Wie kommt es zu Autoimmunkrankheiten?
Zu Anfang wurde gesagt, dass es unterschiedliche Ursachen gibt.
So zeigen zum Beispiel chronische Entzündungskrankheiten, besonders wenn sie von Viren verur-sacht werden, autoimmune Züge.
Auch wenn durch zu hohen und regelmäßigen Alkoholkonsum eine starke Leberverfettung eintritt, kann sie eine autoimmunwirkende Entzündung begleiten. Auch unverdauliche Bestandteile der synthetischen Chemie, die im Leib abgelagert werden, können autoimmune Entzündungen hervorrufen. Typisch hierfür sind die Dioxine oder auch das Insektizid DDT. Doch ist ja bei jedem der Beispiele typisch, dass immer ein fremdes Agens (Viren, Fett, DDT) die vom Immunsystem entfachte Entzündung hervorruft. Die Schulmedizin definiert Autoimmunität als Verlust der Fähigkeit, Selbst von Nichtselbst zu unterscheiden. Aber warum verliert das Immunsystem diese für die Gesundheit so ausschlaggebende Fähigkeit? Oder ist es gar so verrückt geworden, das eigene Selbst in Organen und Geweben anzugreifen?
Die wirkliche Ursache findet sich ganz wo anders! Bei Autoimmunkrankheiten greift das Immunsystem unter der Leitung des Ichs oder Selbstes unverwandelte Reste des Erb-Leibs an, die in Kindheit und Jugend nicht ausreichend zu einer Individualstruktur verwandelt werden konnten. Gleiches gilt für die Seele und ihre Entwicklung. Die tägliche Arbeit über annähernd 20 Jahre, den von den Eltern zubereiteten Erb-Leib in einen ganz und gar eigenen Individualleib umzubauen, alles genetisch Determinierte in Leib und Seele abzubauen und durch Eigenes zu ersetzen, gelingt so gut wie keinem Menschen.
Zu vielfältig und extrem sind die Störfaktoren dieser eigentlich für eine anhaltende Gesundheit notwendigen Arbeiten an Leib und Seele geworden. Wie rasch werden schon ganz kleine Kinder in die Welt der Erwachsenen einbezogen, bekommen keinen eigenen „Raum“, der ihnen Schutz und Hülle gibt, für den in früheren Zeiten zum Beispiel die Wiege mit dem hüllenden Schleier sorgte. Wie rasch wird ihnen Nahrung gegeben, die nicht kindgerecht ist, welcher Lärm umgibt sie, wie viele Sinneseindrücke stürmen auf sie ein. Und heute kommt die ganze elektronische Welt dazu. Der Blick der Erwachsenen ruht oft mehr auf dem Smartphone als auf dem Kind, früh wird die illusionäre Welt der Bildschirmbilder auch dem Kind präsentiert. Und sein Immunsystem wird von der eigentlichen Arbeit der Verwandlung von Leib und Seele abgezogen, weil es ein ständig bedrängendes Fremd abwehren muss, um nicht daran zu erkranken. Man kann geradezu von einem Missbrauch der Kindheit durch die Welt der Erwachsenen sprechen. So ist im Abschluss der ersten drei Jahrsiebte der Leib nur unvollständig zum Individualleib geworden, es bestehen „Reste“ des ursprünglichen Erb-Leibs, der nun in diesem Lebensabschnitt ein absolutes Fremd (Nichtselbst) wird. Menschen, die eine starke Ich-Natur haben, versuchen in einem zweiten Anlauf, auch diese Reste noch zu verwandeln und zu eigenem Organgewebe umzugestalten. Die typische Manifestation der Autoimmunkrankheiten liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, was genau dem hier Dargestellten entspricht. Natürlich gibt es individuelle Abweichungen, können Menschen vor dem 20. oder nach dem 40. Lebensjahr an einer Autoimmunkrankheit erkranken, doch der Schwerpunkt liegt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, mit welchem dann auch die Individualisierung des Seelenlebens abgeschlossen wird.
Mit jeder Autoimmunkrankheit wird also ein Fremdes bekämpft, gerade nicht der eigene Organismus. Er ist nur deshalb betroffen, weil er in sich noch Reste des ursprünglich vererbten Leibes trägt, die nun zu einem Fremd geworden sind. Diese Verwandlung lebt seelisch ja sehr anschaulich in den Jahren der Pubertät. Um die Reste zu verwandeln, arbeitet das Immunsystem mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, die in ihren Schwerpunkten als Verdauung (natürliche Abwehr) und Ausgrenzung (erworbene Abwehr) beschrieben wurden. Die das Gewebe umschmelzende Kraft der Verdauung äußert sich physiologisch in einer Entzündung, dem Einströmen von weißen Blutkörperchen (Leukozyten, Lymphozyten). Die Ausgrenzung erfolgt durch die Bildung von Antikörpern, die für die konkrete Situation der leiblich-seelischen Reste weniger unmittelbare Abwehr als mehr Markierung bewirken, damit die natürliche Abwehr das zu verdauende Gewebe erkennt und eben attackiert, was noch nicht in Individualisiertes umgewandelt wurde.
Ergänzend erwähnt sei noch, dass bei vielen Menschen dieser zweite Ansatz der Verwandlung fremder Reste zu Eigenem nicht erfolgt, weil das Ich diese Reste nicht wahrnimmt oder ihm die Kraft fehlt, sie zu bearbeiten. Andernfalls müsste so gut wie jeder Mensch heute Autoimmunkrankheiten ausbilden, da nur einer Minderheit eine vollkommene Individualisierung gelingt. Solche über die Lebensmitte hinaus verbleibenden Reste können dann in späteren Lebensabschnitten organische Orte werden, in die sich chronische Krankheiten einnisten, weil sie von keinem Selbst (Ich) geschützt sind. Das mag als ein Beispiel erklären, wie vielfältig sich die Krebskrankheit gestaltet, je nach dem organischen Ort, in welchem sie sich manifestiert.