Windräder verändern Mikroklima und Bodenfeuchte

Eine Studie der TU Dresden zeigt: Windräder können lokal das Mikroklima, die Temperatur und die Bodenfeuchte verändern. Was bedeutet das für die Landwirtschaft?

Windkraftanlagen produzieren nicht nur Strom – sie können auch das Mikroklima in ihrer unmittelbaren Umgebung verändern. Das zeigt eine neue Studie von Forschern der TU Dresden. Mithilfe hochauflösender Computersimulationen untersuchten Sampath Weerappulli, Luise Wanner und Matthias Mauder, wie sich die durch Windräder verursachten Luftverwirbelungen auf Temperatur, Wärme- und Feuchtigkeitsaustausch sowie die Bodenfeuchte auswirken.

Unterschiede zwischen Tag und Nacht

Dabei zeigte sich, dass die Auswirkungen stark von den atmosphärischen Bedingungen abhängen. Tagsüber führten Windräder bei stark instabiler Luftschichtung lediglich zu einer leichten Abkühlung der bodennahen Luft um etwa 0,06 Grad Celsius. Deutlicher waren die Veränderungen dagegen in Nächten mit stabiler Luftschichtung: Durch die von den Rotoren erzeugte Turbulenz wurde wärmere Luft aus höheren Schichten nach unten transportiert. Die Lufttemperatur in Bodennähe stieg in den Simulationen um knapp 0,7 Grad, die Oberflächentemperatur um etwa 0,76 Grad Celsius. Gleichzeitig stellten die Forscher unter diesen Bedingungen einen erhöhten Verlust an Bodenfeuchtigkeit fest. Auch der latente Wärmefluss, der unter anderem mit Verdunstung zusammenhängt, nahm zu.

Folgen für die Landwirtschaft

Die Ergebnisse zeigen damit, dass Windkraftanlagen lokal in den Austausch von Wärme und Feuchtigkeit zwischen Boden und Atmosphäre eingreifen können. Welche Folgen dies langfristig für landwirtschaftlich genutzte Flächen hat, lässt sich daraus noch nicht ableiten. Die Autoren sehen ihre Ergebnisse jedoch als Grundlage, um mögliche Auswirkungen des Windkraftausbaus auf die Landwirtschaft genauer zu untersuchen – eine Frage, die angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden an Bedeutung gewinnen dürfte.

 

Lese-Tipp: Prof. Dr. Klaus-Dieter Döhler: „Wie Erneuerbare das Wetter verändern“, raum&zeit thema Nr. 61/2025

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