Kornkreis in Raisting und Geopunktur

Siegfried Prumbach über geometrische Besonderheiten

Die Ammerseeregion hat in den letzten Jahren eine Aufmerksamkeit besonderer Art erfahren. 2007, 2012 und nun zuletzt am 18. Juli 2014 tauchten über Nacht jene Gebilde in Weizenfeldern auf, die man landläufig Kornkreise nennt.

Tausende Esoteriker seien schon nach Raisting gepilgert, schreibt Focus online, um das 230 m² große Gebilde zu besuchen. Betrachten kann man es in seiner Gänze nur von oben. Ballonfahrer sind in diesem Falle die Entdecker gewesen. Die Entstehung der Kornkreise bleibt ein Rätsel. Die einen glauben an Scherze von Studenten oder bemühen mit GPS ausgestattete Kornkreismacher, die anderen sehen darin Botschaften anderer Welten.

Auffallend bei den Ammersee-Kreisen ist ihre Anordnung auf einer Linie, die 51°24'36'' zur Ost-West Achse liegt. Das erinnert an den Neigungswinkel der berühmten Cheopspyramide von 51°50'35'', der damit um 0,99% abweicht.
Legt man nun das Dreieck der Cheopspyramide an den Kornkreisen von Andechs und Raisting an, entsteht ein dritter Punkt mitten im Starnberger See. Verlängert man wiederum die Linie Andechs-Starnberger See, so kommt man zwar nicht nach Gizeh, aber immerhin nach Abu Simbel, an den alten Standort des berühmtem Felsentempels von Ramses dem Zweiten, der in einer spektakulären Aktion in den 60er Jahren vor den Fluten des Assuan Staudammes gerettet wurde.

Die Messungen harren noch einer genauen Überprüfung, denn die Verortungen auf Google Earth sind ungenau und erklären auch die allenthalben auftretenden Abweichungen. Zumindest aber erkennt man eine Tendenz zu einem größeren Zusammenhang, ob von Außerirdischen oder Geomanten erstellt, wird vielleicht ein Rätsel bleiben. Und das ist gut so. in einer Welt, in der alles bestimmbar geworden zu sein scheint, sind Rätsel eine Erholung für die Seele.

Siegfried Prumbach
Diplom Designer (FH)
www.anima-mundi-akademie.de

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