Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS)

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Anpassungsfähigkeit hat Grenzen

Artikelnummer: sp-4-12 Kategorie:

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Allergien, Umweltgifte, Chemikalien­sensitivität. Schätzungen zufolge leiden derzeit rund 50 Prozent aller Europäer an mindestens einer Allergie. Petra Wiechel, Chefärztin der Swiss Mountain Clinic, hilft ganzheitlich – aber geht auch den Ursachen auf den Grund. Sie sieht in ihnen ein physiologisches Warnsignal dafür, dass viele unserer biologischen Systeme an ihre Grenzen geraten sind. Machen Allergien sichtbar, was gesellschaftlich verdrängt wird?

Das Wort Allergie kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich, dass jemand anders reagiert. Das ist entscheidend. Bei einer ganzheitlichen Betrachtungsweise rückt hier nicht nur der Auslöser in den Fokus, sondern die Frage, warum der Organismus überhaupt in diesen Modus gerät. Im Gespräch mit Patienten ist für mich oft weniger wichtig, worauf jemand allergisch reagiert, als welche inneren und äußeren Bedingungen eine Überreaktion möglich gemacht haben. Dabei spielen seelische Faktoren ebenso eine Rolle wie Belastungen im Lebensumfeld oder toxische Stoffwechselprodukte, die der Körper nicht gut verarbeiten kann.

Verdeckte Allergien

Allergien zeigen sich nicht immer klassisch. Manche Reaktionen sind sofort und eindeutig. Andere sind verdeckter und äußern sich über Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder ein diffuses Unwohlsein, das erst rückblickend mit bestimmten Reizen zusammenpasst. Das Immunsystem wehrt nicht nur ab, es bewertet. Gerät diese Fähigkeit aus dem Gleichgewicht, wird bislang Neutrales zum Reiz. Es kann eine dauerhafte Alarmbereitschaft entstehen.

Aus ganzheitlicher Sicht sind Allergien eher Ausdruck einer Überforderung als einer Fehlfunktion. Ein zentraler Faktor ist die Umwelt, in der wir leben. Der menschliche Organismus ist evolutionär nicht auf die heutige Dichte synthetischer Substanzen vorbereitet. Pestizide, Lösungsmittel, Weichmacher, Duftstoffe, Flammschutzmittel und Schwermetalle wirken selten als akute Gifte, sondern als chronische Niedrigdosisbelastungen. Sie sind unsichtbar, allgegenwärtig und einzeln oft unterhalb offizieller Grenzwerte, entfalten ihre Wirkung aber in der Summe. Das Immunsystem reagiert auf das Gesamtmilieu. Wird dieses Milieu dauerhaft reizüberflutet, gerät die Regulation ins Wanken. Die Entzündungsbereitschaft steigt, die Schleimhäute werden durchlässiger, die Reizschwelle sinkt und so entstehen Allergien.

Verlorene Filterfunktion

Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei der Multiplen Chemikalien-Sensitivität, kurz MCS. Betroffene reagieren auf geringste Mengen chemischer Substanzen mit massiven körperlichen Symptomen. Lange wurde dieses Krankheitsbild vorschnell psychologisiert oder als Übertreibung bagatellisiert. Heute sprechen viele klinische Beobachtungen und neuroimmunologische Modelle dafür, dass es sich um eine neuroimmunologische Überforderung handelt. Das Nervensystem und das Immunsystem verlieren ihre Filterfunktion. Reize gelangen ungehemmt in Systeme, die sie eigentlich regulieren sollten.

MCS steht dabei nicht isoliert. Viele Betroffene berichten …

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