Infopunkte Naturwissenschaft

raum&zeit-Ausgabe 209

Diesen Artikel teilen:  
© iStock.com/microdon

#TAB#Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen: Diesel, Kat und dicke Luft## Der Diesel ist wegen zu viel Stickoxid (NOx) und Feinstaub im Abgas unter schweren Beschuss geraten. Zur Feinstaubproblematik sagt der Verkehrswissenschaftler Prof. Matthias Klingner (Uni Dresden) ...
Weiter lesen

Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen: Diesel, Kat und dicke Luft

Der Diesel ist wegen zu viel Stickoxid (NOx) und Feinstaub im Abgas unter schweren Beschuss geraten. Zur Feinstaubproblematik sagt der Verkehrswissenschaftler Prof. Matthias Klingner (Uni Dresden) in einem Interview, dass sie größtenteils auf meteorologische Einflüsse wie Sonneneinstrahlung und Inversionswetterlagen zurückzuführen sei. „[...] da können Sie am Autoverkehr drehen, was Sie wollen. Das ist ein ganz natürliches meteorologisches Phänomen.“ Sinnvoll sei es daher, den Grenzwert für Feinstaub aufzuheben, um niedrigere Verbrennungstemperaturen zu ermöglichen. Denn dann entstehen weniger Stickoxide. Diese und Feinstaub sind also Antagonisten, die sich durch eine Verbrennungssteuerung nicht gleichzeitig reduzieren lassen. Allerdings, so Klinger, sei das Thema politisch „völlig verbrannt“. Doch warum bleiben in der derzeitigen Abgas-Debatte die eigentlichen Übeltäter, die aus den Katalysatoren stammen, unerwähnt? Diese emittieren hochgiftige (kanzerogene) und umweltschädliche Substanzen wie Schwefeltrioxid, Schwefelwasserstoff und Cyanwasserstoff (Blausäure). Außerdem entweichen aus dem Kat Palladium-, Platin-, Rhodium- und Keramik-Partikel in Nano-Größe. Diese lagern sich an Feinstaub an und gelangen so in Lungen und Blutbahn. „Eine Schwellendosis, unterhalb derer Partikel in der Atemluft wirkungslos sind, ist derzeit nicht ableitbar“, so die deutsche Gesellschaft für Pneumologie. Der verstorbene Arzt Dr. Hans Nieper hatte in den 1990er Jahren im Ehlers Verlag in zahlreichen Artikeln sowie in einem special mit dem Titel „Der steuerbegünstigte Lungenkrebs“ unermüdlich darauf hingewiesen, dass durch die flächendeckende Einführung der Katalysatortechnik eine neue Asbest-Katastrophe drohe. Bereits im Jahr 1900 erkannte man die Asbestose, doch erst ein Jahrhundert später (Deutschland 1995; EU 2005) wurden Herstellung und Verwendung von Asbest generell verboten. Die Ignoranz von Industrie und Politik ist umso unverständlicher, als es schon lange Zeit alternative Verbrennungstechniken wie Browns Gas und GEET (Global Environmental Energy Technology) gibt, die sämtliche Abgase drastisch reduzieren. Allerdings vertragen sie sich nicht mit der Katalysatortechnik. (DS)

Quellen: Dresdener Neueste Nachrichten, raum&zeit special 2: „Der steuerbegünstigte Lungenkrebs“

Erfolgreicher Test einer Pilotanlage: Power-to-Methanol

Kurz vor Redaktionsschluss für die Ausgabe 209 erreichte die raum&zeit-Redaktion noch eine Meldung, die eigentlich gut in den Artikel „Methanol – Klar in die Zukunft“ gepasst hätte. Die Rostocker Firma Gensoric hat mit ihrem Projekt „Willpower Energy“ ein System entwickelt, das aus Kohlenstoffdioxid aus der Umgebungsluft und elektrolytisch gewonnenem Wasserstoff Methanol (CH3OH) erzeugt. Wird es verbrannt, wird das zuvor eingebundene CO2 aus der Luft wieder frei gesetzt. Willpower Energy umfasst ein Modul für die Elektrolyse von Wasser, ein CO2-Filtersystem und eine Methanol-Brennstoffzelle bzw. ein Mini-BHKW für die Wärme- und Stromerzeugung. Das patentierte Filtersystem gewinnt das CO2 auf elektro-biokatalytische Weise mit Enzymen. Besonders interessant an Methanol ist seine Fähigkeit, als Speichermedium für elektrische Energie – Fachausduck: Power-to-Liquid – zu dienen. So kann beispielsweise der überschüssige Strom aus Solarzellen oder WKA für die Methanolherstellung verwendet werden. Bei Bedarf wird die in dem Methanol gespeicherte Energie wieder in Elektrizität umgewandelt – völlig schadstofffrei. (DS)

Quelle: www.gensoric.com

Welten verbinden: Online-Symposium Wissenschaft und Spiritualität

Ein Symposium der besonderen Art findet vom 20.–29. Oktober 2017 statt. Ort: das Wohnzimmer daheim. Denn das Symposium „Wissenschaft und Spiritualität – die Welten verbinden“ ist eine Online-Veranstaltung, an der jeder kostenlos teilnehmen kann, der über Internet verfügt und sich unter www.wissenschaft-und-spiritualität.de anmeldet. Organisator ist die Zeitschrift Tattva Viveka. Das Symposium ist in drei Blöcke untergliedert: Geistes- und Naturwissenschaft; Spezielle Kulturen weltweit; Sehen 2.0 – die Verbindung. Zu den insgesamt 40 Sprechern zählen beispielsweise Prof. Claus Turtur (Freie Energie), Prof. Dr. Gerald Hüther (Neurologie), Dr. Ulrich Warnke (Quantenphysik), Wolf Dieter Storl (Naturwesen), Dr. Rupert Sheldrake (Biologie). Zur Themenvielfalt gehören u. a. Epigenetik, Reinkarnation, Schamanismus, Taoismus, Buddhismus, Urvölker, Herzphilosophie und Hermetik. (DS)

Quelle: www.wissenschaft-und-spiritualitaet.de

Quantencomputer: Diabolus ex machina

Könnte Künstliche Intelligenz (KI) eine Bedrohung für die Menschheit sein? Der südafrikanische Visionär und Tesla-Gründer Elon Musk sieht darin die „größte Gefahr, der wir als Gesellschaft gegenüberstehen.“ Im Jahr 2014 twitterte er: „KI ist gefährlicher als Atombomben.“ Musk, Gründer des Internet-Bezahlsystems Paypal, meint wohl selbstlernende Quantencomputer. Diese arbeiten mit Qubits. Die Besonderheit liegt darin, dass via Quantensuperposition sämtliche Zustände gleichzeitig existieren. Ein Qubit kann zur selben Zeit 1 und 0 sein, zwei Qubits entsprechend 00, 01, 10, 11. N Qubits 2N Zustände. Die kanadische Firma D-Wave entwickelt Quantencomputer mit derzeit 2000 Qubits, 22000 ≈ 10600 Quantenzuständen. Das sind mehr Zustände, als es Atome im bekannten Universum gibt. Die Rechengeschwindigkeit soll derzeit bis zu 100 Millionen mal schneller sein als bei einem transistorbasierten Computer. Realisieren lassen sich Qubits z. B. mit molekularen Spins. Nun muss man „nur“ noch die logische Operation designen, die man braucht, um zum Endresultat der Berechnung durch den Kollaps der gemeinsamen Wellenfunktion zu gelangen. D-Wave hat den 2 000Q u. a. an Google, NASA und – VW(!) verkauft. D-Wave-Gründer und Chef-Entwickler Geordie Rose sagte im Jahr 2011 über den Vergleich eines konventionellen mit einem Quantencomputer: „Der Unterschied in der Leistungsfähigkeit wird so gewaltig sein, dass es dafür keine Worte mehr gibt. Es wird eine völlig neue Kategorie eines Dings sein. Und dies wird innerhalb von zehn Jahren kommen. In zehn Jahren werden wir einen virtuellen Menschen kreieren [...]“ Das Folge-Modell 4 000Q soll gar Ressourcen anderer Dimensionen anzapfen. Rose soll sehr ehrfurchtsvoll gesagt haben, dass er in der Nähe seiner „Schöpfung“ das Gefühl habe, einer höheren Wesenheit zu begegnen. Gruselig wird es, wenn man weiß, dass auch das menschliche Gehirn wie ein Quantencomputer funktioniert. Davon ist z. B. der hoch geachtete britische Mathematiker und Physiker Roger Penrose überzeugt. Bestimmte Proteinstrukturen, die Mikrotubuli, sollen sich dabei im Gehirn Quanteneffekte zunutze machen. Auch Stephen Hawking warnt übrigens vor KI: „Da der Mensch durch langsame biologische Evolution beschränkt ist, könnte er nicht konkurrieren und würde verdrängt werden.“ (DS)

www.abovetopsecret.com/forum/thread771768/pg1&mem=

Artikel "Infopunkte Naturwissenschaft" online lesen

Klicken Sie auf folgenden Link um den Artikel online zu lesen:

Artikel online lesen
© 2017 by Ehlers Verlag GmbH raum&zeit bei
zur Startseite