Wie Stress auf den Stoffwechsel wirkt

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Wut im Bauch und unverdaute Traumen

Artikelnummer: th-37-19 Kategorien: ,

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Wann fühlen Sie sich gestresst und was geschieht dann mit Ihnen? Jeder reagiert anders auf Stressreize und viele merken es gar nicht mal, wenn sie ihnen in die Falle gehen. Ulrich Kohler zeigt, welche Faktoren bei der Entstehung dieses Zustandes zusammenwirken. Das Spektrum reicht hier von gesunden Instinkten bis zu unverarbeiteten Traumen der Ahnen. Und was hat das mit dem Darm zu tun? Erfahren Sie hier, wie die Alarmstufe Rot im Kopf über vegetatives Nervensystem und biochemische Prozesse auf Stoffwechsel und Verdauung übergeht!

Die physiologische Funktion von Stress

Jeder kennt es – Kummer, Angst und Ärger schlagen auf den Magen. Häufig leidet darunter nachhaltig der ganze Verdauungsvorgang. Aber nicht nur die Nährstoffaufnahme wird in Mitleidenschaft gezogen, noch viel gravierender sind die zellulären Stoffwechselveränderungen infolge von Stress und Trauma.

Um uns mit dem Zusammenhang zwischen Stress und Stoffwechsel auseinanderzusetzen, wollen wir das Phänomen Stress genauer betrachten.

Der Zustand, den wir allgemein als Stress bezeichnen, wird grundsätzlich zur Aktivierung gebraucht. Unser nervales und hormonelles Stresssystem ist unverzichtbarer Aktivator, Motivator und Schwunggeber unseres Lebens. Wäre dieses System stark heruntergefahren, würden wir unser Leben desinteressiert, taten- und erfolglos und schließlich frustriert im Bett oder bestenfalls auf dem Sofa verbringen. Den Anforderungen des Lebens wären wir nicht annähernd gewachsen. Wir würden passiv, hilflos und hoffnungslos untergehen.

Wir hätten den weiten Weg der Evolution durch all die Herausforderungen und Gefahren der Zeiten und der Natur definitiv nicht geschafft! Studien belegen, dass die Wirkung von Stress auf unseren Körper davon abhängt, wie unsere persönliche Einstellung zu dem erlebten Stress ist. Während bei negativ empfundenem Stress das Hormon Cortisol massiv ansteigt, zeigt sich bei Personen, die den Stress als positiv empfinden, ein deutlicher Anstieg des Hormons DHEA (Dehydroepiandrosteron). DHEA puffert den Stress und scheint vor stressbedingten Depressionen, Herzerkrankungen etc. zu schützen. Stress kann für uns also sehr verschiedene Bedeutung und Wirkung haben.

Was passiert bei Kurzzeitstress?

Die Natur hat uns ausgezeichnet für die Bewältigung von kurzzeitigem Stress ausgestattet. Der gesunde Körper wird unmittelbar über das autonome Nervensystem und leicht verzögert über das Hormonsystem ideal auf den Umgang mit plötzlichem Stress eingestellt. Die Evolution hat uns für den Umgang mit kurzzeitigem Stress optimiert.

Im Wesentlichen erlebten wir im Lauf unserer Entwicklung immer wieder kurze Phasen von starkem Stress, die sich durch unsere Stressreaktion überwinden ließen: Entweder gelang uns die Flucht oder unser Angriff war erfolgreich. Anschließend hatte unser Stresssystem die Zeit sich zu regenerieren.

Dieser Wechsel zwischen „Normalbetrieb“ und „Stressreaktion“ war durchaus gesund: Wir wurden immer wieder gefordert und dadurch gestärkt, ohne nachhaltig überlastet zu werden. Letztendlich lässt sich diese Form von Stress auch wie ein sporadisches aber umfassendes Intervalltraining betrachten.

Die Stressreaktion läuft über zwei Wege: Der ganz schnelle Weg läuft über den Sympathikus. Der schnelle Weg läuft hormonell über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Der Sympathikus ist ein Teil des autonomen Nervensystems. Sein Gegenspieler ist der Parasympathikus. Beide zusammen bilden mit dem Darmnervensystem das sogenannte autonome Nervensystem (auch vegetatives Nervensystem genannt). Das autonome Nervensystem regelt ohne unser bewusstes Zutun vollautomatisch unsere biologischen Grundfunktionen wie den Herzschlag, die Atmung, die Schweißdrüsen, die Hormon- und Verdauungsdrüsen, die Geschlechtsorgane, das Blutgefäßsystem und den Stoffwechsel.

Der Sympathikus übernimmt die Rolle des Antreibers und führt zur Leistungsförderung. Der Parasympathikus ist für Ruhe, Reparatur und Regeneration verantwortlich. Folglich führt Stress über die Aktivierung des Sympathikus zu erhöhtem Puls, gesteigertem Blutdruck, mehr Muskelanspannung, schneller Atmung und einem Anstieg von Glukose, Fettsäuren und Proteinen im Blut. Ferner wird aus dem Nebennierenmark unverzüglich Adrenalin und etwas Noradrenalin freigesetzt.

Evolutionär lässt sich der Anstieg von Glukose, Fettsäuren und Proteinen im Blut gut verstehen, denn in der Natur heißt Stress immer, dass eine unmittelbare Aktivität (z. B. Flucht oder Angriff) bevorsteht, welche Leistung abverlangt und Energie bedarf. Blitzartig bereitet der Sympathikus uns perfekt für diese Anforderung vor. Der Hypothalamus setzt ein Hormon frei, welches im Vorderlappen der Hypophyse zur Ausschüttung eines weiteren Hormons führt, welches wiederum zur Ausschüttung des Hormons Cortisol durch die Nebennierenrinde führt. Der erhöhte Cortisolspiegel hemmt das Immunsystem und entzündliche Prozesse, führt zu vermehrter Blutzuckerbildung und -bereitstellung und bewirkt den Anstieg von Fettsäuren im Blut. Natürlich hat Cortisol noch weitere Wirkungen, auf die hier aber nicht weiter eingegangen werden soll.

So wie der Sympathikus bereitet auch Cortisol den Körper hervorragend auf die bevorstehende Stressbelastung vor …

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