Vom Schutz zum Panzer

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Spannungsmuster können „unerklärliche“ Beschwerden auslösen

Artikelnummer: rz-261-01 Kategorien: ,

Sensorik und Motorik – Spüren und Bewegen – steuern sich gegenseitig: Das Spüren von Erleichterung, Ärger oder Angst beeinflusst unsere Motorik und umgekehrt. Diese neurobiologische Tatsache bildet die Grundlage der sensomotorischen Körpertherapie nach Dr. Pohl (Pohltherapie ). Über das Lösen „eingefleischter“ Verspannungen lassen sich so viele „unerklärliche“ Schmerzen beheben. raum&zeit sprach mit der Psycho- und Körpertherapeutin Helga Pohl.

raum&zeit: Von Panikattacken, Schwindel, Depressionen, Migräne, Tinnitus, Heißhunger-Attacken, Menstruationsbeschwerden, Atemproblemen bis hin zu Herzbeschwerden, orthopädischen Problemen aber auch Darmkrämpfen, Inkontinenz oder sexuellen Funktionsstörungen – wie können sich all diese Beschwerden durch die Pohltherapie bessern oder verschwinden ganz?
Dr. Helga Pohl: Weil es einen gemeinsamen Nenner gibt: Verspannungen und Fehlhaltungen. Wir fragen unsere Patienten: Wo spüren Sie denn Ihren Schmerz, Ihre ständige Übelkeit, Ihre Angst und lassen uns die Stelle am Körper genau zeigen. Bei der Wahrnehmung von „innen“ oder „außen“ ergeben sich aber oft Unstimmigkeiten. Beschwerden wie Schmerz, Angst, Übelkeit, Enge, Bedrückung oder Druck werden innerlich empfunden – im Magen, in der Blase, in der Seele – obwohl sie von außen kommen, nämlich aus Muskeln, Faszien, Bindegewebe. Ärzte konzentrieren sich dann auf die Organ-Untersuchung. Und finden meistens nichts. Jedoch kann man bei der visuellen und palpierenden Untersuchung ganz reale, greifbare körperliche Veränderungen in Muskeln, Sehnen, Faszien, Haut und Unterhaut finden. Behandelt man sie, verschwinden die von Patienten „innen“ wahrgenommenen Beschwerden. Woher diese Fehlattribution zwischen außen und innen kommt, kann ich bis heute nicht sagen. Aber ich kann sagen, dass man sie früher gefunden hätte, würden die untersuchenden Ärzte ihre Patienten anfassen.

Wie Angst und Schmerz zusammenhängen

r&z: Patienten werden also als gesund erklärt, obwohl sie sich miserabel fühlen?
H. P.: Genau! Und sie fallen in unserem Gesundheitssystem durchs Raster. Die Ärzte können mit ihren Untersuchungsmethoden nichts finden, obwohl die Patienten körperlich spüren, dass da etwas ist. Schmerz, Angst, chronische Übelkeit und andere Empfindungen wie Gefühle beruhen auf realen Wahrnehmungen der Somatosensorik, die durch Reizung der Rezeptoren in Muskeln, Sehnen, Faszien und vor allem in der Haut zustande kommen – auch wenn sie innen im Körper empfunden werden. Offensichtlich gibt es keine psychosomatischen oder somatoformen Beschwerden ohne körperlichen Befund – heißt, ohne Dauerkontraktionen außen in Muskulatur und Bindegewebe. Bei psychosomatischen Beschwerden, Ängsten oder Depressionen spielen Dauerkontraktionen der Muskulatur (v. a. der Atemmuskulatur) eine große Rolle. Solche Störungen lassen sich durch Auflösung der Dauerkontraktionen von der körperlichen Seite her angehen. Weil beim reaktiven Zusammenziehen immer auch die Atemmuskulatur betroffen ist, bekommen die Muskeln insgesamt zu wenig Sauerstoff. Folge: Bei starken und anhaltenden Schmerzen wird man unweigerlich depressiv. Ein Depressiver atmet wie ein Vögelchen. Alles wird schwer …

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