Wenn Klima-Aktivismus eskaliert

Stromausfall nach Brandanschlag in Berlin

Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke über dem Teltowkanal im Berliner Südwesten hat am frühen Samstagmorgen, den 3. Januar 2026, zu einem großflächigen Stromausfall geführt – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung.

Insgesamt waren rund 45.000 Haushalte und etwa 2.000 Gewerbebetriebe im Südwesten Berlins ohne Strom, ein Teil davon ist inzwischen wieder ans Netz gegangen. Der Netzbetreiber geht davon aus, dass eine vollständige Wiederversorgung aller betroffenen Anschlüsse voraussichtlich bis Donnerstag, 8.01.2026, erreicht werden kann, weil umfangreiche Tiefbau‑ und Provisoriumsarbeiten nötig sind. Betroffen sind unter anderem drei Krankenhäuser, mehrere Pflegeeinrichtungen sowie viele ältere Menschen in höher gelegenen Wohnungen, da Aufzüge sowie Teile der Heiz‑ und Wasserversorgung ausfallen.​ Laut NIUS ist bisher ein Todesopfer als Folge des Anschlags zu beklagen.

Vulkangruppe

Zu der Tat bekannte sich in einem Bekennerschreiben die linksextremistische „Vulkangruppe“, die bereits mehrfach Anschläge auf die Energie-Infrastruktur begangen hat. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern, die fossile Energiewirtschaft“. Die Vulkangruppe ist vermutlich ähnlich wie die Antifa als lose autonome Strömung im Kontext der „linksextremistischen Instrumentalisierung des Klimaschutzes“ (Verfassungsschutzbericht) organisiert. Ziel sei es,„demokratische Diskurse zu verschieben, gesellschaftlichen Protest zu radikalisieren sowie den Staat und seine Institutionen zu delegitimieren“.

Die Vulkangruppe bekannte sich bereits zu früheren Anschlägen wie zu einem Brandanschlag auf einen Strommast im März 2024 in Brandenburg, der die Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) vollständig lahmlegte und hunderte Millionen Euro Schaden verursachte. Zum ersten Mal in Erscheinung trat die Gruppe im Mai 2011, als sie eine Kabelbrücke am Berliner Bahnhof Ostkreuz in Brand setzte. Massive Störungen im Bahnverkehr waren die Folge. In einem Bekennerschreiben bezeichneten sich die Absender nach einem isländischen Vulkan: „Das Grollen des Eyjafjallajökull“. Dieser Vulkan hatte nach einem Ausbruch 2010 große Teile von Europas Flugverkehr lahmgelegt.

Gewaltaffiner Aktivismus

Im Bereich des „klimapolitisch“ orientierten Linksextremismus sieht der Verfassungsschutz einen Trend zur Bündnisbildung, innerhalb derer auch staatsfeindliche und gewaltaffine Gruppen Einfluss anstreben. Beobachtungsobjekte in diesem Zusammenhang sind beispielsweise auch die „Interventionistische Linke“ oder der Zusammenschluss „Ende Gelände“. Vor allem die letztgenannte Gruppierung, die als Verdachtsfall geführt wird, lasse eine Radikalisierung erkennen.

Innerhalb der linksextremen Szene sind die Positionen zu den Vulkangruppen uneinheitlich. Einerseits werden sie als effektive Saboteure des „kapitalistischen Systems“ wahrgenommen. Teilweise werden sie aber auch als kontraproduktiv wahrgenommen, da eine Vielzahl Unbeteiligter durch die Anschläge in Mitleidenschaft gezogen wird. Dies senke potenziell die Akzeptanz des Klimaschutzes in der breiteren Bevölkerung.

Übrigens gibt es Experten wie den Kerntechniker Manfred Haferburg, die davon ausgehen, dass der Anschlag so gezielt eine neuralgische Stelle traf, dass dafür Insiderwissen vorausgesetzt werden müsse.

Quellen

www.epochtimes.de