Japaner mit LENR-Technik kurz vor Marktstart

Die sogenannte Kalte Fusion, auch als Low Energy Nuclear Reaction (LENR) bekannt, wurde seit ihrer Entdeckung im Jahr 1989 durch Pons/Fleischmann von Hunderten, wenn nicht Tausenden Laboren weltweit bestätigt (wenn auch mit höchst unterschiedlichen Ergebnissen). Aus diesem globalen Grundrauschen sind inzwischen einige Firmen hervorgegangen, die nun aufgrund der aktuellen Versorgungslücke durch den Iran-Krieg eine Chance erhalten, den großen Markt zu betreten.

Eines dieser Unternehmen ist die japanische Clean Planet Inc. mit ihrer Wärme erzeugenden Technologie QHe (Quantum Hydrogen Energy) auf Basis von Wasserstoff-Quantendiffusion. Die Begriffe LENR oder Kalte Fusion werden (aus guten Gründen) vermieden. Durch Erhitzen einer kleinen Menge Wasserstoff in einem nanostrukturierten, nickelbasierten Kompositmaterial wird offenbar eine Reaktion ausgelöst, deren Energieertrag über dem 10.000-Fachen von Erdgas liegt. Weniger als 10 Gramm Wasserstoff sollen den monatlichen Strom- und Wärmebedarf eines Haushalts decken. In einem Experiment vom 7. Mai 2021 bis 18. Dezember 2022 soll 589 Tage lang Überschusswärme bei Temperaturen von um die 1.000 °C aufgetreten sein, bei einmaliger Wasserstoffsättigung zu Beginn. In Rasterelektronenmikroskop-Aufnahmen seien Körner aus Elementen leichter als Nickel (inkl. Sauerstoff) sichtbar gemacht worden – ein typischer Hinweis auf LENR und Transmutationen. QHe ist dabei recht handlich: etwa desktopgroß und 12 kg schwer mit einer Zielleistung von 24 Kilowatt. Die Module sollen frei kombinierbar sein, sodass auch MW-Leistungen erreichbar sind.

Vom Labor in die industrielle Anwendung

Clean Planet betreibt dabei seit 2018 ein gemeinsames Forschungszentrum mit der Tohoku University, ist damit also akademisch abgesichert. Die japanische staatliche Energieagentur hat im Rahmen des NEDO-Projekts Überschusswärme und Reproduzierbarkeit bestätigt. Mit Miura Co., Ltd., führender japanischer Hersteller von Industriekesseln, hat sich Clean Planet einen mächtigen Industriepartner an Land gezogen, mit dem ein Pilot-Industriedampfkessel mit QHe-Modulen als Wärmequelle entwickelt werden soll.

Die Produktion in einer Pilotanlage und das Produktdesign für Landwirtschaft, Chemie, Stahl und Energieerzeugung sollen noch in diesem Jahr erfolgen. Danach soll zunächst für den japanischen Markt, anschließend auch für den Export produziert werden. Wir sehen also, dass hier alle Zeichen auf Grün stehen. Dies könnte ein Signal sein für einen weltweiten Aufbruch einer neuartigen Wasserstoff-Technologie, wofür auch Firmen wie Brillouin (USA), ENG8, Brilliant Light Power und last, not least die E-Cat-Technik von Andrea Rossi stehen.

Bildnachweis Einstiegsbild: © www.cleanplanet.co.jp