Fukushimas Erbe

Nasenbluten als Folge der Nuklearkatastrophe

Mehr als drei Jahre nach dem schweren Reaktorunglück in Fukushima Dai`ichi haben die Menschen in der Region mit verheerenden gesundheitlichen Folgen zu kämpfen. Die Zahl der Patienten mit Schilddrüsenkrebs, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie viele "plötzliche" Todesfälle bei relativ jungen Menschen sind enorm angestiegen. Doch die japanischen Behörden bestreiten, dass diese Symptome etwas mit der Reaktorkatastrophe zu tun haben.
Nun wird seit längerer Zeit ein weiteres Krankheitsbild beobachtet: das Nasenbluten. Die breite Öffentlichkeit erfuhr davon erst, als dieses Phänomen in einem populären Comic auftauchte. Anstatt diese gravierenden Symptome eingehend zu untersuchen, reagierten die Behörden mit Verleugnung und übten auf den Verleger des Comics politischen und juristischen Druck aus. Doch der Lungenfacharzt und Umweltmediziner Matsui Eisuke geht gegen diese Politik des Totschweigens vor. "Was in (dem Comic) beschrieben ist, ist die Wahrheit", sagt der Gesundheitsaufklärer, der sich in den verstrahlten Gebieten engagiert. Dr. Matsui bedauert vor allem, dass viele seiner Kollegen die Gefahren von Niedrigdosisstrahlen unterschätzen. Denn das Nasenbluten sei unzweifelhaft eine Folge der Nuklearkatastrophe, da auch eine geringe Bestrahlung unter 1 Sievert toxische Substanzen produziere und damit die Blutgefäße schädige.
Trotz der bekannten Auswirkungen auf die Gesundheit ist die japanische Regierung weiterhin bestrebt, die stillgelegten Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen. Dies hatte erst kürzlich ein Gericht untersagt. Darüber hinaus ist man bestrebt, Evakuierte und Srahlenflüchtlinge zu einer Rückkehr in kontaminierte Gebiete mit einer Luftdosis von unter 20 Millisievert pro Jahr zu bewegen. Angesichts dieser Pläne ist es kein Zufall, dass ein Zusammenhang zwischen radioaktiver Belastung und Nasenbluten von offizieller Seite bestritten wird.

(Quelle: Strahlentelex mit ElektrosmogReport, Nr. 658-659, S. 13-14)

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