Quecksilberemissionen sollen reduziert werden

140 Nationen unterzeichnen die Minamata Konvention

Mehr als 140 Nationen haben nach über vierjähriger Verhandlungszeit am 19. Januar 2013 in Genf die so genannte Minamata Konvention unterzeichnet, der zufolge die weltweiten Emissionen des toxischen Schwermetalls Quecksilber begrenzt werden sollen. In der japanischen Stadt Minamata erlitten in den 1950er Jahren Tausende Menschen durch die Verklappung von quecksilberhaltigen Abfällen in die Yatsushiro See schwerste Schädigungen des zentralen Nervensystems, 3 000 Todesopfer waren zu beklagen. Die Minamata-Vereinbarung verlangt von den Unterzeichnern, die Nutzung von Quecksilber in Batterien (Ausnahme sind Knopfzellen für medizinische Anwendungen), bestimmten elektrischen Schaltelementen sowie Kosmetika bis zum Jahr 2020 ganz einzustellen. Auch aus Thermometern und Blutdruckmessgeräten soll Quecksilber verschwinden, während der Quecksilberanteil in Amalgamfüllungen vorerst nur verringert werden soll. Außerdem sieht die Vereinbarung vor, dass die Quecksilbermissionen bestimmter industrieller Anlagen wie Kohlenkraftwerke, Zementfabriken, Zinkhütten oder beim Goldabbau reduziert werden. Ausgenommen von der Einschränkung ist der Gebrauch von Quecksilber in bestimmten religiösen Ritualen. Die Maßnahmen zur Reduzierung von Quecksilber in Konsumprodukten sollen durch öffentliche Kampagnen unterstützt werden. So lobenswert diese Beschlüsse auch sind — sie kommen allenfalls halbherzig daher. Denn nach wie vor darf Quecksilber in Impfstoffen Verwendung finden, mit der scheinheiligen Begründung, dass die teureren Alternativen für ärmere Länder nicht mehr erschwinglich seien und sich daher dort schwere Infektionskrankheiten ausbreiten würden. Auch
Energiesparlampen, die ja ebenfalls mit Quecksilber arbeiten, sind nicht generell von der Minamata Konvention betroffen, sondern nur bestimmte Typen.

Sie dürfen also weiterhin unter den bekannten katastrophalen ökologischen Bedingungen in chinesischen Hinterhoffirmen produziert werden — die scheinheilige Rettung des Weltklimas hat ein mal mehr Vorrang...

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