Ein aktueller Antrag der AfD-Fraktion zu den Gefahren der Wettermanipulation beweist, dass die einstige „Verschwörungstheorie“ im Mainstream angekommen ist.
Bereits vor über 20 Jahren griff raum&zeit als vermutlich erstes Print-Medium das Thema Geoengineering in einem ausführlichen Artikel von Gabriel Stetter auf. Damit hatte seinerzeit, gewissermaßen, eine neue „Verschwörungstheorie“ das Licht der Welt erblickt.
Wetter als Waffe
De facto ist Wetter als Waffe – zumindest als Möglichkeit – aber ein alter Hut, wie die Enmod-Konvention der Abrüstungskommission von 1976 der UN beweist. Darin geht es u.a. um den Verzicht „auf jede Technik zur Änderung der Dynamik, der Zusammensetzung oder der Struktur der Erde – einschließlich der Flora und Fauna, der Lithosphäre, der Hydrosphäre und der Atmosphäre – sowie des Weltraums durch bewusste Manipulation natürlicher Abläufe“ geht. Oder das US-Militärprojekt „Owning the weather in 2025“ aus dem Jahr 1996, in welchem „Wetter als Waffe“ ausführlich diskutiert wird.
Und manch einer wird sich an die fast schon berühmte Aussage eines ZDF-Wettermoderators erinnern, der merkwürdige Formationen auf einer Satellitenaufnahme folgendermaßen mit frappierender Ehrlichkeit erklärte: „Und das hier haben irgendwelche Militärs ausgebracht, hat mit Wetter so nichts zu tun.“ (sinngemäß)
Olympisches Wetter
Im Lauf der Jahre griffen auch andere Medien das Thema Geoengineering (vulgo: Chemtrails) auf, und so nach und nach sickerte die Thematik in den Mainstream, wenn auch meist mit dem Etikett „Verschwörungstheorie“ versehen. Die Wettermanipulation in China bei der Olympiade 2008 oder bei Parteitagen der CPC (Projekt „Blue Sky“, im AfD-Antrag erwähnt) ist ein offenes Geheimnis und dass die Wettermanipulation inzwischen ein regelrechter Industriezweig geworden ist, lässt sich durch eine einfache Google-Suche leicht verifizieren.
Dennoch – wahr haben möchte man das immer noch nicht wirklich, wie die Reaktion auf den aktuellen Antrag der AfD-Fraktion „Risiken der Wettermanipulationen ernst nehmen – Einflüsse auf Mensch und Umwelt prüfen“ im Deutschen Bundestag beweist.
„Absurder Vorwurf“
Die Bild-Zeitung sprach von einem „absurden Vorwurf“ (obwohl es nur um eine Prüfung der Vorwürfe geht), und dem SPD-Abgeordneten Holger Mann zufolge konstruiere die AfD „ein Bedrohungsszenario, das mit der Realität nichts zu tun habe.“ Professor Reza Asghari (64, CDU) weist den AfD-Antrag ebenfalls zurück: „Die Manipulation des Wetters findet nur in streng reguliertem Rahmen statt.“
Beim zentralen Punkt des AfD-Antrags, dem Solar Radiation Modification, sei die Lage eindeutig: Die Technologie sei wissenschaftlich untersucht, politisch aber verworfen worden, so Holger Mann an die Adresse der AfD: „Sie malen ein Problem an die Wand, das nicht existiert, und wollen dafür neue Gesetze und Bürokratie schaffen.“ Sagt jemand, dessen Partei eine lähmende Bürokratie über Deutschland mitzuverantworten hat.
Die Pforten der Hölle
Die Mitantragstellerin Nicole Höchst (55, AfD) erklärt in ihrer Rede am Donnerstag, 29.01.26, es werde „ernsthaft“ diskutiert, Feinstaubteilchen „gezielt in die Atmosphäre einzubringen, um klimatische Effekte zu erzielen“. Diese Schadstoffe würden sich mit der Zeit ablagern. Der „Klimaextremismus“ wolle „die Pforten der Hölle“ öffnen, so Höchst.
OK, auch Höchst glaubt offenbar, dass das Solar Radiation Management noch gar nicht praktiziert werde. In dem Antrag wird allerdings auf das israelische Unternehmen Stardust (raum&zeit berichtete) hingewiesen, das noch in diesem Jahr flächendeckende Experimente durchzuführen beabsichtigt.
Man darf gespannt sein, wie sich dieser Diskurs entwickeln wird. Eine weitere „Verschwörungstheorie“ scheint sich zu bewahrheiten.
