Waffenhandel 

Deutschlands Engagement in Afrika Waffen, Deals falsches Spiel

Hans Pfitzinger - raum&zeit 156/2008

Wenn wir an Afrika denken, fällt uns zuerst die Armut in vielen Ländern des Kontinents ein und vielleicht noch, dass wir Entwicklungshilfe dort leisten. Was aber kaum beachtet wird: Afrika hat für Deutschland strategische Bedeutung als Rohstofflieferant und als Hauptabnehmer für Waffenexporte.

Die Nachricht ging unter im Rummel um die Olympischen Spiele in Peking und den Krieg in Georgien: ThyssenKrupp und MAN-Ferrostaal haben mit Südafrika ein Geschäft über 4,5 Milliarden Dollar abgeschlossen. Für diese Summe – sie entspricht mehr als der Hälfte des jährlichen südafrikanischen Bildungsetats – liefern die beiden deutschen Waffenschmieden drei U-Boote, vier Fregatten, 50 Kampfflugzeuge und 30 Hubschrauber. Wofür das Land am Kap diese Aufrüstung braucht, weiß niemand. Fregatten und U-Boote gegen ausländische Fischerboote? Kampfjets gegen Flüchtlinge aus Mosambik? 

Licht in die dunkle Affäre wollte die südafrikanische Wochenzeitung „Sunday Times“ bringen. Gestützt auf die Aussage des Geheimdienstmannes Mhleli Madaka behauptete die Zeitung, Präsident Thabo Mbeki habe von Ferrostaal vier Millionen Euro Schmiergeld erhalten. Dummerweise kam der Geheimagent unter mysteriösen Umständen bei einem Autounfall ums Leben. Auch von ThyssenKrupp sollen Schmiergelder gezahlt worden sein. Die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf ermittelte bereits. Aber auch in diesem Fall musste die Akte aus Mangel an Beweisen geschlossen werden. 1 

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