Was in alarmistischen Zukunftsszenarien immer wieder gern vergessen wird, ist die unendliche Erfindungsgabe des Menschen. Ja, Technik verursacht häufig Umweltprobleme, die Flora und Fauna belasten. Das kann eigentlich niemand wollen und es ist wichtig, auf diese Probleme lautstark hinzuweisen. Denn das triggert die menschliche Intelligenz, nach Lösungen zu suchen, und wenn diese auch wirklich gewollt sind, dann werden sie auch gefunden.
Drei Beispiele
- Der Lithium-Boom für Batterien erzeugt sieben bis zehn Tonnen giftigen Abfall – delithiiertes β-Spodium (DβS) – pro Tonne Lithium. Forscher in Südaustralien verwandeln nun DβS in ein Zusatzmittel, das Beton bis zu 74 Prozent fester und langlebiger macht – der giftige Bergbauabfall wird zum besseren Baustoff.
- Die Aluminiumproduktion spuckt jährlich 200 Millionen Tonnen hochgiftigen Rot-Schlamm aus. Lösung: Forscher der Rice University (Texas) reinigen ihn in 60 Sekunden, indem sie blitzartige Stromimpulse hindurch schicken. Dieses „Flash-Joule-Heating“ genannte Verfahren entfernt fast alle Toxine und macht daraus hochfeste Keramiken oder wiederverwendbares Aluminium – aus Giftmüll wird wertvoller Rohstoff.
- Millionen Tonnen faulende Sargassum-Algen vergiften Strände und Meere. Die Universität São Paulo (Brasilien) mischt bis zu 40 Prozent der Algen in Ton, brennt sie zu leichten, isolierenden Bausteinen und ersetzt sogar 100 Prozent Kalkstein in Zementplatten – die Plage wird zum umweltfreundlichen Baumaterial.
Wo der technische Fortschritt neue Müllberge schafft, erfindet der Mensch kurz darauf Wege, genau diesen Müll in bessere, stärkere und sauberere Materialien zu verwandeln. Kreislaufwirtschaft in Reinkultur.
