Bollerwagen statt Vaterrolle: Vatertag zwischen Alkohol und Familienbild

Der Vatertag gilt vielen als harmlose Tradition. Doch zwischen Bollerwagen, Alkohol-Exzessen und steigenden Unfallzahlen stellt sich die Frage: Passt das Bild des „Herrentags“ überhaupt noch zu modernen Vätern?

Der gefährlichste Alkohol-Tag des Jahres

Wenn an Christi Himmelfahrt wieder Männergruppen mit Bierkästen und Bollerwagen losziehen, gilt das vielen als harmlose Tradition. Doch die Zahlen zeigen ein anderes Bild: Laut Statistischem Bundesamt gab es am Vatertag 2024 deutschlandweit 287 alkoholbedingte Verkehrsunfälle – mehr als an jedem anderen Tag des Jahres. 204 davon endeten mit Verletzten. Besonders häufig betroffen: Fahrrad- und E-Scooterfahrer.

Väter bringen sich heute stärker ein

Dabei hat sich das Vaterbild in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Immer mehr Männer nehmen Elternzeit, arbeiten in Teilzeit oder beteiligen sich aktiv am Familienalltag. Laut Statistischem Bundesamt lag der Anteil der Väter in Elternzeit 2008 noch bei rund 21 Prozent, heute sind es etwa 46 Prozent.

Gemeinschaft oder Kontrollverlust?

Umso widersprüchlicher wirkt ein Vatertag, der vielerorts noch immer vor allem mit Alkohol-Exzessen verbunden wird. Kritiker sehen darin ein überholtes Männerbild, bei dem Gemeinschaft häufig über Alkohol und den kurzfristigen Ausbruch aus dem Alltag entsteht – statt über echte Vaterrolle und Verantwortung.

Quellen

Bildnachweis Einstiegsbild: © Ingo Bartussek/AdobeStock