Fukushimas Erbe (Teil 2)

Schilddrüsenkrebsfälle häufen sich

Nachdem wir in einer Meldung vom 02. Juli von Nasenbluten als Folge der Reaktorkatastrophe in Fukushima berichteten, gibt es nun erneut düstere Nachrichten: Laut einer Mitteilung der deutschen Sektion der internationalen Ärzteinitiative IPPNW steigt die Zahl bisher unentdeckter Schilddrüsenkrebsfälle in Japan weiter an. Bei 50 japanischen Kindern in der Präfektur Fukushima wurden mittlerweile Schilddrüsenkrebs-Operationen durchgeführt. 39 weitere Kinder haben krebsverdächtige Biopsieergebnisse und müssen noch operiert werden. Das Fukushima Health Management befürchtet, dass die Zahl der Krebsfälle weiter steigen wird, da zahlreiche Ergebnisse noch nicht ausgewertet seien. Normalerweise tritt in dieser Altersgruppe weniger als ein Schilddrüsenkrebsfall pro Jahr auf.
Trotz dieser Fakten wird die Situation in Japan vom Wissenschaftlichen Komitee der Vereinten Nationen für die Wirkungen der Atomstrahlung (UNSCEAR) weiterhin systematisch verharmlost. Laut UNSCEAR ist es angeblich "unwahrscheinlich, dass gesundheitliche Folgen in der Allgemeinbevölkerung oder der überwiegenden Mehrheit der Arbeiter auf die radioaktive Strahlung durch den atomaren Unfall von Fukushima-Daiichi zurückzuführen sein werden." Dem entgegnet Dr. Alex Rosen, leitender Autor der Analyse und IPPNW-Vorstandsmitglied: "Selbstverständlich ist es nicht möglich, einen einzelnen Krebsfall auf einen sprezifischen Auslöser zurückzuführen, da Krebserkrankungen kein Herkunftssiegel tragen. Doch allein die Zahl der bisher entdeckten Schilddrüsenkrebsfälle ist bereits unerwartet hoch. Die schrecklichen Folgen der Atomkatastrophe für zehntausende Familien auf ein statistisches Problem zu reduzieren ist unangebracht und ignoriert die vielen individuellen Schicksale der betroffenen Menschen."

(Quelle: Strahlentelex mit ElektrosmogReport, Nr. 660-661, S. 10)

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