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Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht ist und die Darmwände geschwächt sind, kann es passieren, dass sich kleine Partien der Darmwand nach außen stülpen. Diese Divertikel können unauffällig bleiben oder aber es kann zu Entzündungen und schwerwiegenderen Folgen kommen. Die Heilpraktikerin Alexandra Nau verrät, wie wir vorbeugen können und auch wie wir den Veränderungen in der Darmwand, falls sie bereits da sind, entgegenwirken können.
Echte und unechte Divertikel
Als Divertikel werden gutartige Veränderungen des Dickdarms in Form von Ausstülpungen der Darmschleimhäute bzw. der Darmwände bezeichnet. Man unterscheidet hierbei zwischen echten Divertikeln und Pseudodivertikeln. Als Pseudodivertikel oder unechte Divertikel werden Ausstülpungen der inneren Schichten durch eine Muskellücke bezeichnet. Bei echten Divertikeln hingegen stülpt sich die gesamte Darmwand nach außen.
Divertikel sind am häufigsten im Dickdarm zu finden, wobei echte Divertikel meist im aufsteigenden Darmanteil (Colon ascendens) lokalisiert sind. Ungefähr in zehn Prozent der Fälle treten sie im Dünndarm auf. Aber auch an Blase und Speiseröhre können sie vorkommen. Als sogenannte Meckelsche Divertikel (nach Johann Meckel benannt) werden Ausstülpungen des Leer-/Krummdarms bezeichnet. Der Leer-/Krummdarm findet sich am Ende des Dünndarms. Meckel-Divertikel sind angeboren, machen meist keine Beschwerden und haben mit den hier genannten echten und Pseudodivertikeln nichts zu tun. Hierbei handelt es sich um eine Fehlbildung des Dünndarms, welche bei circa einem Prozent der Menschen vorkommt.
Unser Darm weist insgesamt eine Länge von fünf bis sieben Metern auf und ist in verschiedene Anteile gegliedert. Für viele ist der Darm nur ein Ausscheidungsorgan, doch dem ist nicht so. Tod und Gesundheit sitzen im Darm – so sagten es schon Paracelsus und Hippokrates und das nicht ohne Grund. In der embryonalen Entwicklung der Organe entsteht aus dem endodermalen Keimblatt das Darmrohr, der Gastrointestinaltrakt, Leber, Lunge etc. Der Embryo wächst also um das Darmrohr herum. Ab Tag 25/26 der embryonalen Entwicklung entstehen Leber und Bauchspeicheldrüse und so entwickelt sich nach und nach der restliche Körper. Unser Darm ist somit das älteste Organ an und in uns.
Bedeutung der Darmflora
Arbeitet der Darm nicht einwandfrei, ist dies ein Zeichen dafür, dass die Besiedlung und der pH-Wert des Darms nicht optimal sind. Es entstehen Fäulnis, Gärung und damit eine Dysbalance der Bakterien. Kohlenhydrate und Eiweiße werden nicht mehr richtig verdaut, Fette werden nicht richtig aufgespalten, Nährstoffe gehen verloren, die Darmschleimhäute werden lückenhaft und können sich entzünden.
Unser Darm wird im Wesentlichen aufgeteilt in Dünndarm und Dickdarm. Der Dünndarm besteht aus dem Zwölffingerdarm, Leerdarm (Jejunum) und Krummdarm (Ileum) und wird durch die Bauhinsche Klappe vom Dickdarm getrennt. Der Dickdarm, mit seinem Wurmfortsatz (Appendix), hat einen aufsteigenden Anteil (Colon ascendens), einen querlaufenden Anteil (Colon transversum) und einen absteigenden Anteil (Colon descendens) und umrahmt den Dünndarm. Im Dünndarm werden unter anderem Nährstoffe resorbiert, Erreger werden eliminiert durch die sogenannten Peyer Plaque, einer Ansammlung von Lymphfollikeln.
Unsere Darmschleimhäute sind durchgängig mit verschiedenen Mikroorganismen besiedelt, welche ab der Geburt stetig wachsen und reifen. Das bakterielle Ökosystem hält die Darmflora im Gleichgewicht, denn nur so können Nährstoffe aufgenommen, das Immunsystem und eine optimale Verdauung aufrechterhalten werden. Medikamente, wie Psychopharmaka, Antibiotika, Säureblocker, können die Darmflora negativ verändern. Aber auch Stress, falsche Ernährungsweise (schnelles und hastiges Essen, unausgewogenes Essen, schlechte Kauleistung), Operationen, Erkrankungen können die Darmflora verändern. Die bakterielle Besiedlung des Darms braucht einen stabilen pH-Wert. Ist dies nicht gegeben, können sich einige Bakterien nicht halten, während andere hemmungslos drauf los wuchern.
Im Laufe der Jahre hat die Zahl der Darmerkrankten so massiv zugenommen. Gerade Erkrankungen des Magen-/Darmtraktes schränken im Alltag sehr ein und lassen damit auch ein Stück Lebensqualität schwinden.
Symptome und Ursachen
Eine Divertikulitis zum Beispiel kann sehr schmerzhaft verlaufen. Die Schmerzen treten in der Regel im linken Unterbauch auf. Divertikel, welche nicht entzündet sind, verlaufen meist beschwerdefrei und werden eher zufällig bei einer Darmspiegelung (Coloskopie) entdeckt.
Die Ursache für Divertikel kann mit schwachem Bindegewebe bzw. schwachen Darmwänden zusammenhängen, aber auch mit erhöhtem Druck im Darm, ballaststoffarmer Ernährung und Verstopfung bzw. trägem Darm. Wenn man sich mal vor Augen führt, wie viele Stunden wir täglich sitzen und so auch in gewisser Weise den Darm abknicken, ist es eigentlich schon fast verwunderlich, dass nicht fast jeder Darmprobleme hat. Auch die Tatsache, dass nur wenige auf eine Trinkmenge von 2 oder mehr Litern kommen oder eben kaum Ballaststoffe zu sich nehmen, führt zu einer stetigen Zunahme der Menschen, die an Magen-Darm-Problemen leiden. Eine niedrige Trinkmenge bedeutet auch immer härteren Stuhl und einen trägen Darm. Wenig Bewegung bedeutet ebenfalls, dass der Darm genauso träge ist, wie der restliche Körper. Wenig Ballaststoffe bedeutet mehr unverdauliche oder schlecht verdauliche Stoffe, was zur Folge hat, dass sich die Stuhlmenge reduziert und nur langsam durch den Darm transportiert wird. Ist der Stuhl zu fest und der Darm zu träge, muss mehr gedrückt werden auf der Toilette. Das Pressen erhöht den Druck auf die Darmwände und fördert dann Aussackungen der Darmwände …
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