Lithium bei Depression und kognitiven Einbrüchen

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Essenzielles Spurenelement bei seelischer Erschöpfung

Artikelnummer: rz-262-03 Kategorien: ,

Chronische Erschöpfung, Depression, kognitive Einbrüche – viele Menschen erleben heute Zustände, die sich wie ein inneres Ausbrennen anfühlen. Die Ursachen sind komplex: Dauerstress, Schlafmangel, Bewegungsdefizit, Entzündungsprozesse, soziale Isolation und nicht zuletzt Umweltbelastungen und Mikronährstoffmängel. Hier rückt zunehmend ein bisher wenig beachtetes Element in den Fokus der Forschung: Lithium.

Lithium kennen die meisten Ärzte immer noch nur als Medikament in der Psychiatrie – insbesondere zur Behandlung bipolarer Störungen und schwerer Depressionen. Doch jenseits der dafür gebräuchlichen nebenwirkungsreichen pharmakologischen Hochdosen spielt Lithium in sehr niedriger, physiologischer Konzentration eine bisher nahezu völlig unterschätzte, aber entscheidende regulierende Rolle im menschlichen Organismus – insbesondere im Gehirn.

Hinweise aus epidemiologischen Studien gibt es jedoch schon lange und genügend: Wer das Glück hat, in Regionen zu leben, in denen das Trinkwasser etwas reicher an Lithium ist (und damit häufig auch die Böden und die darauf produzierte Nahrung), hat ein geringeres Risiko an Depression oder Alzheimer zu erkranken – oder sogar Suizid zu begehen – aber ganz generell geht damit eine größere Chance auf gesünderes und längeres Leben einher.

Lithium scheint seine physiologische Wirkung insbesondere im Hippocampus auszuüben. Dort reichert sich das Spurenelement über spezifische Ionenkanäle auch in höherer Konzentration an, als in anderen Gehirnregionen. Der etwa daumengroße Hippocampus, der anatomisch an ein Seepferdchen erinnert und sich in beiden Schläfenlappen unseres Großhirns befindet, ist das Zentrum für unsere autobiografischen Erinnerungen.

Er ermöglicht es uns, Erlebnisse zeitlich und räumlich einzuordnen.

Nervenzellen

Besonders bemerkenswert und verantwortlich für seine vielfältigen Funktionen ist, dass im Hippocampus lebenslang neue Nervenzellen entstehen – ein Prozess, der als adulte hippocampale Neurogenese (AHN) bezeichnet wird. Diese kontinuierliche Neubildung von Neuronen ist entscheidend für Lernfähigkeit, kognitive Flexibilität sowie für komplexe geistige Leistungen wie Denken, Planen und vorausschauendes Handeln. Die mittels der AHN täglich neu entstehenden Nervenzellen helfen uns, neue Informationen mit bestehenden Erfahrungen zu verknüpfen und Unbekanntes einzuordnen. Zugleich bilden sie das neuronale Korrelat unserer natürlichen menschlichen Neugier und spielen somit eine zentrale Rolle in der Stressregulation: Eine gesunde, aktive Neurogenese steht in engem Zusammenhang mit psychischer Resilienz – also der Fähigkeit, Belastungen zu verarbeiten und sich nach Krisen wieder zu stabilisieren.

Der Hippocampus ist somit nicht nur ein Gedächtnisorgan, sondern auch …

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