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Fristlose Entlassung des Direktors des Buchheim Museums mit Ratespiel

Am 20.Oktober fand am Arbeitsgericht Weilheim eine Güteverhandlung statt. Es ging dabei um den Rauswurf von Daniel J. Schreiber dem Direktors des Buchheim Museums, dem Museum der Phantasie in Bernried am Starnberger See. Schreiber reichte dagegen eine Kündigungsschutzklage ein.

Am 11. August flatterte aus „heiterem Himmel“ eine fristlose Kündigung vom Stiftungsrat des renommierten Buchheim Museums auf den Geburtstagstisch von Daniel J.Schreiber.  In einer Güteverhandlung sollte der Versuch gemacht werden, einen Weg zu finden,  die Divergenzen zwischen den streitenden  Parteien zu erörtern um eine einvernehmliche Lösung zu finden. 

Leider wurde aber gleich zu Beginn klar, dass es dazu nicht kommen wird. Zur fristlosen Kündigung fehlte nämlich jegliche konkrete  Begründung. Diese war trotz mehrfacher Aufforderung seitens dem Anwalt von Schreiber, Fritz Maier, bislang nicht geliefert worden. Walter Schön, Chef des Stiftungsrates, beschränkte sich auf allgemeine schwammige Bezichtigungen, wie Ungleichbehandlung der  Mitarbeiter,  extreme Bevorzugung,  Belästigung u.Ä. und beharrt nun seit 10 Wochen  auf seinem Schweigen. Ein Kalkül um Zeit herauszuholen und weiter nach Begründung zu suchen und justitiabel zu machen? 

Sieht man einmal von den internen Vorgängen, die im Bereich Kommunikation liegen ab, springen ganz andere Aspekte ins Auge. Seit Schreiber das Museum übernommen hat, haben sich die Besucherzahlen und die Einnahmen fast verdoppelt. Aber selbst ein Protestschreiben von zehn Prominenten und der Protest des Freundeskreises vor dem Museum, wurde ignoriert und  so Spekulationen freien Lauf gelassen. 

Die Rechtsanwältin der Gegenseite Christina Kramppeter  beanstandete, dass sie Maier um ein Telefongespräch gebeten habe, der aber auf einer schriftlichen Stellungnahme bestanden habe. Die Richterin bestätigte, dass Schreiber ein Recht darauf habe, die Gründe für den Rauswurf zu erfahren. Sie entschied, dass  diese bis zum 14. November vorgelegt werden müssen.

Schreiber möchte seine Arbeit am Museum nicht aufgeben. Sie hat ihm Freude gemacht. Er hat ein Konzept entwickelt, dass den Besucher noch mehr einbezieht. Es geht ihm um mehr, als dass Besucher an berühmten Bildern großer Künstler vorbeiziehen, sie bewundern und hinterher eine Postkarte kaufen. Der Besucher soll sich persönlich angesprochen fühlen, die Wahrnehmung im Betrachtungsprozess erweitern. Mitfühlen, sich abholen lassen von einer Botschaft des Kunstobjekts. Schreiber gelingt es, das Museum lebendig werden zu lassen. Das Ausstellungskonzept des Museums der Phantasie ist nicht nur nach den Bedürfnissen von Experten und Kunstkenner gestaltet, sondern für das breite Publikum gestaltet. Gerade in Zeiten von KI wird es immer wichtiger kreative Emotionen anzuregen. Durch vielseitige, bestaunenswerte, überraschende Angebote, wird das Buchheim Museum inzwischen immer mehr zu einem Gesamtkunstwerk, woran Schreiber entscheidend beteiligt ist.

Um auf etwaige Ungereimtheiten im Betriebsklima zurückzukommen: In jedem Unternehmen kann es Störungen in der Kommunikation geben, woher diese auch immer kommen. Diese zu formulieren und auszuräumen gehört zum normalen Umgang innerhalb einer Institution. Eine unbegründete fristlose Kündigung gehört nicht dazu. Schreiber muss damit rechnen, dass suich die Sache bis April hinzieht.

Stellt sich zum Schluss noch die Frage, ob es statthaft und legal ist, einen solchen Prozess von den Eintrittsgeldern und Spenden an das Museum zu zahlen?

Jitsuvax:

25.09.2023

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