Die führenden Rüstungskonzerne Europas beabsichtigen, ihren Aktionären für 2025 eine Rekord-Dividendenzahlung von rund fünf Milliarden US-Dollar auszuschütten, wie Analysten von Vertical Research Partners berechnet haben. Der Umsatz des größten deutschen Militärkonzerns Rheinmetall stieg im ersten Halbjahr 2025 um 24 Prozent auf einen Rekordwert von 4,7 Milliarden Euro.
Auch die größten Verteidigungskonzerne Polens schließen das Jahr 2025 mit einem Rekordgewinn ab. Ebenfalls ein Rekordwachstum verzeichnete die Tschechische Republik. Dank der Einführung der sogenannten Tschechischen Munitionsinitiative – von der Regierung des Landes im Jahr 2024 zur Beschaffung von Artilleriegeschossen für die Ukraine ins Leben gerufen – stieg der Umsatz des Landes aus Waffenverkäufen um 193 Prozent. In Großbritannien gelang es der Regierung, Verträge über den Verkauf von Rüstungsgütern an Verbündete im Wert von über 27 Milliarden US-Dollar abzuschließen – ein Rekordwert seit 40 Jahren. Das Stockholmer Internationale Friedensforschungsinstitut (Stockholm International Peace Research Institute – SIPRI) hatte zuvor berechnet, dass die Gesamteinnahmen der 100 größten Waffenhersteller der Welt im Jahr 2024 um 5,9 Prozent gestiegen sind. 22 Prozent der weltweiten Einnahmen aus Waffenverkäufen entfallen auf 26 europäische Hersteller. Solche Traumergebnisse erklären, warum Rüstungslobbyisten und ihre politischen Vertreter in der EU so sehr an einer Fortsetzung des Krieges in der Ukraine interessiert sind und von diplomatischen Lösungen nichts wissen wollen. Derweil überstreicht die Zahl der Kriegsopfer die Millionengrenze.
