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Big Money bringt Natur an die Börse

Neue Anlageklasse 

Der Gesamtwert aller vom Menschen geschaffenen Anlageklassen weltweit wird auf 512 Billionen US-Dollar beziffert, eine Zahl mit 12 Nullen. Nicht mit eingeschlossen sind dabei natürliche Prozesse wie CO2-Einfang durch Kalkbildung oder Pflanzenwachstum, Wasserreinigung, Artenvielfalterhaltung etc. Die Natur schafft auf diese Weise Werte, die von Ökonomen auf jährlich 125 Billiarden US-Dollar taxiert werden, das 250-fache der künstlichen Vermögenswerte! Die Finanzindustrie wäre nicht sie selbst, wenn sie diese „Assets“ ungenützt liegen ließe. Und so schlossen sich die New Yorker Börse NYSE, die Rockefeller Foundation, die Inter-American Development Bank und die Kapitalbeteiligungsgesellschaft Aberdare Ventures zusammen und gründeten die Intrinsic Exchange Group, die sich als Ökosystem-Dienstleister (ecosys-tem services) bezeichnet. Allerdings ist es nicht so, dass die IEG selbst irgendwelche Maßnahmen ergreifen oder veranlassen würde; ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, ein protokollarisches Rahmenwerk zu schaffen, um die natürlichen Assets in Finanzkapital abzubilden. Dazu wurde die Asset-Klasse und Börsen-Entität NAC = Natural Asset Companies geschaffen. Ein NAC ist sozusagen eine gedachte natürliche Firma, die aufgrund der göttlichen Schöpfung Werte schafft, die nun von der Finanzindustrie kontrolliert werden. In den Worten der NYSE: „Ein NAC ist eine transformative Lösung, wodurch natürliche Ökosysteme nicht einfach nur eine potenzielle Ressource sind, die man anzapfen kann, sondern eine Investment-Klasse bilden, die Kapital für die Verwalter der ökologischen Ressourcen zur Verfügung stellt. Als handelbares Aktienkapital werden NACs Investoren befähigen, ihr Kapital effizient einzusetzen, um ihr Nachhaltigkeitsziel zu erreichen.“ NACs beziehen ihre Rechte an den Leistungen natürlicher Ökosysteme inklusive landwirtschaftlich genutzter Flächen durch Lizenzierung von Staaten, privaten Landbesitzern, aber auch Unternehmen. Wichtigstes Ziel dieser Neugründung sei es, den Überverbrauch an Ressourcen und das Unter-Investment in die Natur zu beenden. Das bedeutet, dass die Natur künftig Eigentum bestimmter Finanzakteure sein wird. Nicht unbedingt der IEG, sondern der Käufer der IEG-Aktien – Privatpersonen, institutionelle Investoren wie Konzerne, Staatsfonds, Banken etc. Leute wie Larry Fink, CEO des größten Finanzinvestors der Welt, und Bill Gates reiben sich schon die Hände. Luft, Flüsse, Meere, Wälder und alles, was darin kreucht und fleucht, sich entwickelt und umwandelt – die ganze natürliche Alchemie der Schöpfung – all das findet nun, unter dem Deckmantel des Naturschutzes, eine finanzielle Widerspiegelung an der Börse. Die Banker sprechen von „Naturwirtschaft“. Es steht vor allem ein massiver Landraub an indigenen Bevölkerungen zu befürchten. Auch muss wohl davon ausgegangen werden, dass klamme Staaten und Kommunen Naturlandschaften wie Wälder, Seen, Wildparks als Natural Asset Company verkaufen. Besonderen Auftrieb erhoffen sich die Akteure auch von der Klimawandelpanik. So ließen sich etwa Tourismusgebiete, die an NACs verkauft wurden, kurzerhand stilllegen – um das Klima zu retten. (DS)

Quellen:

www.intrinsicexchange.com/; www.nyse.com/

Foodhub 

24.11.2022

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