Krebsfrüherkennung ist keine Vorsorge. Es ist die Suche nach Krebs. Wirkliche Vorsorge aber setzt so früh an, dass im besten Fall noch Jahre bleiben, um gegenlenken zu können. Voraussetzung: Das Lesen und Verstehen der Stoffwechselsprache. Der führende Experte unter den Heilpraktikern und Buchautor zeigt, wie vorsorglich er arbeitet.
Wenn ich in meiner Praxis über Vorsorge spreche, höre ich oft: „Ich war doch zur Mammographie“, „Mein PSA ist in Ordnung“, „Die Koloskopie war unauffällig.“ Diese Sätze klingen nach Sicherheit, nach Vorsorge. Dabei ist es die Suche nach einem bereits entstandenen Krebsgeschehen. Wer einen Tumor in der Mammographie erkennt oder einen Polypen in der Koloskopie entfernt, sorgt nicht vor, er findet etwas, das längst da ist.
Vorsorge oder vielmehr Suche nach Krebs
Echte Vorsorge muss früher ansetzen. Sie muss da beginnen, wo der Stoffwechsel zu kippen beginnt, lange bevor sich Zellen krebsartig verändern. Genau diesen Anspruch erhebt die Methode, die ich in über 40 Jahren Praxistätigkeit zusammen mit vielen Kollegen entwickelt habe.
Was die klassische Labormedizin als „Norm“ definiert, betrachte ich als ein viel zu grobes Raster. Krebs entsteht nicht über Nacht. Bevor eine einzige Zelle entartet, hat der Stoffwechsel oft jahrzehntelang Warnsignale gesendet. Otto Warburg hat schon in den 1920er-Jahren gezeigt, dass Krebszellen ihre Energie nicht in den Mitochondrien („Zellkraftwerken“) gewinnen, sondern in der Gärung, einem urzeitlichen Notprogramm der Zelle.
Wenn Kalium und Magnesium in den Körperzellen fehlen, kann die Zelle ihre Energie nicht mehr in den Kraftwerken erzeugen, sondern weicht auf die Zellflüssigkeit (Cytosol) aus. Genau dieser Zustand ist die metabolische Vorstufe einer bösartigen Entartung.
Volker Fintelmann, der Altmeister der anthroposophischen Onkologie, spricht in diesem Zusammenhang von einer Kanzerose-Neigung, einer Disposition, die sich Jahre vor jeder Diagnose abzeichnet. Die Münchner Ärztin Waltraut Fryda hat in ihrem Buch „Adrenalinmangel als Ursache der Krebsentstehung“ eine ähnliche Spur verfolgt: Sie sah die geschwächte Nebenniere und das daraus folgende Wärmedefizit als zentralen Treiber. Auch die Traditionelle Chinesische Medizin kennt Krebs als „Kälte-Erkrankung“.
Im Einzelfall kann eine Mammographie Leben retten, eine Koloskopie einen Polypen entfernen, der sich sonst zu einem Karzinom entwickelt hätte. Doch die Bilanz dieser Programme sieht anders aus, als die meisten …
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