Grundrecht auf Fortpflanzung?

Juristen wollen Embryonalschutzgesetz kippen

In der Bundesrepublik Deutschland gilt seit 1. Januar 1991 das Embryonenschutzgesetz (ESchG). Es soll die missbräuchliche Verwendung von In-vitro-Fertilisationstechniken zur Erzeugung von menschlichen Embryonen verhindern und menschliche Embryonen vor einer fremdnützigen Verwendung, beispielsweise zu Forschungszwecken, schützen. Doch nach Meinung vieler Juristen und Experten sollte dieses Gesetz bald der Vergangenheit angehören.
Auf der Jahrestagung des Deutschen Ethikrates in Berlin am 22. Mai sprachen zahlreiche Expertinnen und Experten zum Thema "Fortpflanzungsmedizin in Deutschland. Individuelle Lebensentwürfe - Familie - Gesellschaft". Dabei ging es jedoch weniger um die Frage, ob Eizellspende und Leihmutterschaft erlaubt werden sollten oder nicht, sondern vor allem darum, wie sie in Zukunft geregelt werden können.
Hintergrund dieses allgemeinen Konsenses ist ein verheerendes, juristisches Konstrukt: das so genannte Recht auf Fortpflanzung. Ausformuliert wurde es im "Augsburg-Münchner-Entwurf eines Fortpflanzungsmedizingesetzes" (AME-FMedG).
Dieses Konstrukt macht aus der Selbstbestimmung über die eigene Fortpflanzung ein Grundrecht auf Fortpflanzung. Das würde laut AME-FMedG bedeuten, dass "nicht nur die natürliche Zeugung, sondern auch die medizinisch assistierte Fortpflanzung" und die Verfügbarkeit reproduktionsmedizinischer Angebote Verfassungsrang erhalten.
Die Folge daraus wäre, dass Betroffene einen Anspruch gegenüber Staat und Gesellschaft hätten, ihre Fortpflanzung auch auf unnatürlichem Wege durchzusetzen. Reproduktionsmedizinische Dienstleistungen müssten dann in jedem einzelnen Fall von der öffentlichen Hand, bzw. der GKV bezahlt werden.
Die juristische Konstruktion eines Grundrechts auf Fortpflanzung ist zwar bisher nicht mehr als eine politische Strategie der Befürworter der Repromedizin. Trotzdem müssen ihre Motive und Ziele weiterhin kritisch hinterfragt werden.

Den ausführlichen Artikel zu diesem Thema finden Sie hier

(Quelle: Uta Wagenmann, Gen-ethisches Netzwerk)

 

zahlreicher Krankheiten, von Alzheimer bis Brustkrebs, von Allergien bis zu Autoimmunkrankheiten - See more at: http://www.raum-und-zeit.com/r-z-online/mediathek/gesundheit/aluminium/#sthash.4g0xBpak.dpuf
dem Auftreten zahlreicher Krankheiten, von Alzheimer bis Brustkrebs, von Allergien bis zu Autoimmunkrankheiten - See more at: http://www.raum-und-zeit.com/r-z-online/mediathek/gesundheit/aluminium/#sthash.4g0xBpak.dpuf
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