Jordaniens Trinkwasser radioaktiv?

Nordafrika und der Nahe Osten leiden unter Wassermangel, deswegen werden dort Millionen Liter aus jahrtausendealten, tief liegenden Grundwasserspeichern gewonnen. Ab dem Frühjahr 2013 soll Wasser in Jordanien aus dem „Disi- Aquifer“ gefördert werden. Stichproben dieses Wassers ergaben, dass der WHO-Richtwert der Strahlen-Belastung bis zu 30fach überschritten wird, so das Bundesamt für Strahlungsschutz (BfS). Grund: Im Sedimentgestein finden sich natürliches Uran und Thorium. Deren Zerfallsprodukt Radium kann beispielweise Knochenkrebs auslösen. Grundlage der BfS Untersuchung ist eine amerikanische Studie des Geochemikers Avner Verngosh aus dem Jahre 2009, die den natürlichen Stoff Radium im Disi Wasser nachgewiesen hatte. Trotz der hohen Werte schließt das BfS, dass sich ein zusätzliches Erkrankungsrisiko „auch nach langjähriger Nutzung nicht eindeutig statistisch nachweisen“ lässt. Das jordanische Ministerium für Wasserwirtschaft (MWI) will viel geringere Werte als die US-Studie gemessen haben. Auch plane man, Wasser aus unbelasteten Quellen hinzu zu geben, um die jährliche Strahlenbelastung auf 0,4 mSv zu verringern. Unklar ist, woher dieses Wasser kommen soll. Wasserknappheit ist eines der größten Probleme unserer Zeit. Es ist natürlich auch abzuwägen, ob die Gesundheitsrisiken durch solch belastetes Wasser höher einzuschätzen sind, als jene durch verunreinigtes oder zu wenig Trinkwasser.

Quellen:

bfs.de

spiegel.de

greenpaecemagazin

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