Aus der Apotheke des Paracelsus

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Von Blutwurz bis Odermennig

Artikelnummer: th-37-03 Kategorien: ,

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Wie groß das ganzheitliche Heilwissen ist, das im Laufe der Jahrhunderte auf unserem abendländischen Boden entstanden ist, ist heute vielen nicht mehr bekannt. Dabei wäre es tatsächlich ‚naheliegend‘, auf unsere heilkundliche Tradition und auf heimische Natursubstanzen zurückzugreifen, wenn die Gesundheit aus der Balance geraten ist. Christine Baumann stellt vor dem weiten Horizont des paracelsischen Weltbildes pflanzliche Mittel vor, die den Darm effektiv unterstützen können.

Als Kernfigur unseres, auf europäischem Boden heimischen, Medizinsystems darf sicherlich Paracelsus angesehen werden, der im 16. Jahrhundert bis dahin bekannte medizinische Lehren zusammengefasst, kommentiert, verändert und erweitert – und auf diese Weise viele, die nach ihm kamen, inspiriert hat.

Fünf Entien – Gründe für Krankheitsentstehung nach Paracelsus

Paracelsus ging davon aus, dass es fünf verschiedene Gründe gibt, warum ein Mensch krank wird. Er nannte diese potenziellen Ursachen „Entien“. Damit widersprach er der zu seiner Zeit vorherrschenden Säftelehre, die als generellen Auslöser für jede Erkrankung ein Ungleichgewicht der im Menschen vorhandenen vier Säfte sah.

Das erste der fünf Entien ist das „Ens Astrale“ – das Gestirn als Auslöser für Krankheiten. Paracelsus meint damit den unausweichlichen Einfluss kosmischer Kräfte auf den menschlichen Organismus. Ins Moderne übersetzt wären hierunter wohl Faktoren aus der Umwelt zu verstehen.

Das „Ens veneni“ – Vergiftung als Auslöser für Erkrankungen – hat bei Paracelsus seine Ursprünge vor allem in einem müde gewordenen „inneren Alchemisten“. Es geht also um die Lebensweise, die die Verdauungsorgane überfordert, sodass „Gutes nicht mehr vom Schlechten geschieden werden kann, wodurch beides gemeinsam zur Verwesung übergeht …“ Paracelsus bezeichnet dies als „die Mutter aller Krankheiten“.

Auch Veranlagung kann Krankheitstendenzen verursachen – Paracelsus spricht hierbei vom „Ens naturale“. Nach modernem Verständnis sind hier Konstitution oder Veranlagung bzw. genetische Disposition gemeint.

Abgesehen von diesen somatisch wirkenden Entien beschreibt Paracelsus noch das „Ens spirituale“ – geistige Einflüsse wie Magie und Hexerei, die wir heute unter Psychosomatik einordnen würden – und schließlich das „Ens dei“ – den göttlichen Einfluss.

Der kompetente Therapeut sollte sich laut Paracelsus mit allen fünf Entien gut vertraut gemacht haben und für alle gleichermaßen Heilungs- und Begleitstrategien kennen. Schließlich können prinzipiell immer alle fünf Entien an der Entstehung einer Erkrankung beteiligt sein. Also müssen fünf Säulen das ganzheitliche Therapiekonzept stützen:

1) Prophylaxe/Regeneration und Stärkung der Lebensenergie – Ens Astrale

2) Entgiftung und Anregung des Stoffwechsels – Ens Veneni

3) Konstitutionstherapie – Ens Naturale

4) Psychotherapie – Ens Spirituale

5) Karmisch-Spirituelle Einsicht des Patienten – Ens Dei

Der innere Alchemist – die Verdauungsorgane bei Paracelsus

Betrachten wir also das für uns so aktuelle Thema „Darmgesundheit“ und die „Mutter aller Erkrankung“ aus paracelsischer Sicht ein wenig genauer durch die Augen des Meisters.

Nach seiner Ansicht ist die Arbeitsfähigkeit der gesamten Verdauungsorgane abhängig davon, dass der Magen ausreichend warm ist, sodass es also sinnvoll ist, ihn mit scharfstoff- und bitterstoffhaltigen Pflanzen in Schwung zu bringen. Dann kann eine erfolgreiche Stoffumwandlung aus der Nahrung gelingen, die Voraussetzung für die Gesunderhaltung des „Archeus“ ist – der obersten Instanz, die die Lebensprozesse im Menschen steuert.

Zum Schutze eben dieses Archeus ist laut Paracelsus der „innere Alchemist“ fortwährend damit beschäftigt, eine Vergiftung zu vermeiden. Jedwede Nahrung besteht nämlich aus etwas Grobstofflichem und Giftigem, aber auch aus einer feinstofflichen Essenz, die wir zum Leben brauchen. „Doch für das Unvollkommene, das wir zu unserem Schaden gebrauchen müssen, hat er uns einen Alchimisten gegeben, damit wir das Gift, das wir mit dem Guten einnehmen, nicht als Gift verzehren, sondern von dem Guten scheiden können.“ (Paracelsus I/25) …

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