Raumenergie – so wird sie nutzbar

Physikprofessor zeigt praktischen Weg auf

Von Prof. Claus W. Turtur, Wolfenbüttel – raum&zeit Ausgabe 170/2011

Prof. Claus W. Turtur ist wahrscheinlich der einzige Forscher, der neben einer theoretisch mathematischen Begründung der Raumenergie auch einen eigenen Raumenergie-Konverter präsentiert hat. Im folgenden Artikel zeigt er einen auch für interessierte Laien gangbaren Weg zum Verständnis und Bau eines Vakuum-Konverters auf, der auf einem elektrischen Schwingkreis mit Spule und Kondensator basiert.

Raumenergie im Kommen

In letzter Zeit mehren sich die Hinweise auf eine Verfügbarkeit von Raumenergie durch realisierte Konverter. So hat raum&zeit in Ausgabe 169 einen Magnetkonverter vorgestellt, von dessen Funktionsfähigkeit sich raum&zeit- Mitarbeiter Detlef Scholz selber überzeugen konnte. Auf einem Info-Meeting der Transaltec GmbH in Frankfurt (siehe Artikel in dieser Ausgabe) wurde ebenfalls ein Konverter vorgestellt, der freie Energie liefert. (Im Moment darf darüber jedoch nicht detailliert berichtet werden). Auf derselben Veranstaltung erläuterte auch Hans Weidenbusch sein Perpetuum mobile (siehe auch raum&zeit Nr. 167) – ebenfalls eine „Bewegung aus dem Nichts“. Schließlich hat ja auch Prof. Turtur selbst einen elektrostatischen Konverter gebaut und öffentlich vorgeführt. Die Tür zur frei verfügbaren Raumenergie öffnet sich langsam, aber stetig ...

In der Antike entwickelte die Menschheit den Begriff der Energie. Seither entdeckte sie verschiedene Energieformen, zum Beispiel mechanische, chemische, thermische, aber auch Kernenergie und viele weitere. Eine sehr wenig beachtete und noch nicht einmal allgemein bekannte Energieform ist die Raumenergie. Ihre mangelnde Bekanntheit begründet sich wohl im Fehlen eines Energieträgers. Sie ist unsichtbar und unfassbar, anders als Kohle, Öl und Gas, die man anfassen kann – obwohl über Erfolge ihrer Nutzung schon seit dem 13. Jahrhundert berichtet wird. 1 Im Gefolge dieser Unfassbarkeit wurden Raumenergie-Maschinen ins Reich der Märchen und Fabeln verbannt.

Dabei ist Raumenergie nicht nur umweltfreundlich, sondern steht auch überall auf der Erde unbegrenzt zur Verfügung. Aber: Wie für alle Energieformen muss man auch für ihre Nutzung einen Konverter bauen, der sie in eine technisch einsetzbare Energieform wie beispielsweise Bewegung oder Elektrizität wandelt. Man braucht also einen Raumenergie-Motor. Es mutet fast tragikomisch an: Allem Anschein nach existieren solche Motoren bereits, werden aber dennoch nicht genutzt, sondern oft nur belächelt.

Dabei weiß die Physik es besser: Die Existenz der Raumenergie gilt als allgemein anerkannt. Messungen der Astrophysik zur beschleunigenden Expansion des Universums bestimmen sogar deren Ausmaß, wonach unser Universum nur zu circa fünf Prozent aus sichtbarer Materie besteht, zu circa 25 bis 30 Prozent aus unsichtbaren Elementarteilchen und zu etwa 65 bis 70 Prozent aus Raumenergie. 

Energie des Nullpunkts

Aber auch aus der sub-mikroskopischen Physik ist die Raumenergie bekannt. In der Quantentheorie kennt man unter anderem so genannte Vakuumpolarisationsereignisse, die auf virtuelle Teilchen im leeren Raum zurückgehen, welche wiederum Energie ent- halten. Aufgrund von Messungen der magnetischen Momente verschiedener Elementarteilchen gilt die Vakuumpolarisation heute als besonders präzise bestätigt. 2 Außerdem gibt es auch die elektromagnetischen Nullpunktswellen des Quantenvakuums, die anhand des Casimir-Effekts bewiesen sind. Letztgenannter Effekt wurde übrigens alleine aufgrund der Raumenergie postuliert, eben auf der Basis der besagten Nullpunktswellen. Deshalb heißt in englischsprachigen Ländern die Raumenergie oft „zero-point energy“.

Abb. 1: Einfacher Raumenergie-Motor, bei dem eine Feld- quelle (elektrostatisch aufgeladene Scheibe, rot) ein elek- trisches Feld erzeugt, das einen Rotor(blau) anzieht. Eine Vektorzerlegung der Coulombkraft in drei Komponenten der Zylinderkoordinaten offenbart eine tangentiale Komponente, die zur Drehung des Rotors führt. Der Durchmesser des Rotors mit den im Text genannten technischen Daten beträgt 64 Millimeter.

Kaum eine moderne physikalische Theorie lässt sie vermissen, die Raumenergie. Sogar in die Relativitätstheorie hat sie Einzug gehalten, nämlich in Form der Kosmologischen Konstanten „Λ“, da sie schon zu Einsteins Zeiten bekannt war. Umso merkwürdiger mutet es an, dass ihre Nutzung in der Forschung kaum ernsthaft untersucht wird. Da ich der Überzeugung ist, dass wir sie nutzen müssen, wenn wir unsere Erde als unseren Lebensraum erhalten wollen, habe ich mich selbst, praktisch ohne Unterstützung, an ihre Erforschung begeben. Zu meiner Überraschung habe ich festgestellt, dass Verständnis und Nutzung der Raumenergie einfacher ist als zunächst befürchtet.

Es ist mir gelungen, mit relativ einfachen Mitteln und ohne finanzielle Unterstützung einen kleinen Raumenergie-Konverter herzustellen und diesen in Kooperation mit einer Universität experimentell zu verifizieren. 3 Der Aufbau ist so simpel wie die Theorie dahinter. Wir betrachten hierzu Bild 1: Man montiere einen drehbaren Rotor mit metallischen Rotorblättern unter einer metallischen Scheibe. Die Scheibe lade man elektrostatisch auf – sodann führen die elektrostatischen Kräfte dazu, dass sich der Rotor endlos dreht, ohne dass dazu ein elektrischer Strom benötigt wird. Im Idealfall benötigt die Drehbewegung keine Energie.

Durch Verwendung einer Vakuumkammer müssen wir die den Rotor umgebende Luft entfernen, um so auszuschließen, dass die Ladung durch Ionisation von Luftmolekülen abfließen kann. Ist das Vakuum bei einem Druck von etwa 10–4 Millibar hinreichend gut, sodass die Gasatome der Luft nicht mehr durch ihre Leitfähigkeit stören, zeigt der auf Messdaten basierende rechnerische Vergleich der physikalischen Leistung sofort die Wandlung der Raumenergie:

• Mechanisch erzeugte Leistung der Rotation Pmech= (150 ± 50) 10–9 Watt (Nanowatt, nW)

• Elektrische Leistungsverluste Pelektr= (2.97 ± 0.89) nW

Bei einer Spannung von U = 29,7 Kilovolt fließt ein Strom von I = (0.100 ± 0.030) 10–12 Ampere, entsprechend einem ohmschen Widerstand von R = 3 . 1017 Ω. Die gering- fügige elektrische Leistungsaufnahme geht vermutlich auf einige wenige Restgasmoleküle sowie Kriechströme über die Keramikisolatoren zurück. Auf jeden Fall kann die zugeführte elektrische Leistung von knapp 3 nW nicht die erzeugte mechanische Leistung von 150 nW erklären. Die zugeführte elektrische Leistung dient nur dem Ausgleich von Ladungsverlusten auf der Feldquelle. 

Da der Rotor im Vakuum mit keiner sichtbaren Energiequelle in Verbindung steht, ist der einzig mögliche Energielieferant das Vakuum. Dabei steht „Vakuum“ hier als Synonym für „Raum“ ohne die Erfordernis sichtbarer Materie. Bei praktischen Vakuumenergie-Konvertern ist das Entfernen der Materie keine prinzipielle Notwendigkeit, solange die Materie nicht stört. Das Abpumpen der Luft im hier vorgestellten Experiment bezweckt lediglich eine Verbesserung der Isolation.

Man spricht bei der Wandlung von Raumenergie von einer so genannten „over-unity“. Der Begriff gibt an, um welchen Faktor die freiwerdende Energie die aufzuwendende Energie übersteigt. Im Beispiel unseres Rotors ergäbe sich als over-unity: OU = Pmech / Pelektr = 150 nW / 3nW = 50 = 5 000 Prozent. Allerdings ist der Begriff der over-unity hier nicht wirklich angebracht, weil die aufzuwendende Leistung nicht zum Betrieb der Maschine nötig ist, sondern nur zum Ausgleich realer Verluste. Für den ideal verlustlosen Betrieb läge die theoretische zu erwartende over-unity bei unendlich, weil der Rotor ja keine Energie zum Antrieb benötigt. 

Umsetzung der Nutzung

Nach diesem Experiment stellt sich der Kenntnisstand wie folgt dar:

• Quantentheorie 

Kenntnis der Existenz und der Beschaffenheit der Raumenergie

• Astrophysik 

Wissen um die Menge der vorhandenen Raumenergie

• Relativitätstheorie   

Berücksichtigung der Raumenergie bei der Gravitation 

• Experiment nach Abb.  1 

Beweis: Raumenergie ist nutzbar im Labor

Einerseits ist der Beweis des Experiments nach Abb. 1 für die Wandelbarkeit der Raumenergie in andere klassische Energieformen zwar eindeutig, andererseits ist eine Leistung von 150 nW aber weitaus zu gering, um eine Versorgung im technischen Maßstab zu gewährleisten. Außerdem verbrauchen die Vakuumpumpen ein Vielfaches mehr an klassischer Energie, als der Rotor liefert. Deshalb bleibt das hier vorgestellte Experiment nach Abb. 1 ein Grundlagenexperiment, nicht mehr als ein weiterer wissenschaftlicher Beweis für die Nutzbarkeit der Raumenergie, sozusagen eine Erweiterung der Erkenntnisse, die wir aus dem Casimir-Effekt kennen. 

Die Erklärung des Experiments wurde vom Autor des vorliegenden Artikels übrigens auf der Basis der Quantenelektrodynamik entwickelt, wie man in (3) ausführlich nachlesen kann (s. Literaturhinweise). Dabei ergibt sich eine Energiedichte der elektromagnetischen Nullpunktswellen des Quantenvakuums zu u = (45 . me4 . c5) / (12α2 .ℏ3) = 1, 001 . 1029 Joule/Kubikmeter (me = Elektronenmasse, c = Lichtgeschwindigkeit, α = Fein- strukturkonstante, ℏ = Plancksches Wirkungsquantum, sprich „h quer“). Eine immense Energie verbirgt sich dahinter. Wenn man sie nutzen würde, wäre die Menschheit aller Energieprobleme enthoben. 

Entscheidend für die Funktion des obigen Rotors ist die Berücksichtigung der Propagationsgeschwindigkeit der Wechselwirkungsfelder, in unserem Beispiel die Ausbreitungsgeschwindigkeit des elektrischen und des magnetischen Feldes. Nach der Relativitätstheorie breiten sich diese Felder mit Lichtgeschwindigkeit aus, also mit endlicher Geschwindigkeit, und auch die Erklärung des hertzschen Dipolstrahlers basiert auf dieser Ausbreitungsgeschwindigkeit der Felder. Dadurch benötigen elektrische und magnetische Kräfte eine kleine, aber endliche Dauer, um von einem Wechselwirkungspartner zum anderen zu gelangen, also zum Beispiel von einem Magneten zu einem anderen, wenn sie sich gegenseitig anziehen oder abstoßen. 

Gute Näherung – schlechte Folgen

Da eine Wechselwirkung, die mit Lichtgeschwindigkeit übertragen wird, Geräte mit üblichen Abmessungen in Bruchteilen von Nanosekunden durchläuft, vernachlässigen Ingenieure diese Zeitdauer bei der Konstruktion der Maschinen in sehr guter Näherung. Auch wenn diese Sichtweise auf den ersten Blick überzeugend erscheint, so hat genau diese Näherung zur Folge, dass man Raumenergie-Konverter nicht konstruieren kann. Dies lässt sich am Beispiel des oben gezeigten elektrostatischen Rotors veranschaulichen: Dort wird nämlich der von der Feldquelle mit Lichtgeschwindigkeit abströmende elektrische Feldfluss auf den Rotor betrachtet. Auf diese Weise treibt der elektrische Fluss aus der Feldquelle den Rotor in ähnlicher Weise an, wie ein Luftstrom einen entsprechenden Propeller antreiben würde. Würde das Feld nicht strömen, sondern überall gleichzeitig sein, dann gäbe es keinen Fluss und keine Drehbewegung.

Die weiterführende Frage ist nun, ob sich eine Möglichkeit finden lässt, den elektrischen oder den magnetischen Feldfluss in solcher Art zu einem Wechselfluss zu modulieren, dass sich eine wesentlich stärkere Leistung ergibt als bei dem unmodulierten Gleichfluss der Feldquelle nach Abb. 1. Tatsächlich betreiben wir heute die meisten Geräte mit Wechselspannung. Dass dies auch bei Raumenergie-Motoren möglich ist, können wir uns mithilfe von Bild 2 relativ leicht vorstellen. 

In der obersten Zeile sehen wir eine Ladung (oder einen Magneten), die ruht und ein konstantes Gleichfeld (als Gleichfluss) nach rechts emittiert. Wir betrachten dabei, wie viel Feld als Funktion der Zeit nach rechts fließt – eben eine konstante Menge. In der zweiten Zeile verändern wir die Anordnung, indem wir die Ladung (oder den Magneten) mit konstanter Geschwindigkeit ebenfalls nach rechts bewegen. Aus einer quantenelektrodynamisch begründeten Veränderung der Wellenlänge der elektromagnetischen Nullpunktswellen des Quantenvakuums (hier kommt der Bezug zum Casimir-Effekt und zur Raumenergie ins Spiel) lässt sich herleiten, dass dann der nach rechts laufende elektrische oder magnetische Fluss verringert wird, also auch die Feldstärke. 

Würde sich die Ladung (oder der Magnet) hingegen, wie in der dritten Zeile dargestellt, nach links bewegen, so wäre die nach rechts laufende Feldstärke erhöht. Dies führt dazu, dass eine schwingende Ladung wie in der vierten Zeile, ein Feld mit einer schwingenden, also zeitlich und räumlich wechselnden Feldstärke erzeugt. Dies gilt für die Ladung in der vierten Zeile ebenso wie für die Ladung in der fünften Zeile. Nun muss man nur noch die beiden Ladungen (oder Magnete) aus der vierten Zeile und der fünften Zeile einander gegenüberstellen, dann üben sie zeitlich wechselnde Kräfte aufeinander aus.

Verbindet man nun die beiden Feld erzeugenden Massen mit einer Feder, stimmt die Schwingungs-Frequenzen aufeinander und vor allem auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Felder ab, so kann das Wechselfeld jedes der beiden Ladungen/Magneten den jeweils anderen Wechselwirkungspartner bremsen oder beschleunigen.  

Zur Resonanz finden

Wie man dies nutzen kann, ist in Bild 3 veranschaulicht: Beginnen wir unsere Betrachtung zu einem Zeitpunkt, zu dem die Feder maximal gespannt ist und daher die beiden Massen sich ein ander annähern wollen. Wenn nun aufgrund der Phasenlage der Wechselfelder die Ladungen/Magneten eine sehr starke Anziehungskraft auf einander ausüben, dann wird die Feder kräftig komprimiert. Der Punkt, an dem die Feder am stärksten zusammengedrückt ist, ist der Umkehrpunkt. Ab dort beginnt die Feder zu expandieren und der Abstand zwischen den beiden Massen wird sich vergrößern. Wenn diese oszillierende Bewegung auf die Propagationsgeschwindigkeit der Felder genau derart abgestimmt ist, dass das Auseinanderlaufen der beiden Massen in die Phase kleiner Feldstärken und folglich kleiner Anziehungskräfte fällt, so bremsen die Felder weniger, als sie beim Annähern der Massen beschleunigt haben. Dadurch wird sich die Feder weiter ausdehnen, als dies zu Beginn der Bewegung am äußeren Umkehrpunkt der Fall war. Die Wechselfelder sorgen periodisch dafür, dass immer während der Phase der Anziehung eine große Kraft auftritt und während der Phase der Abstoßung eine kleine Kraft. Auf diese Weise wird sich die Schwingung mehr und mehr aufschaukeln – ohne dabei von einer sichtbaren Energiequelle versorgt zu werden. 

Aufgrund der theoretischen Herleitung aus der Quantenelektrodynamik der Nullpunkts- wellen wird klar, dass die Versorgung aus der Energie des Quantenvakuums, also aus Raumenergie herrührt.

Zwar ließe sich auf diese Weise ein Raumenergie-Konverter bauen, der keine Versorgung mit einer klassischen Energiequelle benötigt; tatsächlich führt eine konkrete Berechnung nach den Formeln der Physik und Mathematik 4 jedoch zu der Erkenntnis, dass ein praktischer Aufbau zwecks experimenteller Verifikation völlig unrealistische Abmes- sungen verlangen würde. Die Lichtgeschwindigkeit als Ausbreitungsgeschwindigkeit der Felder ist schlichtweg zu groß, um die Maschine zu realisieren. Wir müssen feststellen, dass die Näherung der unendlich kurzen Ausbreitungsdauer der Felder im Inneren der Maschine eine in der Praxis sehr gute Näherung darstellt und wir keinen realisierbaren Aufbau finden können, der dieses Problem überwindet. So überzeugend und logisch das vorgestellte, sehr allgemein gültige Prinzip der Raumenergie-Wandlung aufgrund der endlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit der Felder auch ist – es stellt sich die Frage, ob es überhaupt für eine Maschine realisierbar sein kann. 

Glücklicherweise findet diese Frage mit einem weiteren Trick eine positive Antwort. Er besteht in einer Beeinflussung (und Steuerung) der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Felder. Können wir diese Felder wesentlich verlangsamen, so wäre unser Problem gelöst, weil dann die Laufzeit der Felder eben doch nutzbare Zeit-intervalle benötigen würden. Der Trick kann wie folgt aussehen.

Geschickte Feldmodulationen

Bildet man die beiden Körper m1 und m2 nach Bild 3 zu Kondensatorplatten aus (Abb. 4) und verbindet dann diese beiden mit einer Spule L, so kann man zusätzlich zur federnd schwingenden Bewegung der beiden Massen auch noch eine Schwingung der Ladungen wie in einem elektrischen Schwingkreis erzeugen. Die Modulation der mechanischen Kraft zwischen den beiden geladenen Platten wird dann durch die Feder (blau) bestimmt, aber die Modulation der elektrostatische Anziehungskraft wird durch den Lauf der Ladungen durch die Spule bestimmt. Über die Kapazität des Kondensators und die Induktivität der Spule steuern wir also die Propagationsgeschwindigkeit der Ladungen im LC-Schwingkreis und somit die Modulationsgeschwindigkeit der Felder. Stimmen wir nun die Resonanzfrequenz des LC-Schwingkreises (aus Spule und Kondensator) auf die Resonanzfrequenz des Feder-Masse-Pendels (aus Kondensatorplatten und Feder) exakt aufeinander ab, so können wir dem Prinzip nach dasselbe Aufschaukeln wie in Bild 3 bewirken, allerdings mit wesentlich niedrigeren Frequenzen als dort, weil die Laufge- schwindigkeit der Ladungen durch den Schwingkreis wesentlich kleiner ist als die Lichtgeschwindigkeit.

Die Überlegungen sind zwar nur theoretischer Natur, aber die Steuerung der Propagationsgeschwindigkeit der elektrischen Wechselwirkungskräfte verleiht uns nun die Möglichkeit, realistische Systemparameter einzusetzen, sodass die Berechnungen realitätsnah im Hinblick auf einen möglichen praktischen Aufbau im Labor durchgeführt werden können. Beispiel-Ergebnisse dieser Berechnung sind nachfolgend dargestellt.

Die Operationsweise des Systems hängt sehr empfindlich von der Einstellung der Systemparameter ab. Ein mögliches Beispiel zeigt Bild 5. Der dazu passende volle Parametersatz mit über 20 Werten ist in (4) publiziert, zusammen mit der physikalischen Theorie im Hintergrund, mitsamt den Differentialgleichungen und dem Quell-Code des Berechnungs-Algorithmus. Eine genaue Auswertung der Daten ergibt, dass die mecha- nische Schwingung sich nur geringfügig aufschaukelt, die elektrische Schwingung der Ladungen im LC-Schwingkreis hingegen sehr deutlich, während gleichzeitig der Lastwiderstand elektrische Leistung entnimmt. 

Im Beispiel zu Bild 5 wurde ein Kondensator mit zwei flexiblen Platten der Fläche 10 cm x 10 cm mit einer Plattenspannung von 2 Volt beaufschlagt. Die Platten werden einmalig statisch aufgeladen, danach wird die Spannungsquelle entfernt. Ab dem Trennen der Verbindung zur Spannungsquelle beginnt das System sich aufzuschaukeln. Wechselstrom und Wechselspannung nehmen zu, ebenso die Amplitude der Feder. Gleichzeitig wird über den Lastwiderstand elektrische Leistung entnommen.  

Bitte nachbauen!

Hier im Beispiel beläuft sich der Leistungsgewinn zwar nur auf 1,22 nW, aber eine Steigerung der Plattenspannung um wenige Prozent führt bereits zu einer Leistungs- zunahme um ganze Zehnerpotenzen. Und die Spannung kann noch gewaltig gegenüber 2 Volt gesteigert werden. Da ich selbst keine Unterstützung zu diesen Forschungsarbeiten bekomme und keinen Laborzugang habe, seien hiermit alle geschickten Experimentatoren herzlich eingeladen, die dargestellte Theorie in einen praktischen Aufbau zu übertragen und experimentell zu verifizieren. Eine umfangreiche wissenschaftliche Darstellung findet sich ebenfalls in (4) . Ein Nachweis der mechanischen Schwingung sollte nicht all zu aufwändig sein, weil die Kondensatorplatten (als Folie gebaut) im akustisch hörbaren Bereich schwingen, und der Mensch dort bereits im Bereich von Picowatt-Bruchteilen (pico = 10–12, in ruhiger Umgebung sogar Femtowatt = 10–15) mit dem bloßen Ohr die Schwingungen hören kann.

Explizit hingewiesen werden soll an dieser Stelle auf die Schwierigkeit der Abstimmung der Doppelresonanz, bestehend einerseits aus der mechanischen und andererseits aus der elektrischen Resonanz, die nicht nur beide einzustellen, sondern auch aufeinander abzustimmen sind. Dies erfordert eine extreme Präzision einzelner dafür verantwortlicher Systemparameter, die mit einer Genauigkeit von vier bis fünf signifikanten Stellen zu justieren und während des Betriebs des Konverters beizubehalten sind, beziehungsweise sogar nachgeregelt werden müssen. Zu beachten ist außerdem auch die Abstimmung des Lastwiderstandes, der nicht einfach nur erhöht werden muss, um die entnommene Leistung zu steigern (gemäß P = R . I²), sondern der seinerseits auch die Abstimmung der Doppelresonanz beeinflusst, sodass sein optimaler Wert aus der Theorie heraus bestimmt werden kann. Seine Einstellung im Beispiel zu Bild 5 beträgt R=230 kΩ.

Ein letzter technischer Hinweis sei angebracht in Bezug auf die Langzeitstabilität des Konverter-Systems: Alleine schon aus der Theorie erkennt man, dass die Kontrolle der Systemeinstellungen ein erhebliches Problem darstellt. Deshalb ist die System-Justage mit Sicherheit schwieriger als die Herstellung des mechanischen Aufbaus. Das erklärt auch, warum so viele Nachbauten von Raumenergie-Konvertern, deren Originale man im Internet findet, nicht funktionieren. Wenn man nur das System nachbaut, ohne den theoretischen Hintergrund zu verstehen, der für die Abstimmung der Systemparameter nötig ist, gelingt die Inbetriebnahme nicht. 

Der Autor

Prof. Dr. Claus W. Turtur

(Jahrgang 1961) studierte Physik, Mathematik, Chemie und Informatik an der Uni Bonn. Er promovierte in angewandter Festkörperphysik an der Uni Regensburg und war zeitweise Geschäftsführer der Deutschen Vakuumgesellschaft. Nach diversen Tätigkeiten in leitender Position in der Metall verarbeitenden Industrie wurde Claus W. Turtur 1998 Professor für Experimentalphysik/Werkstofftechnik an der Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel. Sein Spezialgebiet sind Vakuumenergie und elektromagnetische Nullpunkt-Oszillationen. 

Literaturhinweise

1  Klaus Jebens: „Die Urkraft aus dem Universum“, Jupiter-Verlag, ISBN 3-906571-23-8

2  Richard P. Feynman: „QED. Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie“, Übersetzter Nachdruck von 1985, Serie Piper, ISBN: 3-492-03103-X

3  Claus W. Turtur: „Wandlung von Vakuumenergie elektromagnetischer Nullpunktsoszillationen in klassische mechanische Energie“, The General Science Journal, ISSN 1916-5382 (5. Mai 2009), http://wbabin.net/physics/turtur1.pdf

Eingehende Detail- und Fach-Informationen finden sich auf der Internetseite des Autors:  

http://www.ostfalia.de/cms/de/pws/turtur/FundE

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