Negativ-Preis „Goldenes Zäpfchen“ für GlaxoSmithKline

Im März 2026 hat das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) für seine Gürtelrose-Horrorkampagne von einer deutschen Ärzteinitiative „Das goldene Zäpfchen“ verliehen bekommen. Diese satirische Rüge der gemeinnützigen Ärzteorganisation Mezis („Mein Essen zahl’ ich selbst e. V.“) mit ihren rund 1.000 Mitgliedern hat unter anderem zum Ziel, den Einfluss der pharmazeutischen Industrie auf Ärzte transparenter zu machen und zu reduzieren.

Konkret wirft der Verein GSK vor, durch die Kampagne Ängste geschürt und das Heilmittelwerbegesetz umgangen zu haben. „Der simple Trick ist: Nenne nicht das Medikament, nenne nur die Krankheit. Ersteres wäre verboten. Letzteres noch nicht“, erklärt Dr. Niklas Schurig auf der Mezis-Fachtagung in Göttingen. „Es geht um Angsterzeugung – aber das wissen unsere Patienten nicht.“ Mezis habe deshalb die Verantwortlichen für die Einhaltung des Heilmittelwerbegesetzes kontaktiert: den Beauftragten der Bundesregierung für Belange von Patienten, die Verbraucherzentrale, die Wettbewerbszentrale sowie die bayerische Aufsichtsbehörde, weil GSK einen Standort in Bayern hat. Doch niemand habe sich zuständig gefühlt oder gehandelt. „Diese offene Gesetzeslücke wird für einen Milliardenmarkt ausgenutzt. Wir von Mezis sind der Meinung, dass diese Art der Werbung verboten werden muss.“

Angst als Verkaufsmotor

Seit 2023 steht auch eine neue Angst im Fokus der Medien: die vor Demenz. Auch hier soll die Gürtelrose-Impfung helfen. Sogar der bekannte TV-Arzt Eckart von Hirschhausen hat die Schlagzeile aufgegriffen, dass neuesten Studien zufolge eine Impfung gegen das Herpes-Zoster-Virus – also eine Impfung gegen Gürtelrose – das Demenzrisiko massiv senken könnte. Wie genau, würde noch erforscht, hieß es in dem Beitrag im öffentlich-rechtlichen Sender WDR. Das und auch, dass die Impfung vor Gürtelrose schütze, sind leise Vermutungen und können statistisch nicht eindeutig belegt werden.

Bereits 2023 konnte GlaxoSmithKline seinen Umsatz mit dem Gürtelrose-Impfstoff Shingrix um 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Waren es 2023 noch 3,2 Milliarden Euro, peile GSK für 2026 mit 4,5 Milliarden einen neuen Umsatzrekord an.

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