Mobil gegen Viren

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Immunabwehr bei Atemwegsinfekten

Artikelnummer: th-45-02 Kategorien: ,

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Viren brauchen dringend Menschen oder Tiere, um zu überleben und sich zu vermehren. Entsprechend schlau sind sie in ihrer Fähigkeit, sich an die jeweiligen Umweltbedingungen anzupassen und das Abwehrsystem zu überlisten. Aber auch unser Immunsystem reagiert seit Jahrtausenden immer wieder hochintelligent auf die sich ständig verändernden Erreger. So hat es heute viel zu bieten, wenn zum Beispiel Grippeviren sich einnisten möchten.

Im Reich der Säugetiere gibt es im Gegensatz zu Bakterien nicht viele Virenarten. Die meisten sind hochgeschätzt, denn ohne sie wäre die Evolution des Menschen nicht möglich. Doch einige der Winzlinge versetzen Menschen in Angst und Schrecken. Viren sind winzig (20 bis 300 Nanometer groß), bestehen aus einem oder mehreren Molekülen und hüllen sich manchmal in eine Eiweißschicht ein. Die Moleküle enthalten das Erbgut, DNA oder RNA, worin die Informationen zu ihrer Vermehrung gespeichert sind. Anders als Bakterien bestehen Viren weder aus einer eigenen Zelle noch haben sie einen eigenen Stoffwechsel, sie können nicht aus sich heraus Energie erzeugen oder Proteine synthetisieren. Einige Viren sehen beinahe wie Kaulquappen mit einem langen Schwanz aus, andere sind rund, weitere stäbchenförmig. Viren dringen in tierische, pflanzliche oder menschliche Zellen ein, um bewirtet zu werden, indem sie deren molekulare Infrastruktur nutzen. Auch in der Umgebung können sie sich zum Teil lange halten und ansteckend bleiben. Finden sie aber keine Wirtszelle, sterben sie ab. Viren brauchen Wirtszellen auch, um sich zu vermehren, womit sie beginnen, kaum dass sie in unseren Körper eingedrungen sind. Das geht folgendermaßen: Ein einzelnes Viruspartikel, das außerhalb der Zelle ist, das sogenannte Virion, heftet sich an ein Oberflächenprotein auf einer Wirtszelle an (Adsorption), das vom Virus als Rezeptor verwendet wird. Sobald die Wirtszelle das Virion aufgenommen hat, setzt dieses seine Erbsubstanz frei. Die Zelle wird damit quasi umprogrammiert und arbeitet fortan für das Virus, indem sie Virusbestandteile produziert, die später zusammengesetzt werden. Dabei mutiert die Wirtszelle zum Dienstleister und stellt neben den Virenbestandteilen die Eiweißhülle, das Erkennungseiweiß und die Erbinformation her. Sind Nachwuchsviren – oft in Hundertschaften – erzeugt, knospen die neuen Viren oder die Wirtszelle wird durch den Austritt der neuen Viren zum Platzen gebracht. Schon suchen sie sich eine neue Wirtszelle, um sie umzuprogrammieren.

Wege der Abwehr

Der menschliche Organismus hat jedoch verschiedene Strategien gegen Viren und Bakterien. Zunächst muss der Erreger erstmal an der unspezifischen Abwehr vorbeikommen. Zu ihr gehören die Haut und die Schleimhäute. Die Haut schützt sich über ihren Säureschutzmantel vor ungebetenen Gästen. Die Schleimhäute halten auf verschiedene Weise dagegen. Zum einen physikalisch, über ihre Schleimschicht, dann chemisch über ihre natürlichen antimikrobiellen und antiviralen Substanzen und schließlich mechanisch über Verbindungen zwischen den Zellen (Tight junctions). Schaffen Erreger es über diese erste Schranke zu gelangen, rücken – immer noch im Bereich der unspezifischen Abwehr – Makrophagen an, die diese unschädlich machen können. Ist es einem Virus gelungen, die Barriere der unspezifischen Abwehr zu überwinden, wird die spezifische Abwehr benötigt. Hier gibt es zwei Arme des Immunsystems: Der erste ist die Bildung von Antikörpern, bei der bestimmte Gruppen der weißen Blutkörperchen wie die B-Lymphozyten eine wichtige Rolle spielen. Sie können hochspezifische Antikörper produzieren, die sich an die Antigene der Erreger binden und damit diese zerstören. Antigene sind dreidimensionale Strukturen an der Oberfläche der Erreger und potenzielle Angriffsflächen für Antikörper. In der Folge werden sehr viele Antikörper gebildet. Nicht alle von ihnen schützen wirkungsvoll, sondern nur diejenigen, die sich gegen die Stellen des Erregers richten, mit denen der Erreger andocken wollte. Sind die richtigen Antikörper zum Zug gekommen, wird das Andocken des Erregers verhindert. Parallel bilden sich Gedächtniszellen aus, mit deren Hilfe der Körper bei einer nochmaligen Invasion dieses Erregers in kurzer Zeit große Mengen der Antikörper bilden kann….

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