Wirkung von Grippemittel „Tamiflu“ weiter unbewiesen:

Pharmakonzern Roche bleibt Antwort schuldig

Grippe, Vogelgrippe, Schweinegrippe – gegen all diese zu Monstern aufgebauschten Krankheiten pandemischen Ausmaßes brachte Roche zur Jahrtausendwende sein Allheilmittel „Tamiflu“ auf den Markt und verdiente damit fast sieben Milliarden Dollar. Allerdings ist die Wirkungsweise nach wie vor umstritten, weil Roche mehr als die Hälfte aller Studien zurückhält. Während die EHO und die US-Seuchenschutzbehörde CDC dies zu unterstützen scheinen, werden die Proteste namhafter Wissenschaftler immer lauter. Bereits 2009 hatten die Epidemiologen Tom Jefferson und Peter Doshi für die „Cochrane Collaboration“, ein angesehenes Netzwerk unabhängiger Wissenschaftler, die systematisch Studien auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen, Unterlagen von Roche angefordert, die beweisen sollten, dass der in Tamiflu enthaltene Wirkstoff „Oseltamivir“ tatsächlich Grippeviren bändigen kann. Trotz schneller positiver Reaktionen hält Roche bis heute mehr als die Hälfte der Studien unter Verschluss. Dabei berufen sie sich auf fadenscheinige Argumente wie Datenschutz, oder auf „Einbehalt“, weil Untersuchungen im eigenen Haus vorgenommen würden. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass die positive Bewertung vor allem auf einer Arbeit aus dem Jahre 2003 beruhte. Vier der sechs Autoren dieser Studie waren damals direkt bei Roche angestellt. Ein weiterer arbeitete für die Firma als Berater. Trotzdem hat die WHO Tamiflu mit Unterstützung  des CDC noch 2011 in der Neufassung einer Tabelle der „essenziellen Medikamente“ ausdrücklich empfohlen. „Wir haben beiden Behörden mehr als ein Dutzend einfacher und direkter Fragen zu ihren antiviralen Empfehlungen bei Influenza gestellt – aber sie haben nicht mal eine davon klar beantwortet.“ – so Peter Doshi.

Mitte November 2012 wiesen Jefferson und Doshi darauf hin, dass nach wie vor 14 der wichtigsten Studien nicht ausreichend veröffentlicht sind. Das „British Medical Journal“ (BKJ) hat nun die gesamte Korres-pondenz mit Roche und den Behörden auf einer Webseite öffentlich gemacht. Dort kann sich nun jeder von den ausweichenden Antworten überzeugen und die weitere Entwicklung verfolgen.

Quellem:
www.bmj.com/tamiflu 
http://goo.gl/yhudz

zur Startseite