diese Mischungen zuhause lediglich mit Wasser besprühen – und bereits rund zehn Tage später sprießen die Pilze erntereif heraus. (BE)

Quelle: www.chidos.org

Öko und trendy: Die Welt durch die Holzbrille sehen

Brillen aus Holz und Bambus sind en vogue. Aber nur weil diese Materialien nachwachsende Rohstoffe sind, ist eine solches Produkt nicht automatisch ökologisch.
Es ist zwar relativ leicht, Bambus nach ökologischen Kriterien anzubauen, weil er sehr widerstandsfähig ist, wenig Wasser braucht und schnell wächst. Dennoch werden auch im Bambusanbau Pestizide eingesetzt.
Bei der Verwendung von Holz kommt neben dem potenziellen Einsatz von Pestiziden noch die Frage hinzu, ob deren Gewinnung den Bestand bestimmter Baumarten oder Wälder bedroht oder Lebensraum für Tiere und Urbewohner reduziert. – Wenn schon eine Holzbrille mit Natur-Image, dann sollte vielleicht auch ein ganzheitlicher Bezug zur Natur dahinterstehen.
Öko-Holzbrillen sind nicht teurer als andere Holzbrillen, im Gegenteil: Manche Holzbrillen, die nicht öko sind, werden als äußerst exklusiv angepriesen und sehr teuer verkauft.
Was machen Anbieter von Öko-Holzbrillen anders? Sie verwenden zum Beispiel nur Holz und Bambus aus Anbau mit FSC-Siegel (Forest Stewardship Council), so zum Beispiel das Unternehmen Coromandel aus Leipzig. Auch die Kölner Firma Kerbholz verwendet überwiegend Holz aus zertifiziertem Anbau. Sie spendet auch mit jedem Verkauf einer Brille einen Beitrag an ein Aufforstungsprojekt. Nebelkind aus Halle bietet ebenfalls Holzbrillen aus zertifiziertem Anbau. Interessant ist auch dasKonzept des italienischen Labels Antonio Verde. Hier gibt es nicht nur Brillen aus zertifiziertem Holz, sondern auch aus recyceltem Kunststoff.
Natürlich gibt es beim Brillenkauf noch anderes als Öko-Kriterien zu beachten, zum Beispiel den Sitz auf dem Nasenrücken. Holzbrillen können sich dem Gesicht manchmal nicht so gut anpassen. (AF)

Quellen: www.coromandelfashion.com
www.kerbholz.com
www.nebelkind.com
Brillen von Antonio Verde http://eco-sunglasses.com/ auch über: https://www.avocadostore.de/

Treibstoff sparen, Umwelt schonen: Enzyme in den Tank!

Die Abhängigkeit der Menschheit von erdölbasierten Kraftstoffen wird sicher noch ein paar Jahrzehnte andauern. Daher sollte man alle vertretbaren Mittel einsetzen, um die Folgen für die Umwelt zu minimieren. Als besonders effizient haben sich hier bestimmte Kraftstoffadditive erwiesen, die rein natürliche Wirkstoffe integrieren. So das Produkt Xbee des Schweizer Biotech-Unternehmens Enzymsuisse. Ursprünglich entwickelt hat es der Japaner Dr. Shinji Makino. Xbee enthält zu 0,5 Prozent aus Baumblättern gewonnene Enzyme und zu 99,5 Prozent aliphatische Rohöl-Destillate. Diese dienen den Enzymen als Trägerverbindungen. Das Additiv ist ansonsten frei von chemischen Zusätzen. Die Enzyme sollen sich völlig neutral gegenüber Metallen und Kunststoffen verhalten. Xbee wird im Motor oder im Ölbrenner zusammen mit dem Treibstoff vollständig und rückstandsfrei verbrannt. Als zertifiziertes Produkt erfüllt Xbee alle europäischen Normen für Kraftstoffspezifikationen für Diesel, Benzin, Marinediesel, Heizöl, Schweröl, Biokraftstoffe und Kerosin. Im Tankdispergiert das Additiv Wassertröpfchen und Ablagerungen im Treibstoff, wodurch es bakterielles sowie Pilz- und Hefe-Wachstum verhindert. Die Enzyme lockern die Struktur der Kohlenwasserstoffmoleküle im Kraftstoff auf und bereiten so eine effizientere Verbrennung im Motor mit weniger Rückständen, Abgasen (vor allem Stickoxide NOx) und Rußpartikeln vor. Die Umwelt atmet auf, der Treibstoffverbrauch sinkt und der Motor wird gereinigt. Der Anwender setzt Xbee am besten vor dem Betanken des Fahrzeugs, der Tankanlage oder des Heizöltanks im Verhältnis 1 : 4000 zu. Die Wirkung von Xbee soll sofort einsetzen, da die Enzyme unmittelbar nach der Einfüllung in den Tank mit der Arbeit beginnen. Bis der ganze Treibstoff gereinigt ist, dauert es rund eine Stunde. Der Einsatz des Additivs empfiehlt sich vor allem bei alten und nur saisonal oder sporadisch genutzten Motoren, die in der Ruhephase verschlacken. Diese werden gründlich gereinigt und laufen nachher runder. Die Abnutzung des Motors ist geringer. Xbee ist eine klare, farblose Flüssigkeit mit leichtem Lösungsmittelgeruch. Enzymsuisse bietet Verpackungseinheiten für den Endverbraucher in 250- und 450-Milliliter-Größen für 33,80 CHF respektive 56,80 CHF sowie größere Einheiten für industrielle Anwendungen an. Die Haltbarkeit soll zwei Jahre betragen. Das Produkt ist mit anderen Additiven kombinierbar. (DS)
Quelle: www.xbee.ch

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